Schausteller zur Kirmes-Flaute in Herbern
„Wir müssen davon leben“

Herbern -

Über das geringe Echo sind die Schausteller in Herbern enttäuscht. Mit einer Massenveranstaltung hatten sie aber auch nicht gerechnet.

Sonntag, 14.07.2019, 16:32 Uhr aktualisiert: 18.07.2019, 14:57 Uhr
Schaustellerin Natalie Strothenke und Kollege Otto Tenner machten sich so ihre Gedanken über die St. Benedikt Kirmes.
Schaustellerin Natalie Strothenke und Kollege Otto Tenner machten sich so ihre Gedanken über die St. Benedikt Kirmes. Foto: Tina Nitsche

Die Erwachsenen hatten ihre eigene Sichtweise auf die Kirmes. Sie ließen die Blicke über die fast leere Talstraße gleiten und begaben sich auf Ursachensuche. „Es müsste so sein wie früher, mit Flohmarkt und so weiter, dann wäre das wieder was“, ist sich Marks und Maxis Mama, Daniela Mrowiez, sicher und denkt mit Wehmut an die gute alte Zeit zurück. Eine andere Besucherin schüttelt nur den Kopf, „das war hier aber auch schon mal vieeel besser.“ Und natürlich können auch die Schausteller nicht über die fehlenden Massen hinwegsehen. „Traurig ist das schon“, sagt Manuel Sperlich fügt aber im selben Atemzug an: „Dennoch, aufgeben, nein, das wollen wir nicht. Wir können rechnen und wir würden nicht hierher kommen wenn es gar nichts bringen und nichts übrig bleiben würde.“ Natalie Strothenke lässt noch ein wenig tiefer blicken: „Wir müssen davon leben, das ist unsere Arbeit mit der wir unseren Lebensunterhalt verdienen und unsere Familien ernähren (an dieser Stelle sei erwähnt, dass die Schausteller auch die ältere Generation finanziell mit versorgen), und da kommt aufgeben für uns nicht in Frage“. Und deshalb findet sie es auch traurig, dass die Herberner Kirmes im Vorfeld nicht beworben worden ist. „Da musste mein Mann noch Plakate drucken, und dann aufhängen.“ Sie und ihr Mann Wilbert Strothenke machen deutlich, dass Kirmes für sie eine Tradition ist. „Und zwar eine, die es verdient, erhalten zu bleiben“, bekräftigt auch Adolf Hortz. Alle sind sich einig, dass Herbern keine Massenveranstaltung, sondern eine kleine Familienkirmes ist. Die Kinder, die da waren bestätigen das, denn sie kommen gerne. Eine Ursache für den geringen Besuch finden die Schausteller nicht. Otto Tenner verleiht seiner Unzufriedenheit Ausdruck: „Ich bin wirklich enttäuscht, in 15 Jahren habe ich so etwas wie heute in Herbern noch nicht erlebt.“

Zwei Sichtweisen hinterlassen so unterschiedliche Spuren: Enttäuschte Schausteller und Erwachsene, aber glückliche Kinder, die der Veranstaltung das Prädikat: „Diese Kirmes ist doch schön“ verleihen.

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