Weil 1969 eine Lehrerin gehen sollte
i-Männchen starten mit einem Streik

Davensberg -

Für die „i-Männchen“ der Davensberger Grundschule aus dem Jahr 1969 begann die Schulzeit sehr ungewöhnlich.

Dienstag, 15.10.2019, 08:00 Uhr aktualisiert: 16.10.2019, 15:20 Uhr
Die i-Männchen aus dem Jahr 1969 erinnern sich auch nach 50 Jahren noch an ihren Streik zum Start der Schulkarriere in Davensberg.
Die i-Männchen aus dem Jahr 1969 erinnern sich auch nach 50 Jahren noch an ihren Streik zum Start der Schulkarriere in Davensberg. Foto: sim

Die ersten Tage der Schulzeit werden Jedem wahrscheinlich ganz gut in Erinnerung geblieben sein. Für die „i-Männchen“ der Davensberger Grundschule aus dem Jahr 1969 war diese erste Zeit aber sehr ungewöhnlich. Denn sie konnten sich nach ihrer Einschulung über „verlängerte Ferien“ freuen und waren zudem über die Gemeinde hinaus lange im Gespräch.

Der Grund für diese Ferien war der Protest der Eltern, die unter anderem verhindern wollten, dass die einzige Lehrerin, die in Davensberg unterrichtete, versetzt wurde. Da sie beispielsweise die einzige Frau war, die sich um die Mädchen kümmern konnte beziehungsweise durfte, wenn sich eine Schülerin beim Sport verletzt hatte. Und so schickten die Eltern ihre Kinder für zwei Wochen nicht zur Schule, um ihre Forderungen durchzusetzen. Das Ziel haben sie letztendlich auch erreicht.

Am Samstag traf sich diese Klasse, die 1973 aus der Grundschule entlassen wurde, 50 Jahre nach ihrer Einschulung 1969 im Sportlerheim des SV Davaria in Davensberg wieder. Mit dabei war auch der ehemalige Klassenlehrer Bernhard Voigt , der einige Zeitungsartikel aus den Lokalnachrichten von früher mitgebracht hatte, die von der Diskussion, dem Protest gegen die Bezirksregierung und dem Ergebnis ausführlich berichteten. Außerdem zeigte er seinen alten Schülern auch die Klassenbücher, die sicherlich einige Anekdoten wieder ins Gedächtnis gerufen haben. Von den 43 Ehemaligen (24 Mädchen und 19 Jungs), folgten 20 der Einladung von Lilly Eickholt, die das Treffen, welches insgesamt das vierte ist, organisiert hatte. Die meisten von ihnen sind auch Davensberg treu geblieben und der Rest kommt mit Münster, Sendenhorst oder Havixbeck aus der Umgebung.

Lehrer Bernhard Voigt fügt seinen Kommentaren zum Streik der Eltern schmunzelnd noch hinzu: „Die Kinder hatten damals sogar noch länger frei, denn später im Schuljahr gab es mehrere Masern-Fälle in der Klasse und so wurden sie in die Masern-Ferien geschickt. Aber es hat ihnen nicht geschadet und aus allen sind tolle Menschen geworden“.

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