Bürgermeister verkündet Zukunftsentscheidung
Risthaus räumt Rathaus-Büro

Ascheberg -

Macht er weiter, will er aufhören? Bürgermeister Dr. Bert Risthaus hat sich erklärt.

Mittwoch, 05.06.2019, 11:24 Uhr aktualisiert: 05.06.2019, 16:51 Uhr
2009 setzte der junge Dr. Bert Risthaus sich mit 64,2 Prozent der Stimmen gegen Herausforderer Bernd Haverkamp durch. 2014 – das Foto zeigt ihn bei der Wahl mit der Familie – brachte Risthaus es auf 90,7 Prozent. 2020 tritt der 47-jährige Ascheberger nicht mehr an.
2009 setzte der junge Dr. Bert Risthaus sich mit 64,2 Prozent der Stimmen gegen Herausforderer Bernd Haverkamp durch. 2014 – das Foto zeigt ihn bei der Wahl mit der Familie – brachte Risthaus es auf 90,7 Prozent. 2020 tritt der 47-jährige Ascheberger nicht mehr an. Foto: hbm

Dr. Bert Risthaus räumt im Herbst 2020 das Bürgermeisterbüro im Ascheberger Rathaus. Der 47-Jährige strebt eine berufliche Zukunft in der anwaltlichen Kommunalberatung an. Am Mittwochmorgen verkündete er seine Entscheidung. Wie schwer sie ihm gefallen ist, zeigte sich bei einer Stellenbeschreibung für die Nachfolge: „Wir sind eine lebendige, gut aufgestellte Gemeinde mit einer freundlichen Bürgerschaft.“ Für sie als erster Bürger da zu sein, war und ist für Risthaus nie „Job, sondern Amt, dass ich sehr gerne gelebt habe. Es macht mir Spaß, für die Menschen da zu sein“, sagte der Bürgermeister mit Tränen in den Augen. Er werde mit vollem Engagement die Dinge weiter vorantreiben. Die Aufgaben bei Feuerwehr , Schulen, Sportentwicklungskonzept und Vollsortimenter seien sehr spannend, einiges werde noch in seiner Amtszeit das Ziel erreichen.

Risthaus bekannte, dass er lange mit sich gerungen, intensiv gegrübelt, Weggefährten von früher und natürlich die Familie befragt habe. Der Grund für den Verzicht auf eine dritte Amtszeit bringt der gebürtige Dorstener so auf den Punkt: „Ich bin 47 Jahre alt, habe noch 20 Berufsjahre vor mir, die ich nicht als Bürgermeister von Ascheberg verbringen kann. Entscheidend war für mich, dass ich glaube, einen beruflichem Umstieg im nächsten Jahr eher hinzubekommen, als das mit Mitte Fünfzig der Fall ist.“ Als Jurist, der in Kreisverwaltung und im nächsten Jahr dann elf Jahre als Bürgermeister die kommunalen Themen kennt, will Risthaus in der anwaltlichen Kommunalberatung einen Arbeitsplatz finden: „Es gab gute Gespräche, aber bis zu einem Ergebnis habe ich noch Zeit.“

Bürgermeister-Wahlen

Am 17. September 2008 vermelden die WN überraschend: Risthaus will Bürgermeister werden. Vorstand und Fraktion der CDU haben sich am 9. September auf ihn festgelegt.Die Opposition präsentiert am 30. Oktober 2008 den Gegenkandidaten Michael Rasch.82 Prozent der CDU-Mitglieder votieren bei einer CDU-Versammlung am 6. November 2008 für Dr. Bert Risthaus als Kandidaten.Nachdem sich Michael Rasch im Winter überraschend zurückgezogen hat, präsentiert die Opposition am 20. April 2009 den neuen Herausforderer Bernd Haverkamp.64,2 Prozent der Ascheberger entscheiden sich bei der Wahl am 30. August 2009 für Dr. Bert Risthaus als Bürgermeister.Ohne Gegenkandidat bringt Risthaus es bei der Wahl am 25. Mai 2014 auf 90,7 Prozent der Stimmen.

...

Zur Zäsur in der Amtszeit wurde die Steuererhöhung aus dem Jahr 2015. Seither war öfter auch Kritik an der Arbeit von Risthaus zu hören. Doch die, so versichert der Bürgermeister, sei es nicht gewesen, die zu seiner aktuellen Entscheidung geführt habe: „Es gibt keinen Missmut oder ähnliches. Es ist eine berufsbedingte Entscheidung.“ In der Familie sei sie auf ein geteiltes Echo gestoßen.

Kommentar: Respekt!

Respekt! Bevor an den Stammtischen und in den sozialen Netzwerken die Dampfplauderer das Feld besetzen, gilt es, Respekt einzufordern.Bürgermeister Dr. Bert Risthaus verdient ihn für seine Entscheidung, im nächsten Jahr einen anderen beruflichen Weg einschlagen zu wollen. Die Argumentation dafür klingt plausibel. Zwischen den Zeilen lässt der 47-Jährige keinen Raum für Frust- oder Ärger-Theorien.Respekt verdient seine Arbeit in der Verwaltung, mit der Politik und besonders seine Nähe zu den Bürgern. Mit der dauerhaften Präsenz bei Versammlungen, Treffen und Feiern war Risthaus sehr nahe bei den Aschebergern, Davensbergern und Herbernern, ein erster Bürger auf Augenhöhe mit den Bürgern. Die Prognose, dass der berufliche Abschied von den Menschen in den drei Dörfern seiner starken Gemeinde ihm im Herbst 2020 besonders schwer fallen wird, ist darum nicht gewagt. Theo Heitbaum

...

Die Entscheidung verkündete der Amtsinhaber jetzt, damit Zeit für die Nachfolge-Suche bleibt: „Ich bin zuversichtlich, dass sich für unsere Gemeinde gute Kandidatinnen oder Kandidaten finden werden, auch wenn der Kreis qualifizierter Interessenten nicht übergroß sein dürfte.“

Zum Thema

Dr. Bert Risthaus (47), wohnt in Ascheberg, geboren in Dorsten, verheiratet, zwei Kinder; 1991 Abitur am Gymnasium der Mariannhiller Missionare, dann Jura-Studium; 1998 bis 2000: Rechtsreferendar des Landes NRW in Münster; 2000 bis 2004: Jurist bei der Continentale-Versicherung; 2004 bis 2009: Referent des Landrates im Kreis Coesfeld; seit 2009: Bürgermeister der Gemeinde Ascheberg.

...
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6667552?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F104%2F158%2F
Nachrichten-Ticker