Ausschuss: Vorgärten ökologisch gestalten
Farbe bekennen für künftige Generationen

Ascheberg -

In zukünftigen Baugebieten müssen die Vorgärten ökologisch gestaltet werden. Eine Versiegelung dieser Flächen ist nur noch in einem sehr beschränkten Maße zulässig. Für diese Neuregelung hat sich der Bau- und Planungsausschuss einstimmig ausgesprochen.

Montag, 23.09.2019, 15:30 Uhr aktualisiert: 24.09.2019, 11:38 Uhr
Schon jetzt blühen in vielen Ascheberger Wohngebieten die Vorgärten farbenfroh und insektenfreundlich. In Zukunft sollen die Flächen vor den Häusern grundsätzlich ökologisch gestaltet werden.
Schon jetzt blühen in vielen Ascheberger Wohngebieten die Vorgärten farbenfroh und insektenfreundlich. In Zukunft sollen die Flächen vor den Häusern grundsätzlich ökologisch gestaltet werden. Foto: sff

Schotter, Kies und Beton werden in neuen Baugebieten aus den Vorgärten verbannt. Stattdessen soll der Bereich zwischen Haus und öffentlichem Verkehrsraum grundsätzlich ökologisch gestaltet werden – mit Mutterboden angelegt und bepflanzt werden. Das soll in den Bauleitplanverfahren festgesetzt werden, hat der Bau- und Planungsausschuss in seiner jüngsten Sitzung einstimmig beschlossen.

Ferner darf der Vorgartenbereich künftig für die Zuwegung höchstens bis zu einer Breite von 1,50 Meter und getrennt hiervon für die Zufahrt höchstens bis zu einer Breite von sechs Metern befestigt werden. Weiterhin sind Überdachungen nur aus Holz zulässig. Abfallbehälter werden in Vorgärten nur dann geduldet, wenn sie mit Sträuchern, Hecken oder anderen begrünten Einfassungen optisch von drei Seiten abgegrenzt werden.

Die Kommunalpolitiker wollen mit diesen Vorgaben bewirken, dass Fläche nicht mehr unnötig versiegelt werden. Stattdessen sollen blühende, insektenfreundliche Beete entstehen, die dem Artenschutz dienen. Die neue Verfügung bezieht sich nicht auf bestehende Wohngebiete und soll auch nicht auf Gärten ausgeweitet werden, wurde seitens der Verwaltung klargestellt.

Thomas Franzke (CDU) wollte wissen, ob es bezüglich solcher Festsetzungen Erfahrungen aus anderen Kommunen gibt. „An dieser Stelle sind wir Vorreiter“, räumte Verwaltungsmitarbeiterin Gesche Ahmann ein. „Nachher haben wir nicht genug Parkraum in den Wohngebieten. Wenn die Kinder älter werden, werden zusätzliche Stellplätze auf den Grundstücken gebraucht“, gab Elmar Hamwöhner (SPD) zu bedenken. In solchen Fällen sei es möglich, Befreiungsanträge zu stellen, beruhigte Ahmann. Hubert Beckmann (Grüne) sah keine Notwendigkeit, zusätzliche Parkplätze in Wohngebieten einzurichten: „Es sollte Ziel sein, den Fahrradverkehr zu stärken.“

In Sachen Umwelt- und Klimaschutz „müssen wir Farbe bekennen und uns mit Blick auf nachfolgende Generationen verändern“, unterstützte Volker Müller-Middendorf die Vorgarten-Initiative. Jochen Wismann (FDP), der in dem Ausschuss kein Stimmrecht hat, sah in den Vorgaben der Gemeinde einen „Eingriff“ ins Eigentumsrecht. Diese Einschätzung teilten die anderen Kommunalpolitikler nicht und stimmten für die Festsetzung zur ökologischen Ausgestaltung der Vorgärten in künftigen Baugebieten.

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