Wirtschaftsförderungsausschuss für Infrastruktur-Partnervertrag
Ein Funknetz für „Smart Ascheberg“

Ascheberg -

LoRaWan für IOT – das sind keine willkürlich gewählten Buchstabenkombinationen. Es ist ein Baustein für die digitale Zukunft Aschebergs.

Donnerstag, 27.06.2019, 08:00 Uhr
Das LoRa-System in einer Grafik des Anbieters: Was Sensoren messen wird zu den Antennen gesendet und von dort zur Cloud weitergeleitet. Dort sind die unterschiedlichsten Anwendungen angebunden.
Das LoRa-System in einer Grafik des Anbieters: Was Sensoren messen wird zu den Antennen gesendet und von dort zur Cloud weitergeleitet. Dort sind die unterschiedlichsten Anwendungen angebunden. Foto: Unitymedia

LoRaWan für IOT – das sind keine willkürlich gewählten Buchstabenkombinationen. Der Wirtschaftsförderungsausschuss hat sich tatsächlich mit dem weiteren Baustein einer fortschreitenden Digitalisierung befasst. Übersetzt geht es um ein Funknetz für das „Internet der Dinge“. Betreiben wird es die Firma Unitymedia . Alexander Brauckmann warb im Ausschuss genauso fürs Mitmachen, wie er das System vorstellte.

Die Gemeinde Ascheberg hat die Pumpstationen ihres Kanalnetzes mit Mobilfunk-Karten ausgestattet, die bei einer Störung den Klärwerkern eine Nachricht zukommen lassen. Eine Alternative dazu gibt es nicht. Noch nicht. Wenn das Low Range Wide Area Network (LoRa Wan) aufgebaut ist, kann das neue Funknetz genutzt werden. Weil Unitymedia das Thema schnell voranbringen will, hat das Unternehmen den ersten 50 Kommunen eine kostenlose Installation versprochen. Ascheberg gehörte dazu. Umsonst gibt es also die Technik, die fürs Errichten des Netzes nötig sind. Aktuell sind das neun Antennen, die im Gemeindegebiet auf möglichst hohen Gebäuden installiert werden sollen. Neben einem schuhkartongroßen Technikkasten handelt es sich um eine etwa ein Meter lange Antenne. Die Gemeinde muss nur die Gebäude und Strom bereitstellen. Pro Antenne werden jährlich etwa 60 Euro veranschlagt. Die Antennen werden ans Internet angeschlossen und liefern die Daten an eine Unitymedia-Cloud. von dort fließen sie zu den unterschiedlichsten Anwendungen.

Zurück zu den Pumpwerken: Will die Gemeinde dafür das neue Netz nutzen, muss sie einen Sensor kaufen, an der Pumpe anbringen und ihn bei Unitymedia für fünf Euro im Jahr anmelden. Ist die Pumpe gestört, schickt der Sensor ein Signal zu einer oder zwei der aufgebauten Antennen. Sie leiten es weiter an die Cloud, von dort geht es zu einer Alarm-Anwendung, die den Klärwerker informiert. Die Gemeinde muss diesen Wechsel nicht vollziehen, sie hat aber eine zweite Möglichkeit. „Wir werden einen Kostenvergleich anstellen und uns dann entscheiden, welche Möglichkeit wir nutzen“, berichtete Fachbereichsleiter Helmut Sunderhaus im Ausschuss.

Natürlich ist es nicht nur die Gemeinde, die das Funknetz nutzen kann. Betriebe können Anliegen darüber umsetzen, ob das Störungsmeldungen, Diebstahls- und Einbruchssicherungen oder etwas ganz anderes ist. Natürlich ist das Netz auch Privatleuten zugänglich, die darüber beispielsweise Rollladen steuern könnten. „Smart Ascheberg“ rückt näher. Eine Option interessierte Ludger Wobbe (CDU) besonders. Würden Sensoren am Bushaltestellen angebracht, könnte der Busfahrer seine Tour nach den gemeldeten Signalen auswählen. Der Fantasie sind kaum Grenzen gesetzt. Wie voll sind Mülltonnen? Wo gibt es freie Parkplätze? Wie heiß es es gerade zu Hause? Wenn Sensoren es messen können, sind Antworten möglich.

Die gesendeten Daten werden verschlüsselt, Standards des Datenschutzes eingehalten, versprach Brauckmann. Vorteile aus seiner Sicht: Weil das Netz günstig betrieben werden könne, seien die Preise moderat. Und die Kommunikation von Sensoren und Antennen sei in beide Richtungen möglich. Kleines Refinanzierungsbonbon für die Gemeinde, die ja die Stromkosten trägt: Sie wird prozentual am Umsatz beteiligt.

In der Diskussion regte Jürgen Fuchs (CDU) an, den Schulen Lern-Sensoren zur Verfügung zu stellen. Thomas Franzke (CDU) forderte, die bisherige Ausleuchtung der Gemeinde durch weitere Antennen bis an die Gemeindegrenzen sicherzustellen. Volker Müller-Middendorf (UWG) monierte, dass der für zehn Jahre geltende Infrastruktur-Partnervertrag, der zu unterzeichnen sei, den Kommunalpolitikern nicht vorliege. Das soll über die nichtöffentliche Schiene nachgeholt werden. Das letzte Wort in dieser Angelegenheit hat der Haupt- und Finanzausschuss.

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