Vortrag über Organspende trifft auf riesige Resonanz
Ängste und Zweifel unbegründet

Ascheberg -

Deutschland gehört europaweit zu den Ländern mit den wenigsten Organspendern. Bei einem gut besuchten Vortrag sensibilisierte die Aschebergerin Birgit Krömann für das Thema und bemühte sich, unbegründete Ängste und Bedenken zu zerstreuen.

Mittwoch, 11.09.2019, 15:32 Uhr aktualisiert: 13.09.2019, 12:40 Uhr
Birgit Krömann (l.) referierte im Pfarrheim St. Lambertus zum Thema Organspende und stieß dabei auf große Resonanz bei den zahlreich erschienenen Gästen.
Birgit Krömann (l.) referierte im Pfarrheim St. Lambertus zum Thema Organspende und stieß dabei auf große Resonanz bei den zahlreich erschienenen Gästen. Foto: Tina Nitsche

Eine schwere Lebensmittelvergiftung kann ebenso wie eine verschleppte Grippe schlimme Auswirkungen haben. Die Vergiftung schlägt auf die Leber, die verschleppte Grippe greift das Herz an. Womit niemand rechnet, sind die fatalen Folgen. „Aber genau die können im schlimmsten Fall dazu führen, dass plötzlich ein neues Organ benötigt wird“, machte Birgit Krömann jetzt im Pfarrheim St. Lambertus deutlich. Gemeinsam mit der Hospizgruppe Ascheberg und der Kolpingsfamilie Ascheberg hatte sie zu einem Vortrag eingeladen, der auf riesige Resonanz stieß.

„Wow, mit so vielen Gästen habe ich gar nicht gerechnet“, freute sich die Referentin. Denn sie hat sich einem Thema verschrieben, das, obwohl immens wichtig, in Deutschland irgendwie immer ein wenig zur Seite geschoben wird: die Organspende. Und da ist, wie die vielen Zuhörer erfuhren, hierzulande die Spendenbereitschaft eher gering. Deutschland zählt dabei mit Griechenland sogar zu den Schlusslichtern, wie Krömann informierte.

Sie weiß wovon sie spricht, denn sie selbst ist bereits zwei Mal transplantiert worden. (WN berichtete) „Deshalb möchte ich für dieses Thema sensibilisieren“, machte sie deutlich und formulierte ihre Ziele. Mit ihrem Vortag wollte sie vor allem eines: Ängste und Zweifel ausräumen. Mit Hilfe eines Films veranschaulichte die Aschebergerin gut nachvollziehbar schön das Gesamtprozedere. Und das ist alles andere als klein. Wer kann spenden? Menschen, die einem Hirntod erliegen. Und da beginnt mit der Hirntoddiagnostik zunächst ein sehr aufwendiger und langer Prozess, der von speziell geschultem, unabhängigen Fachpersonal durchgeführt wird. „Und dabei wird niemand vorschnell für Hirntod erklärt, bis dieser eindeutig feststeht, vergehen bis zu 72 Stunden, denn die Diagnostik wird durch ein bildgebendes Verfahren abgesichert“, erklärte Krömann. Die Überprüfungsmethoden wurden im Film detailliert dargestellt.

Der Weg von der Organentnahme bis zur Transplantation ist lang und geht keineswegs geradeaus. „Denn hier sind Menschen und damit auch Emotionen im Spiel“, so Krömann. Und das auf allen Seiten. Vor allem auch bei den Angehörigen, die einen Menschen verlieren. Ein Organspendeausweis würde in diesem Fall Klarheit schaffen. „Er ist nicht nur eine Entscheidungshilfe, sondern die Angehörigen können dann auch im Sinne des durch Hirntod Verstorbenen handeln“, verdeutlichte die Referentin. Neben dem Film brachte sie viele Geschichten von Betroffenen, die das Publikum berührten. Krömann schaffte mit ihrem Vortrag Klarheiten über das Thema Organspende.

„Ich bin richtiggehend beeindruckt und habe heute Abend vieles gelernt“, war nicht nur Maria Schulte-Loh mehr als begeistert. Selbst eine Teilnehmerin, die seit sieben Jahren transplantiert ist, gab zu: „Obwohl ich im Thema bin, habe ich hier Dinge erfahren, die ich so nicht gewusst hätte.“ Deutlich wurde das an dem Stapel der Organspendeausweise, der nach dem gelungenen Vortrag richtiggehend geschrumpft war.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6918796?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F104%2F158%2F
Klassenausflug zum Klimastreik ist nur die Ausnahme
Besonders die Schülerinnen und Schüler kamen am Freitag mit zahlreichen kreativen, selbst gemalten Transparenten zum Klimastreik auf den Prinzipalmarkt.
Nachrichten-Ticker