Vollsortimenter an der Lüdinghauser Straße
Im zweiten Anlauf wird’s ein „Hit“

Ascheberg -

Combi kommt - nicht. Das ist seit Februar klar. Dafür hat sich im zweiten Bieterverfahren ein Hit-Markt durchgesetzt.

Freitag, 06.09.2019, 15:48 Uhr
So sieht der Hit-Markt, der an der Lüdinghauser Straße gebaut werden soll, aus. Rechts ist der Spieker zu sehen.
So sieht der Hit-Markt, der an der Lüdinghauser Straße gebaut werden soll, aus. Rechts ist der Spieker zu sehen.

Die Punkte der Ratsmitglieder sind ausgezählt, das zweite Bieterverfahren für einen Vollsortimenter ist abgeschlossen: Ascheberg wird einen Hit-Markt erhalten. „Es war eine knappe Entscheidung, denn wir hatten sehr gute Entwürfe vorliegen“, berichtete Bürgermeister Dr. Bert Risthaus in einem Pressegespräch am Morgen nach der spätabendlichen Ratsentscheidung mit Gesche Ahmann und Martin Wolf aus der Bauverwaltung.

Bei der Präsentation spricht Wolf von einem „architektonischem Leuchtturmprojekt“. Die Planer des Hit-Marktes hätten sich sehr intensiv mit den Ascheberger Gegebenheiten und der Nachbarschaft auseinander gesetzt. Als Beispiel nannte Wolf, dass der Klinker zum nebenstehen Spieker passen werde.

Nächtliche Ansicht

Nächtliche Ansicht Foto: RKW Architektur + / HIT

er Entwurf sieht vor, dass gerade von der Lüdinghauser Straße sichtbar, ein Gebäude mit Versatz, Satteldächern und vielen Glasanteilen entstehen soll. Es werde also nach Norden keine klotzige durchgängige Mauer geben. Fürs Anliefern, so Wolf, habe Hit eine „intelligente Lösung“ gefunden. Alle Anlieferer, inklusive der Lkws, werden von der Lüdinghauser Straße in eine Halle abbiegen und nach dem Entladen nach vorne aus ihr herausfahren. „So muss nicht auf der Straße rangiert werden“, erklärt Risthaus. Mit einem städtebaulichen Vertrag will die Gemeinde sicherstellen, dass nachher das gebaut wird, was jetzt präsentiert wurde.

Ansicht von der Sandstraße nach Abriss des KiK.

Ansicht von der Sandstraße nach Abriss des KiK. Foto: RKW Architektur + / HIT

Der Hit-Markt werde zwei Eingänge zur Lüdinghauser Straße und zum Platz mit dem jetzigen KiK-Gebäude erhalten. Zum Platz hin sei ein Café vorgesehen. In den vorliegenden Plänen ist auch zu sehen, welche Waren wo in dem Geschäft angeboten werden sollen. Zudem hat Hit eine Sortimentsliste mit einigen Innovationen vorgelegt.

Hit-Handelsgruppe

► Die Hit-Handelsgruppe kommt aus Siegburg im Rheinland. Sie blickt bis ins Jahr 1901 zurück als Gerhard Schröder in Quadrath bei Köln ein Lebensmittel-Einzelhandelsgeschäft gründet. 1927 gründet Jean Dohle im Siebengebirge ein Lebensmittel-Einzelhandelsgeschäft. 1960 fusionieren sie zur Dohle-Handelsgruppe, 1974 eröffnen sie das erste HIT-Discount-Warenhaus. Seit 2006 arbeitet man mit der Rewe-Group zusammen.► Hit kauft eine Fläche von etwa 7500 Quadratmetern zum Preis von 375 Euro, macht rund 2,8 Millionen Euro.► Die Verkaufsfläche soll 1646 Quadratmeter umfassen, die maximale Firsthöhe acht Meter beragen. Geschaffen werden 112 Parkplätze von 2,70 Meter Breite.► Auf der Sortimentsliste stehen Nahrungs- und Genussmittel, Biosortiment, Back-/Konditoreiwaren, Bedientheke, SB-Ware Frische, Trockensortiment, Tiefkühlprodukte, Feinkost, Kindernahrung, Molkereiprodukte, regionale Produkte, Getränke, Blumen, Heim- und Kleintierfutter, pharmazeutische Artikel, Drogeriewaren, Bücher, Zeitungen, Zeitschriften, Papier, Büroartikel, Schreibwaren, Non-Food und als Innovationen: Orangensaftpresse, selbstgemixte Smoothies, Sushi, Salatbar, Essig- und Ölbar, Nussbar, Antipastibar, Frozen Yoghurt und Müslibar.

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Weitere Ansichten

Weitere Ansichten Foto: RKW Architektur + / HIT

Die Gemeinde hat aus dem Bieterverfahren des Jahres 2015, aus dem „Combi“ als Sieger hervorgegangen war, gelernt. So wurden Gebäudehöhe und Verkaufsfläche gedeckelt. Geblieben war es bei den Kriterien, um die Eingaben zu bewerten. Zu 40 Prozent ging der Kaufpreis ein, zu ebenfalls 40 Prozent der städtebauliche Entwurf und zu 20 Prozent das Angebot. Nach dieser Vorgabe hatte die Verwaltung aus fünf eingegangenen Entwürfen drei ausgewählt. Diese Unternehmen stellten sich am 9. Juli im Gemeinderat vor. In der Folge gab es Gespräche mit den Bietern, Fragen wurden im Dialog abgearbeitet. Bis zum 2. September durften die drei Interessenten ihre Kaufangebote erhöhen. Die Zahlen standen am Donnerstag auf den Stimmkarten der Ratsmitglieder. Bei Hit waren dort 375 Euro pro Quadratmeter notiert, macht in Summe 2,8 Millionen Euro, in der ersten Runde waren es noch 1,8 Millionen Euro gewesen. Verkauft werden Flächen und Gebäude. Der Käufer muss Feuerwehrgerätehaus und Rettungswache also vorher abreißen.

An- und Abfahrt bei der Lieferung.

An- und Abfahrt bei der Lieferung. Foto: RKW Architektur + / HIT

Die Ratsmitglieder hatten am Donnerstag die Aufgabe für den städtebaulichen und den Sortimentsaspekt bei jedem Bieter bis zu vier Punkte zu vergeben. Sie wurden mit den vorgegebenen Prozentzahlen (40, 20) gewichtet. Unter dem Strich standen die meisten Punkte für den Hit-Markt.

Die Regale im Markt

Die Regale im Markt Foto: RKW Architektur + / HIT

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