Haus-zu-Haus-Beratung zu Energieeinsparung, Barrierefreiheit und Sicherheit
Fördertöpfe sinnvoll nutzen

Ascheberg -

Wer auf Dauer in seinem Altbau wohnen bleiben möchte, sollte sich rechtzeitig überlegen, welche energetischen Verbesserungen sinnvoll sind, sagt Klemens Nolte. Diverse Fördertöpfe können dazu angezapft werden, so der Energieberater, der im Rahmen der Klimaschutzwoche in Ascheberg on Tour ist.

Montag, 23.09.2019, 12:32 Uhr aktualisiert: 24.09.2019, 11:38 Uhr
Bei einem Pressetermin im Haus von Volker Wippold (2.v.l.) tauschte sich der Hausherr mit Ulrich Müller (l.) von der Kreishandwerkerschaft Coesfeld, dem Energieberater Klemens Nolte (2. v. r.) und Aschebergs Klimaschutzmanager Martin Wolf (r.) über Sanierungs- und Modernisierungsmaßnahmen im Altbau aus.
Bei einem Pressetermin im Haus von Volker Wippold (2.v.l.) tauschte sich der Hausherr mit Ulrich Müller (l.) von der Kreishandwerkerschaft Coesfeld, dem Energieberater Klemens Nolte (2. v. r.) und Aschebergs Klimaschutzmanager Martin Wolf (r.) über Sanierungs- und Modernisierungsmaßnahmen im Altbau aus. Foto: sff

„Es ist eine große Verunsicherung da“, hat Klemens Nolte in den vergangenen beiden Wochen bei seinen zahlreichen Hausbesuchen in den Bereichen Altes Feld und Bispingheide/Dorfheide festgestellt. „2023 müssen die alten Ölheizungen raus. Und die Leute fragen sich: Was sollen wir machen? Gas ist noch nicht in allen Straßenzügen verlegt. Und was ist, wenn wir Gas nicht nutzen können?“, schildert der Gebäudeenergieberater der Kreishandwerkerschaft Coesfeld seine Erfahrungen aus den beiden genannten Quartieren.

Im Zuge der Klimaschutzwoche führt Nolte noch bis Freitag (27. September) Beratungen für Hauseigentümer durch. Rund 120 der 200 von der Gemeinde vorgeschlagenen Haushalte haben sich bei ihm gemeldet. Neben Möglichkeiten zur Energieeinsparung gibt der Fachmann auch passgenaue Tipps zu den Themen Barrierefreiheit und Einbruchschutz. Dieses gemeinsame Angebote des Kreises Coesfeld und der Kreishandwerkerschaft wird finanziell von der Kreissparkasse Westmünsterland unterstützt.

So individuell Noltes Vorschläge bezüglich der einzelnen Altbauten auch sein mögen, auf die Frage „Was sollen wir machen?“, kennt er eine allgemeingültige Antwort: „Mit 60 sollte man überlegen, ob man in seinem Haus bleibt, oder eine Wohnung nimmt“. Viele der besuchten Eigenheimbesitzer wollen in der trauten Umgebung bleiben und machen sich in Sachen Energiewende, Barrierefreiheit und Einbruchsicherheit Gedanken, wie sie sich sinnvoll fürs Alter einrichten können, berichtet Nolte. So könne es zum Beispiel sinnvoll sein, in dem zu großen gewordenen Haus eine Einliegerwohnung zu vermieten oder eventuell für eine Pflegekraft herzurichten.

Einer, der sich schon sehr früh Gedanken übers Altwerden, über Energieeinsparung und Klimaschutz gemacht hat, ist der 47-jährige Volker Wippold, der mit seiner Frau Claudia Geiger (46) sowie den Söhnen Julius (17), Johannes (16) und Jakob (10) ein 1971 erbautes Haus am Bernwardring bewohnt. Schrittweise seit 2000 hat er das von seinen Eltern übernommene Gebäude saniert und modernisiert – vom Dachgeschoss beginnend, bis in den Keller. So hat der Ascheberger zunächst das Dach wärmegedämmt, Fenster und Türen erneuert sowie die Position der Heizkörper optimiert. Mittlerweile sorgt eine moderne Heizung mit Wärmepumpe energiesparend für heißes Wasser und angenehme Raumtemperaturen. Parallel zu diesen und weiteren Maßnahmen wurden Einbruchsicherheit und Barrierefreiheit verbessert.

Gleichwohl musste der Familienvater in den vergangenen Jahren vor allem für die energetische Sanierung tief in die Tasche greifen. „Ich denke aber, dass wir auf Dauer etwa 40 bis 50 Prozent unserer Energiekosten einsparen werden“, schätzt er. Den beschrittenen Weg möchte er künftig fortsetzen: „Den Heizstab im Warmwasserspeicher könnte ich auch über Strom aus einer Photovoltaikanlage speisen“, nennt Wippold eine Überlegung. Zudem habe er ein Elektroauto bereits bestellt.

„Es gibt viele Fördertöpfe. Und es wird viel gefördert, woran man gar nicht denkt, zum Beispiel für Brennstoffzellen und Wärmepumpen“, rät Nolte zu rechtzeitigem Handeln und zur Nutzung finanzieller Hilfen.

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