Malteserstift unterstützt Bewohner mit Demenz
Plattenspieler weckt Erinnerung an die Jugend

Herbern -

Erinnerungen wecken, Behaglichkeit schaffen – das Malteserstift sucht Gegenstände, die Bewohner mit Demenz mit ihren Jugendzeiten verbinden.

Samstag, 18.05.2019, 08:00 Uhr aktualisiert: 20.05.2019, 18:02 Uhr
Der alte Plattenspieler dient nicht nur als Zierde, vielmehr findet auch ein Tanztee statt, so Heimleiterin Nicole Fischer.
Der alte Plattenspieler dient nicht nur als Zierde, vielmehr findet auch ein Tanztee statt, so Heimleiterin Nicole Fischer. Foto: iss

Die Kneipen-Atmosphäre ist erwünscht: Das Herberner Altenheim sucht eine kleine Theke oder Bar für die Bewohner des Malteserstiftes. Diese soll vor allem die an Demenz erkrankten Bewohner an vergangene Zeiten erinnern und noch mehr Impulse für bessere Lebensqualität geben.

Alte Schränke, ein Waschbrett, Plattenspieler mit Schallplatten, kleine Milchkannen – all das kann man in der Demenz-Wohngruppe der Herberner Senioreneinrichtung bereits finden. Seit Beginn des Jahres wurden bisher 80 Prozent der Mitarbeiter nach dem Pflegemodell „ Böhm “ geschult, wie Hausleitung Nicole Fischer in einem Gespräch berichtete. Zur Spezialisierung auf das Böhm-Modell, das zum besseren Verständnis von Menschen mit Demenz führen und durch den richtigen Umgang zu mehr Lebensqualität verhelfen soll, ist auch die Raumgestaltung ein großes Thema.

Die umgestalteten Räume sollen an Kindheit und Jugend erinnern, denn in der Theorie nach Erwin Böhm geht man davon aus, dass die stärkste Prägung eines Menschen bis zum eigenen 25. Lebensjahr erfolgt. Mit emotional besetzten Erinnerungen an diese Zeit, mit Möbeln und individuell ausgewählten Gegenständen soll sich ein „Zuhause-Gefühl“ einstellen.

Weiterhin werden auch die Tagesabläufe und Beschäftigungsangebote noch mehr auf die Gewohnheiten des Einzelnen angepasst. Jeder Bewohner sollte die Möglichkeit haben, zur Ruhe zu kommen, indem er gewohnten Ritualen und Tätigkeiten nachgeht. Wer seinen Alltag etwa mit Hausarbeit und Kochen verbracht hat, soll diesen Tätigkeiten weiterhin nachgehen können. Demenzkranke sind zwar nicht mehr in der Lage, Neues zu erlernen, aber Altbekanntes zu reaktivieren.

In den vergangenen Wochen haben Fischer und ihr Team bereits einiges geleistet. „Es ist schon eine Herausforderung. Wir suchen Möbel und Utensilien aus den 1940er bis 1970er Jahren. Es ist schwer, hier an gut erhaltene und funktionstüchtige Dingen heranzukommen“, sagte die Hausleiterin. Ein alter Plattenspieler dient nicht nur zur Zierde – alle zwei Wochen findet jetzt ein Tanzcafé statt.

So soll es bei der kleinen Kneipe auch sein. „Die älteren Menschen waren früher oft in Gaststätten. Deshalb kamen wir auf die Idee, diese hier einzurichten. Bisher haben wir leider noch kein passendes Mobiliar hierfür gefunden“, so Fischer.

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Wer altes Werkzeug, Fotos oder eine Bar/Theke besitzt, kann sich unter ' 0 25 99/91 90 bei der Hauleitung Nicole Fischer melden.

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