Emmerbachaue: Entwicklung wird überwacht
Liebe auf den zweiten Blick

Davensberg -

Verdorrte Steppe oder doch sattes Grün? Die Deipe Wiese bietet beides. Deshalb findet die Gemeinde, dass sich die Emmerbachaue „nach unseren Vorstellungen entwickelt“. Die Schafe sind nicht zurückgekehrt, aber Experten rücken zum Monitoring an.

Donnerstag, 16.05.2019, 19:12 Uhr
Steppenartige Bereiche und Flächen mit sattem Grün – die Emmerbaue verlangt einen genauen Blick auf ihren Zustand.
Steppenartige Bereiche und Flächen mit sattem Grün – die Emmerbaue verlangt einen genauen Blick auf ihren Zustand. Foto: di

Eine sattgrüne Landschaft drängt sich dem Betrachter nicht gerade auf. Zumindest nicht auf den ersten Blick. Da kommt eher der Begriff karge Steppe in Betracht. Die Deipe Wiese in Davensberg, obwohl vom schlängelnden Emmerbach durchzogen, macht insgesamt einen ausgedörrten Eindruck. Gleichwohl zieht die Verwaltung das Fazit: „Die Emmerbachaue entwickelt sich nach unseren Vorstellungen“, so Christian Scheipers , Leiter des Tiefbauamtes, auf WN-Anfrage.

Der wirkliche Zustand der Aue wird wohl nur beim genaueren Hinsehen klar. Denn in dem Areal dürfe nicht alles über einen Kamm geschoren werden, so die Verwaltung. Die Bereiche seien aufgrund unterschiedlicher Bodenverhältnisse unterschiedlich bewachsen: auf Mergelboden in Randbereichen weniger, auf feuchten, sandigen Böden in Wassernähe stärker. Was sich beim Umrunden der Fläche auch leicht nachvollziehen lässt.

Rasenmäher weiterhin verbannt

Die Soay-Schafe, die als natürlicher „Rasenmäher“ dienen sollten, sind aber noch nicht zur Deipe Wiese zurückgekehrt, da sie zu viel von der langsam wachsenden Vegetation abgefressen haben, heißt es im Rathaus.

Direkt am Emmerbach finden sich auch sattgrüne Bereiche an der Deipe Wiese.

Direkt am Emmerbach finden sich auch sattgrüne Bereiche an der Deipe Wiese. Foto: di

Zugleich aber schreite die Vermehrung des Artenreichtums – darunter eine seltene Libellenart, die dort heimisch geworden sei – voran, was auch bei vorigen Bestandsaufnahmen von Experten und Fördergebern bestätigt worden sei.

Experten rücken zum Monitoring an

Mindestens einmal pro Jahr wird ein „Monitoring“ durchgeführt, um die bisherige Entwicklung zu dokumentieren und mögliche Anpassungsmaßnahmen zu überlegen. Eben dies stehe auch in den nächsten Wochen wieder an, kündigt die Verwaltung auf WN-Anfrage an. Ein Forschungsteam der FH Münster beschäftige sich aktuell mit der gewässerbedingten „Bodenbewegung“ und will diese zur Vermessung einmal im Jahr mit einer Drohne befliegen. Bevor diese sich in die Lüfte erhebt, werden die Anlieger per Postwurfsendung informiert, so die Ascheberber Verwaltung. Dieses Vorgehen sei mit der Bezirksregierung und dem Kreis Coesfeld abgestimmt.

Am Ende des Monitorings, das Norbert Menke von der Nabu-Naturschutzstation Münsterland koordiniert, wird sich hoffentlich zeigen, dass nicht der erste Eindruck zählt, sondern der konzen­trierte Blick auf die Emmerbachaue, deren Renaturierung mit 1,1 Millionen Euro gefördert wurde.

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