Peter Bäumer lebt in Puebla
Viel Arbeit und tierische Freunde

Ascheberg/Herbern -

Beim Höhepunkt zum 75-jährigen Bestehen des SV Herbern hütete er gegen Borussia Dortmund das Tor der Blau-Gelben. Das 100-Jährige verfolgt Peter Bäumer, früher Kampmann, Luftlinie 9392 Kilometer entfernt. WN-Redakteur Theo Heitbaum hat mit dem gebürtigen Ascheberger in Mexiko gesprochen und auch nach dem Spiel gefragt.

Donnerstag, 29.08.2019, 08:00 Uhr aktualisiert: 29.08.2019, 09:52 Uhr
Peter Bäumer lebt und arbeitet in Puebla.
Peter Bäumer lebt und arbeitet in Puebla. Foto: privat

Haben Sie das Jubiläumsspiel noch parat?

Bäumer : Wenn ich mich richtig erinnere, stand es bereits zur Halbzeit 0:8 oder 0:9, daher fällt mir zu diesem Spiel nur ein Wort ein – Rückenschmerzen. Schade, dass die Jubiläumsfeier in dieser Woche stattfindet, am nächsten Wochenende könnte ich vorbeikommen, dann werde ich in Deutschland sein. Das Jubiläumsspiel mit Peter Bäumer Foto: WN-Archiv

Wo genau leben Sie in Mexiko?

Bäumer: Ich wohne mit meiner mexikanischen Ehefrau in Puebla, etwa zwei Stunden Autofahrt süd-östlich von Mexiko-Stadt.  

Seit wann?

Bäumer: März 2008, also seit knapp 11,5 Jahren. Ich hatte meine sogenannte Look-and-See Reise nach Mexiko im Oktober 2007. Nach dieser Reise ist die Entscheidung gefallen, dass ich mir dieses Abenteuer antun möchte.

Wie schwer/leicht war es, sich für Mexiko zu entscheiden?

Bäumer: Relativ leicht. Da ich vor meiner Delegation nach Mexiko bereits zehn Jahre in Rastatt gelebt habe, war mir der Umstand, nicht mehr in Ascheberg zu wohnen, natürlich bekannt. Allerdings ist es schon ein riesiger Unterschied, ob man nun im Süden Deutschlands lebt oder in Mexiko, was nun mal zwölf Stunden Flug entspricht. Es war aber schon so, das bei meinem letzten Kegelabend mit meinen Freunden schon die ein oder andere Träne verdrückt wurde.

Wie verdienen Sie Ihr Geld? Wie ist die Zusammenarbeit in der Firma (mit Mexikanern, anderen Ausländern)?

Bäumer: Ich bin für die BASF im Accountmanagement für alle europäischen Automobilbauer (sprich Audi, BMW, Daimler, Volvo und VW) in Nord-Amerika verantwortlich. Ich arbeite hauptsächlich mit Mexikanern, Amerikanern, Deutschen, aber auch einigen Chinesen oder auch Indern zusammen, was in jedem Fall bedeutet, dass wir über grundsätzlich unterschiedliche Kulturen sprechen. Dies macht den Arbeitsalltag nicht immer einfach, ist aber auf jeden Fall sehr interessant und spannend. Am Anfang meiner Zeit in Mexiko hatte ich auch das Problem, dass ich mich fast ausschließlich auf Deutsch und Englisch verständigen konnte, mittlerweile ist nun auch Spanisch hinzugekommen, was die Kommunikation selbstverständlich vereinfacht.

Wie lebt es sich als "Ausländer" in Mexiko?

Bäumer: Ganz ausgezeichnet. Das Wetter ist eigentlich immer gut, tagsüber zwischen 25 und 35 Grad. Zwischen Mai und September haben wir Regenzeit, was bedeutet, dass es fast jeden Abend zwischen 17 und 20 Uhr regnet. Nach diesen kurzen Regengüssen ist es dann sehr erfrischend draußen und man kann sich dann in aller Ruhe einen guten Tequila gönnen. Das Essen ist im allgemeinen super, aber deutlich schärfer als in Deutschland. Wenn es allerdings darum geht, mexikanische Spezialitäten, wie Ameiseneier oder geröstete Heuschrecken, zu essen, bin ich dann doch eher konservativ eingestellt.

Was machen Sie in der Freizeit, welche Aktivitäten stehen an?

Peter Bäumer Foto: privat Bäumer: Da der Samstag hier in Mexiko ein Regelarbeitstag ist – die Wochenarbeitszeit für einen normalen Mitarbeiter sind 48 Stunden – hält es sich mit der Freizeit ein wenig in Grenzen. Wir haben 14 Hunde und drei Katzen zu Hause, die unsere freie Zeit ziemlich komplett in Anspruch nehmen. Nichts desto trotz, Mexiko ist ein wunderschönes Land mit unzähligen Sehenswürdigkeiten oder auch Stränden. Noch vor zwei Wochen waren wir im Urlaub in Los Cabos, atemberaubend.  

In Sachen Kriminalität schwappen hier immer mal wieder Räubergeschichten aus Mexiko rüber. Wie sicher ist das Leben?

Bäumer: Das Leben in Puebla ist sicher, wenn man sich an einige „Vorschriften“hält. Der Hauptschwerpunkt der Kriminalität befindet sich im Norden Mexikos nahe zur amerikanischen Grenze. Dies hat einzig und allein mit dem dortigen Drogenhandel zu tun. Dort zu leben, wäre demzufolge auch keine Alternative für uns.

Wie ist der Kontakt nach Ascheberg?

Bäumer: Sehr gut. Ich bin im Durchschnitt vier oder fünf Mal im Jahr in Deutschland und Peter Bäumer Foto: privat auch nach wie vor noch Mitglied im Kegelklub ‚Die Böltermänner‘“ oder auch in der ‚Zusammenkunft‘. Ich versuche immer, meine Deutschlandreisen mit etwaigen Veranstaltungen wie Kegelabende, Schützenfest oder auch Kirmes zu kombinieren. Dies gelingt nicht immer, aber wenigstens ab und zu.

Wie lange bleiben Sie in Mexiko?

Bäumer: Dies ist eine sehr gute Frage.– Wir könnten uns durchaus vorstellen, für einen definierten Zeitraum über drei oder vier Jahre nach Deutschland oder sonst wo in Europa zurückzukommen. Unseren Lebensabend stellen wir uns aber irgendwo an einem Strand in Mexiko vor.

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