32 Zentimeter abgeschnitten
Haarige Hilfe für Kinder, die an Krebs leiden

Ascheberg -

Schnipp, schnapp – Haare ab: Bei Martina Budek sind es gleich 30 Zentimeter, die mit der Schere fallen. Für einen guten Zweck!

Mittwoch, 02.10.2019, 19:00 Uhr
Vorher und nachher: Martina Budek hat sich die Haare für einen guten Zweck abschneiden lassen: Sie werden für Perücken eingesetzt, die kostenlos an krebskranke Kinder gehen.
Vorher und nachher: Martina Budek hat sich die Haare für einen guten Zweck abschneiden lassen: Sie werden für Perücken eingesetzt, die kostenlos an krebskranke Kinder gehen. Foto: tani

„Oh Mama“, ruft der kleine Basti erschrocken, als die Schere zuschnappt und Friseurmeisterin Sabrina Glitza eine 30 Zentimeter lange Haarsträhne auf den Tisch legt. Seine Mutter bleibt ruhig und antwortet nur: „Da wird ein Kind ganz glücklich werden, glaub mir.“

Denn genau für dieses eine glückliche Kind hat sich Martina Budek „unters Messer“ begeben und trennt sich von ihrer blonden Wallemähne. Gezielt. „Und für den guten Zweck.“ Denn ihre Haare spendet sie. „Für krebskranke Kinder“, sagt sie und weist auf einen Zettel, wo sichtbar das Kreuz vor „It’s for kids“ gemacht worden ist.

30 Zentimeter wurden genau abgemessen.

30 Zentimeter wurden genau abgemessen. Foto: Nitsche

Martina Budek ist selber Mama von zwei Kindern. Und genau aus diesem Grund hat sie sich entschieden ihre Haare für krebskranke Kinder zu spenden. Dafür hat sie zunächst umfassend recherchiert. „Vier bis sechs Haarspenden ergeben eine Perücke. Ein Perückenmacher fertigt diese und die Kinder, die sie benötigen, bekommen die Perücken dann kostenlos.“

Sie selber weiß, das gerade Haare eine große Rolle spielen. „Vor allem bei Jugendlichen,

Schnipp, schnapp.

Schnipp, schnapp. Foto: Nitsche

das sehe ich immer bei meinen Nichten.“ Sie selber hat das Glück langes kräftiges Haar zu haben. Und eigens für ihr Vorhaben, hat sie diese Pracht in den vergangenen drei Monaten nicht angerührt. „Denn das Minimum, was an Haarlänge benötigt wird, sind 25 Zentimeter, besser wären jedoch 30 Zentimeter“, hat sie im persönlichen Gespräch erfahren. Logisch also, dass Sabrina Glitza im ersten Schritt zunächst einmal das Lineal angelegt hat. Dann hat sie die Haare in Partien unterteilt und in etwa 32 Zentimeter Höhe abgebunden. Lauter kleine Zöpfe sind auf diese Weise entstanden. „Und die werden so abgeschnitten“, sagt die Fachfrau und setzt die Schere an. Nach und nach wandert ein Zopf nach dem anderen auf den Tisch. Dort liegt auch schon ein weißer Umschlag parat, in dem die Zöpfe später verschwinden. „Per Post werden die Haare dann versendet“, so Budek. Ihre Haare sind mittlerweile ab, Glitza nimmt den Feinschliff vor. Und dann erst darf Budek sich im Spiegel bewundern. Sie ist begeistert. Auch ihrem Mann Stephan und den Kindern gefällt der neue Look. Am glücklichsten jedoch ist Martina Budek selber. „Denn ich weiß, dass ich dadurch irgendeinem Kind ein Lächeln ins Gesicht zaubere.“ Und das ist so einfach. Sie würde es wieder tun. „Meine Haare wachsen ja wieder nach.“ Ginge es nach ihr, sollten „ruhig auch Friseure ihren Kunden solche Alternativen nahe legen“, sagt sie.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6974503?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F104%2F158%2F
Inklusion an Gymnasien: Intransparenz ärgert Eltern
Am Schillergymnasium werden bereits seit acht Jahren Kinder mit Förderbedarf im Zuge der Inklusion unterrichtet, hier ein Foto aus dem Unterricht des ersten Jahrgangs.
Nachrichten-Ticker