Ausschuss nimmt Schulentwicklungsplan für Förderschule „mit Bedauern“ zur Kenntnis
„Ansatz nicht im Sinne der Kinder“

Ascheberg -

Der Schul- und Kulturausschuss ist mit dem vorgelegten Schulentwicklungsplan des Kreises Coesfeld im Bereich Förderschulen nicht einverstanden. Es sei nicht im Sinne der betroffenen Kindern, Fahrzeiten von bis zu einer Stunde in Kauf nehmen zu müssen.

Mittwoch, 25.09.2019, 13:46 Uhr aktualisiert: 26.09.2019, 11:34 Uhr
Anlässlich des ersten Schultages am 10. September verteilten Landrat Dr. Christian Schulze Pellengahr und Schulleiterin Brigitte Siehoff Begrüßungsgeschenke an die aktuell 111 Kinder der Steverschule. Schüler aus der Gemeinde Ascheberg müssen dorthin eine Anfahrt von bis zu einer Stunde in Kauf nehmen.
Anlässlich des ersten Schultages am 10. September verteilten Landrat Dr. Christian Schulze Pellengahr und Schulleiterin Brigitte Siehoff Begrüßungsgeschenke an die aktuell 111 Kinder der Steverschule. Schüler aus der Gemeinde Ascheberg müssen dorthin eine Anfahrt von bis zu einer Stunde in Kauf nehmen. Foto: Ludger Warnke

Kinder aus der Gemeinde Ascheberg, die eine sonderpädagogische Unterstützung im Förderschwerpunkt „emotionale und soziale Entwicklung“ (ESE) benötigen, müssen einen Schulweg von bis zu einer Stunde in Kauf nehmen. Das sieht der neue Schulentwicklungsplan des Kreises Coesfeld im Bereich Förderschulen vor, den Dr.  Anja Reinermann-Matatko vom Planungsbüro SEP-Beratung am Dienstagabend dem Schul- und Kulturausschuss vorgestellt hat. Die Beschlussfassung im Kreistag ist für den 11. Dezember vorgesehen.

Diese Schülerbeförderung ist eine Konsequenz des vom Kreistag beschlossenen Umzuges der Astrid-Lindgren-Schule von Lüdinghausen nach Nottuln in die Steverschule (WN berichteten). Bei den Kommunalpolitikern stieß die Planung auf Unverständnis. Solch lange Fahrzeiten seien ganz und gar nicht im Sinne der Kinder, hieß es einmütig.

Auf Vorschlag von Maria Schulte-Loh (CDU) wurde dem Rat einstimmig empfohlen, den vorliegenden Schulentwicklungsplan „mit Bedauern“ zur Kenntnis zu nehmen. Mit Blick auf den Standortwechsel nach Nottuln hieß es: „Die Gemeinde Ascheberg hätte eine kreisweite Schulentwicklungsplanung ohne Standortvorbehalte für sinnvoller erachtet.“

Reinermann-Matatko hatte zuvor ausführlich und detailgenau die Prognosen und Fakten vorgestellt, auf denen die Empfehlungen des Planes basieren. Abgeklopft wurden dazu die Möglichkeit einer Beschulung in Nachbarkreisen, die Angliederung von Lerngruppen in Regelschulen sowie die Einrichtung von Teilstandorten mit Kombination von Förderschwerpunkten. All diese Optionen hätten sich letztlich aus organisatorischen beziehungsweise pädagogischen oder anderen Gründen als nicht praktikabel erwiesen, wie Reinermann-Matatko den Kommunalpolitikern darlegte. Das bestätigte auch Fachbereichsleiter Helmut Sunderhaus: Der Plan sei nochmals von einem Gutachter überprüft worden und habe sich als „stimmig“ erwiesen.

Demnach werden die von der Regelung betroffenen Kinder aus dem Südkreis auf insgesamt zehn Buslinien nach Nottuln chauffiert werden. Drei Linien stehen für die Gemeinde Ascheberg zur Verfügung: Die L 5 ist für sieben Kinder aus Herbern bestimmt. Die Fahrzeit beträgt 46 Minuten. Sechs Kinder aus Ascheberg sind auf der L 6 bis zu 58 Minuten zur Schule unterwegs. Zwei Kinder aus Mersch sowie je eins aus Davensberg und Ottmarsbocholt sitzen bis zu 53 Minuten auf der Linie 7a im Bus. Kinder aus Olfen und Nordkirchen sollen analog der heutigen Situation in Selm unterrichtet werden.

„Nottuln war gesetzt. Alles wurde in eine Richtung ausgerichtet“, kritisierte Schulte-Loh einen Ansatz des Schulentwicklungsplanes. Ferner gebe es in Vreden „hervorragende Erfahrungen mit Verbundmöglichkeiten“. Das Verfahren im Kreis Coesfeld sei von vornherein „falsch angefasst worden“. Volker Müller-Middendorf (UWG) plädierte dafür, auch bei den Eltern anzusetzen. Man sollte sich dafür stark machen, dass künftig für mehr Kinder das Anerkennungsverfahren greife. Somit würden Förderschulen stärker frequentiert werden, was ortsnahe Standorte ermögliche.

Aufforderung an den Kreis Coesfeld

Laut einstimmiger Empfehlung des Schul- und Kulturausschusses soll der Ascheberger Rat den Kreis Coesfeld zu folgendem Vorgehen auffordern:Die sonderpädagogische Förderung soll jährlich sowohl an Förderschulen als auch an Regelschulen gemeinsam mit den kreisangehörigen Kommunen überprüft werden, mit der Möglichkeit zur Nachsteuerung.Durch den vorgelegten Schulentwicklungsplan dürfe die Gemeinde nicht schlechter gestellt werden als vor der Verlagerung des Schulstandortes nach Nottuln.Allen Eltern und Kindern im Kreis Coesfeld sollten gleiche Wahlmöglichkeiten eingeräumt werden.Der Gedanke von Verbundschulen mit verschiedenen Schwerpunkten an einem Schulstandort möge einbezogen werden.

...
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6957377?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F104%2F158%2F
Amazon-Zusteller legt Paket in der blauen Tonne ab
Paketdienst: Amazon-Zusteller legt Paket in der blauen Tonne ab
Nachrichten-Ticker