Altenheim-Bewohnern ein Stück Alltagsleben zurückgegeben
„Pilsstube“ im Malteserstift eröffnet

Herbern -

Ein ehemaliger Lagerraum des Malteserstiftes ist zu einer hauseigenen Kneipe, der „Pilsstube“, umfunktioniert worden. Dort soll gerade auch den demenzkranken Bewohnern ein Stück Alltagsleben zurückgegeben werden, wie sie es von früher kennen.

Sonntag, 21.07.2019, 16:30 Uhr aktualisiert: 28.07.2019, 11:14 Uhr
Am Tresen der hauseigenen Kneipe stehen Dirk Gräve und Birgit Seidel, die das Projekt „Pilsstube“ maßgeblich gestaltet haben.
Am Tresen der hauseigenen Kneipe stehen Dirk Gräve und Birgit Seidel, die das Projekt „Pilsstube“ maßgeblich gestaltet haben. Foto: ghb

Ein kühles Blondes oder andere erfrischende Getränke können die Bewohner des Malteserstifts St. Benedikt in Herbern jetzt in ihrer eigenen „Kneipe nebenan“ genießen. Dabei liegt die neu eröffnete „Pilsstube“ tatsächlich noch näher, als es die Ortsbezeichnung „nebenan“ ohnehin vermuten lässt. Denn nicht etwa ein paar Häuser weiter oder gar im Dorf ist sie zu erreichen, sondern ganz einfach über den Flur im ersten Stock des Gebäudes.

Dort wurde ein ehemaliger Lagerraum zum kleinen Gaststätten-Treff umfunktioniert, mit Kneipenstühlen aus den 1950er Jahren, einem Tresen und vielen originalgetreuen Deko-Stücken von der Wanduhr bis zu den klassischen Brauerei-Schildern in Bierfass-Optik.

„An jedem Samstag nach der Messe ist hier geöffnet und an jedem dritten Donnerstag im Monat auch“, sagt Heimleitung Nicole Fischer und erklärt die besondere Idee dahinter. Denn in der kleinen „Pilsstube“ soll gerade auch den demenzkranken Bewohnern ein Stück Alltagsleben zurückgegeben werden, wie sie es von früher kennen. Schon seit Jahresbeginn wurden die Mitarbeiter nach dem sogenannten Pflegemodell „ Böhm “ geschult. Das Modell ist auf ein besseres Verständnis von Menschen mit Demenz ausgerichtet und soll diesen zu mehr Lebensqualität verhelfen. Dabei ist eben auch die Raumgestaltung für Fischer und ihr Team ein großes Thema. Denn der Theorie von Erwin Böhm zufolge findet die stärkste Prägung eines Menschen bis zum 25. Lebensjahr statt.

So finden sich in der Pilsstube etwa auch ein Plattenspieler und alte Schallplatten und tragen somit zur richtigen Kneipenstimmung bei. Diese und anderen Utensilien wurden gespendet und machen den Treffpunkt gemütlich.

Die Einrichtung und Gestaltung der „Pilsstube“ haben Birgit Seidel vom sozialen Dienst und Altenpfleger Dirk Gräve mit viel Geschick vorangetrieben. Die alte Theke wurde eingekauft und dank ehrenamtlicher Hilfe rollstuhlgerecht eingebaut. Die Firma Lohmann sorgte dafür, dass zur Eröffnung auch die stilechten Lampen aufgehängt und angeschlossen waren, freute sich Nicole Fischer über den schnellen Einsatz der Handwerker.

Bei der Kneipenpremiere durften neben alkoholischen und alkoholfreien Getränken auch Münsterländer Leckerbissen wie Hackbrötchen und Mettendchen nicht fehlen. Selbstverständlich auch, das Pater George Pattarakalayil zu einem Klön vorbeischaute.

Nutzbar ist der Treff außer als Gaststube auch für Bewohner, die ihre Angehörigen zu Besuch haben, ergänzte Fischer.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6793524?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F104%2F158%2F
Punkteteilung gegen Uerdingen: Preußen bleiben im eigenen Rund ungeschlagen
Fußball: 3. Liga: Punkteteilung gegen Uerdingen: Preußen bleiben im eigenen Rund ungeschlagen
Nachrichten-Ticker