Ursula Heinen-Esser bei der Midsona Deutschland
Ministerin besucht Bio-Riesen

Ascheberg -

Ursula Heinen-Esser, Ministerin für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen, ist quasi vom Rhein über Nürnberg nach Ascheberg gekommen.

Dienstag, 27.08.2019, 08:00 Uhr aktualisiert: 27.08.2019, 17:02 Uhr
Ministerin Ursula Heinen-Esser wurde von Geschäftsführer Erk Schuchhard (li.) und Axel Frerks, Bereichsleiter Marketing und Vertrieb, durch den Betrieb geführt.
Ministerin Ursula Heinen-Esser wurde von Geschäftsführer Erk Schuchhard (li.) und Axel Frerks, Bereichsleiter Marketing und Vertrieb, durch den Betrieb geführt. Foto: hbm

Manchmal führt erst ein Umweg zum Ziel: Ursula Heinen-Esser, Ministerin für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen, ist quasi vom Rhein über Nürnberg nach Ascheberg gekommen. Denn die CDU-Politikerin hat auf der Biofach 2019 in Nürnberg auch den Stand der Midsona Deutschland, früher Davert GmbH , besucht. Dort entstand der Wunsch, sich vor Ort näher mit dem Betrieb zu befassen.

Gestern war es soweit: Zusammen mit Vertretern des Bioland Landesverbandes schaute sich die Kölnerin den Betrieb in Ascheberg an. Geschäftsführer Erk Schuchhard zeigte, wo Getreide angeliefert, gesäubert, gemahlen oder eingelagert wird. Er führte die Ministerin durch die Produktion, wo auf mehreren Linien kleine Einheiten für den Einzelhandel abgewogen, verpackt und für den Vertrieb zusammengestellt werden. Nicht nur hier ist Automation zu sehen, das gilt auch fürs Lager. Dort fahren Gabelstapler Waren ohne Menschenhand durch die Gänge, meistens in Richtung Hochregallager, einem sauerstoffreduzierten Bereich.

Später informierte Schuchhard über die Firmengeschichte und kam schnell auf Details. Nicht jede Lieferung werde angenommen, weil sie beispielsweise durch Pflanzenschutzmittel vom Nachbarfeld nicht komplett „bio“ sei. Zu den Problemen gehörten nitratbelastetes Grundwasser. Die Rückstände auch anderer Mittel beschäftigten die Menschen noch Jahrzehnte. Der Geschäftsführer berichtete von einem Zusammentreffen mit Pionieren der Bio-Szene. Das seien Menschen von 65 bis 70 Jahren, die einerseits vom aktuellen Branchenstand und dem beschleunigte Marktgeschehen begeistert seien. Andererseits habe er auch Frustration gespürt, weil Probleme noch da seien, an deren Lösung man schon vor 30 Jahren gearbeitet habe. Wer mehr für die Umwelt tun wolle, müsse das über die Landwirtschaft angehen.

Dass ein Glyphosat-Verbot ausgerechnet an der deutschen Stimme gescheitert sei, bezeichnete Heinen-Esser als „absolut doof. Das hätte nicht sein müssen und dürfen.“ Die konventionelle Landwirtschaft müsse modernste Technik nutzen, um Bioflächen frei von Pflanzenschutzmitteln zu halten. Sie könne den Landwirten natürlich nicht vorschreiben, „Bio“ produzieren zu müssen.

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