Ein Liegeplatz für jedes Rind
Milchbauern bleiben entspannt

Ascheberg -

Jedem Rindvieh einen Liegeplatz! Mit dieser Vorgabe für Boxenlaufställe hat in dieser Woche das Verwaltungsgericht Münster einen Eilantrag eines Landwirtes aus dem Kreis Borken zurückgewiesen. Das sagen Ascheberger Milchbauern dazu.

Donnerstag, 15.08.2019, 20:00 Uhr
Jedem Rindvieh einen Liegeplatz – das ist in den Ställen von Ansgar Hegemann und Thomas Stilling bereits Alltag. In überbelegten Ställen, versichern sie, komme es zu Unruhe, Stress, einem höheren Krankheitsdruck, Fruchtbarkeitsproblemen und die Milchmenge sinke.
Jedem Rindvieh einen Liegeplatz – das ist in den Ställen von Ansgar Hegemann und Thomas Stilling bereits Alltag. In überbelegten Ställen, versichern sie, komme es zu Unruhe, Stress, einem höheren Krankheitsdruck, Fruchtbarkeitsproblemen und die Milchmenge sinke. Foto: hbm

Jedem Rindvieh einen Liegeplatz! Mit dieser Vorgabe für Boxenlaufställe hat in dieser Woche das Verwaltungsgericht Münster einen Eilantrag eines Landwirtes aus dem Kreis Borken zurückgewiesen. Bekommen Milchviehhalter nun graue Haare?

Ansgar Hegemann und Thomas Stilling bleiben entspannt. Unisono sagen die Milchviehhalter auf WN-Anfrage: „Es lohnt sich nicht, einen Stall überzubelegen.“ Stilling hat im Hinterkopf, dass es vor 35 Jahren beim Stallbau einen Prozentsatz für eine mögliche Überbelegung gegeben habe: „Ich erziele im Alltag keinen wirtschaftlichen Vorteil, wenn ich 110 Kühe bei 100 Liegeplätzen im Stall habe“, erklärt der Landwirt. Hegemann formuliert es so: „Ich würde mich ins eigene Fleisch schneiden, weil die Milchleistung pro Kuh sinken wird.“ Sobald die Zahl der Liegeplätze nicht ausreiche, gebe es Stress im Stall. Neben weniger Milch sei ein höherer Krankheitsdruck die Folge. Stilling sieht an der Stelle auch Gefahr für die Fruchtbarkeit der Tiere, die möglicherweise schwerer tragend werden.

Ansgar Hegemann

Ansgar Hegemann Foto: hbm

Hegemann erklärt die Unruhe in überbelegten Ställen damit, dass Kühe Herdentiere sind. In der Rangordnung stehen ältere vor jungen Kühen. Wenn es zu wenig Liegeplätze gebe, würden die jungen Tiere von den alten Kühen von ihren Plätzen weggetreten. Gleiches gelte für die Futterplätze. Der Nachwuchs komme erst zum Zuge, wenn die ältere Generation satt sei.

Bei den Liegeplätzen kommt hinzu, dass sie nicht nachts für ein paar Stunden gebraucht werden, sondern deutlich länger. „Kühe liegen mindestes 50 Prozent der Zeit an einem Tag“, erklärte Hegemann. Die Wiederkäuer verarbeiten ihr Futter eben gerne liegend. Fehlende Plätze würden also zu einer dauerhaften Unruhe führen. „Die meiste Milch geben aber Kühe, die sich wohlfühlen“, sagt Hegemann. Deswegen falle den Liegeboxen eine wichtige Rolle zu: „Als wir den Hof übernommen haben, gab es Tiefliegeboxen. Damals waren aber Hochboxen aktuell. Deswegen haben wir umgebaut.“ Früher seien Boxen 1,15 Meter breit gewesen, jetzt 1,25 Meter. Aktuell gehe der Trend wieder zu tieferen Boxen. Intensiv werde geprobt und getestet, wie die Unterlage beschaffen sein müsse, damit die Kühe gut liegen. Die Matten seien immer komfortabler geworden. Solche Dinge lohnten sich, weil am Ende entscheidend sei, wie viel Milch in den Tanks lande.

Die Dürre im aktuellen und im vergangenen Sommer habe dort für einen niedrigeren Stand gesorgt. Der Mais sei vor einem Jahr zu trocken geerntet worden. Das mindere die aktuelle Milchleistung. Zudem mache die Hitze den Tieren zu schaffen. Hegemann rechnet damit, dass in der Jahresleistung etwa 500 Liter pro Kuh fehlen werden.

Schwierigkeiten aus dem Ablehnen des Eilantrages könnten nur auf Höfen entstehen, wo der Nachwuchs selbst herangezogen werde, vermutet Stilling: „Wer fürs Auffüllen der Herde 40 Rinder halten muss, aber nur 30 Plätze hat, der muss neu bauen.“

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