Peter und Monika Ebert übergeben ihre „Süßen Leckereien“
Das Herz bleibt in Ascheberg

Ascheberg -

Sein Vater war da und die Generationen davor haben ebenfalls schon Ascheberger mit Süßigkeiten versorgt. Peter und Monika Ebert gehören zur Jacobikirmes. Doch jetzt ist Schluss. Nach dem Wochenende heiß es Feierabend.

Samstag, 27.07.2019, 09:00 Uhr aktualisiert: 29.07.2019, 17:05 Uhr
Eine Ära geht zu Ende: Peter und Monika Ebert (v.l.) übergeben ihren Verkaufswagen „Süße Leckereien“ an Melanie Freiwald und ihren Sohn Giuliano. Vater Anton Ebert war schon früher in Ascheberg dabei.
Eine Ära geht zu Ende: Peter und Monika Ebert (v.l.) übergeben ihren Verkaufswagen „Süße Leckereien“ an Melanie Freiwald und ihren Sohn Giuliano. Vater Anton Ebert war schon früher in Ascheberg dabei. Foto: Nitsche

„Wir lieben Ascheberg“ prangt da in großen Lettern auf dem Lebkuchenherz. Für Peter und Monika Ebert ist die Jacobi-Kirmes immer eine feste Größe gewesen. Sie gehörte dazu und das, „solange ich denken kann“, sagt Peter Ebert. Der silberne Verkaufswagen aus Telgte, ist hier in der Gemeinde Kult. Die süßen Leckereien lassen die Herzen von Jung und Alt höher schlagen. Und das wie gesagt seit Generationen. Auch in diesem Jahr haben die Eberts ihr Geschäft wieder aufgebaut. Wie immer hinter der Drogerie Bose. Dort bildet sie quasi das Entré der Kirmes zur Kirchenpassage hin. Dennoch ist dabei eines anders als all die Jahre zuvor. Für Monika und Peter Ebert endet eine Ära. Das Ehepaar übergibt den Süßwarenstand, der schon seit vielen Generationen in der Familie war, an Schaustellerin Melanie Freiwald und ihren Sohn.

Lange haben sich die Eberts Gedanken um einen passenden Nachfolger gemacht. „Das war uns sehr wichtig“, so Peter Ebert. Mit Melanie Freiwald und ihrem Sohn haben sie die passende Besetzung für ihren Verkaufsstand gefunden. Eine Frau, die sich auskennt, die das Süßwarengeschäft und die Kirmes versteht, und die mit mindestens ebenso viel Herzblut bei der Sache ist, wie die Eberts es über so viele Jahre gewesen sind. Natürlich fällt der Schritt den Eberts nicht leicht. „Ascheberg war ebenso wie der Mariä Geburts-Markt in Telgte immer ein Heimspiel für uns. Wir haben hier  Generationen aufwachsen sehen, so wie auch ich irgendwo ein Stückchen hier groß geworden bin, denn bereits meine Eltern Anni und Anton Ebert haben hier, wie vor ihnen mein Großvater Theo, schon immer gestanden“, erzählt Peter Ebert. Der bekannte Wagen jedoch war es nicht der damals aufgebaut wurde. Vielmehr kamen Peter Eberts Eltern und Großeltern noch mit einem Verkaufsstand, „einer Bude mit Zeltplane“, ergänzt er.

Anton Ebert war früher in Ascheberg im Einsatz

Anton Ebert war früher in Ascheberg im Einsatz Foto: privat

Das Sortiment, das war jedoch auch schon in den 50er und 60er Jahren besonders. Denn im Angebot befanden sich Leckereien wie Zuckerstangen, Lutscher, Kräuterbonbons und andere Süßwaren, die der Konditor Anton Ebert selbst hergestellt hatte. Legendär waren vor allem die schwarzen Zuckerzigarren mit der weiß/roten Spitze. Nach dem Tod seiner Eltern, Mutter Anni verstarb 1970, sein Vater Anton 1980, übernahmen Peter und Monika Ebert das Geschäft. Und Ascheberg war auf der jährlichen Tour dabei immer ein Highlight. „Denn hier stimmt bis heute die Einstellung der Leute zu ihrer Kirmes und damit herrscht hier immer ein besonderes Flair“, unterstreicht Ebert. Seine „Süßen Leckereien“ gehörten immer dazu. Für ganze Generationen. Logisch, dass die Eberts von den Bürgern auch immer besonders freundlich begrüßt wurden.

Doch nun kommt ein neuer Lebensabschnitt. Die Eberts haben mit der Schaustellerfamilie Melanie Freiwald und Sohn würdige Nachfolger gefunden und können nun kürzer treten. Sie wollen den Ruhestand genießen und freuen sich darauf, mehr Zeit mit den Enkelkindern verbringen zu können. Der Kirmes den Rücken zu kehren, bedeutet das jedoch auf keinen Fall. „Vor allem nicht Ascheberg oder Telgte“, sagt Peter Ebert und gibt zu, dass dieser Abschied mit einem lachenden und einem weinenden Auge vonstatten geht. In diesem Jahr sind er und seine Frau noch am Traditionsstand bei Bose zu finden, denn sie begleiten Melanie Freiwald und ihren Sohn im ersten Jahr. Und auch im nächsten Jahr werden sie kommen. Dann aber als Besucher. „Als solche werden wir immer wieder kommen, da kannst Du Dich drauf verlassen“, verspricht Peter Ebert und macht deutlich: „Dann kommen wir um zu Feiern und Freunde zu treffen in unserer zweiten Heimat.“ Sie können nicht anders, denn die Eberts lieben Ascheberg.

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