Cantabella hat eine neue Leiterin
Linda Finnemann gibt den Ton an

Ascheberg -

Aus der evangelischen Gnadenkirche dringt ein kollektives Seufzen. Nicht, dass es einen Grund dafür gäbe.

Donnerstag, 04.07.2019, 08:00 Uhr
Die Sängerinnen des Frauenchors „Cantabella“ trainieren ihre Stimmbänder nun unter der neuen Leitung von Linda Finnemann (l.).
Die Sängerinnen des Frauenchors „Cantabella“ trainieren ihre Stimmbänder nun unter der neuen Leitung von Linda Finnemann (l.). Foto: nico

Aus der evangelischen Gnadenkirche dringt ein kollektives Seufzen. Nicht, dass es einen Grund dafür gäbe. Außer der Hitze vielleicht, die im Gotteshaus vorherrscht und die Sängerinnen des Frauenchors „Cantabella“ ordentlich ins Schwitzen bringt. Geseufzt wird, um sich in Form zu bringen, als Lockerungsübung, die die neue Chorleiterin Linda Finnemann vorgibt.

„Öffnet den Mund innen, lasst die Töne wachsen und lasst sie wieder klein werden, wenn die Luft zu Ende geht“, fordert Linda Finnemann die Sängerinnen auf. Bevor es ans Singen geht, muss erst einmal die Anspannung des Tages aus den Knochen geschüttelt und die Stimme auf Temperatur gebracht werden. Da werden Klangentfaltung und Tonfolgen trainiert und mit jeder Menge „Mamma Mia“ die Lippen geschmeidig gemacht. Geübt wird dreistimmig und zwar für den nächsten Familiengottesdienst, bei dem Linda Finnemann dem Chor erstmals den Ton angeben wird. Zuvor wurde die Singgemeinschaft 20 Jahre lang von Angelika Ludwig geleitet. Durch ihre neue Position als Pfarrerin der evangelischen Mirjamgemeinde hat sie dafür keine Kapazitäten mehr. Auf der Suche nach einer Nachfolgerin wandte sich Ludwig an das Musik-Kollegium der Profilschule und stieß bei Linda Finnemann auf ein offenes Ohr.

Die Musik-, Deutsch- und Religionslehrerin lebt mit ihrem Mann und ihren beiden Kindern seit gut einem Jahr in Ascheberg. Sie war viele Jahre als Chorsängerin aktiv und freut sich, nun ihre Erfahrungen in die Arbeit mir den Sängerinnen von „Cantabella“ einfließen zu lassen. „Ich sehe das als Bereicherung für meine berufliche Arbeit“, erklärt die 35-Jährige, die nun als „nebenamtliche Kirchenmusikerin“ beim Kirchenkreis angestellt ist. „Ich wachse in diese neue Aufgabe hinein“, ist sich Linda Finnemann sicher und betont: „Wir werden an Bekanntem anknüpfen“. Das Repertoire wird sowohl vertonte Psalmen als auch moderne Töne umfassen. Doch auch Gospel oder afrikanische Lieder haben die Damen in ihren Notenmappen. „Ich versuche durch stilistisch unterschiedliche Lieder dem Geschmack möglichst vieler Sänger und Zuhörer gerecht zu werden. Dazu gehört neben klassischen Chorwerken und neuen geistlichen Liedern auch Musik aus dem Popularbereich“, erklärt sie. Sie selbst sei dem Genre nicht abgeneigt, wohl aber unerfahrener als in der klassischen Musik. Deswegen freut sich die Ostwestfälin darauf, mit dem Chor musikalisch auch neue Wege zu gehen, beispielsweise durch die Mitwirkung bei einem Pop-Musical.

Gerne würde sich die Singgemeinschaft, die derzeit elf Aktive umfasst, noch verstärken. „Wir freuen uns über jede neue Sängerin, ganz gleich welcher Konfession. Man kann einfach mittwochs um 19.30 Uhr ins Gemeindehaus zu einer Probe kommen, mitsummen, mitsingen oder nur zuhören“.

Der Frauenchor „Cantabella“ der evangelischen Mirjam-Kirchengemeinde wird am Sonntag (7. Juli) um 11 Uhr einen gemeinsamen Gottesdienst für Jung und Alt mit Pfarrerin Angelika Ludwig und Pfarrerin Kerstin Othmer in der Gnadenkirche Ascheberg musikalisch gestalten. Anschließend gibt es unter dem Motto „Umsonst und draußen“ ein geselliges Beisammensein mit Würstchen grillen und Musik.

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