Geschichten und Anekdoten aus Herbern
Schmunzeln erwünscht

Herbern -

Kommt eine Bäuerin mit fürchterlichen Zahnschmerzen in die Praxis. Weil der Dentist nicht da ist, bekniet sie die Arzthelferin, ihr zu helfen. Tut sie es?

Donnerstag, 24.10.2019, 20:00 Uhr
Egon Zimmermann stellt sein neues Buch mit Geschichten und Anekdoten aus Herbern vor.
Egon Zimmermann stellt sein neues Buch mit Geschichten und Anekdoten aus Herbern vor. Foto: hbm

Kommt eine Bäuerin mit fürchterlichen Zahnschmerzen in die Praxis. Weil der Dentist nicht da ist, bekniet sie die Arzthelferin, ihr zu helfen. Die gibt dem Drängen nach, vereist und zieht den Zahn. Weil es der Arzt nicht selbst getan habe, müsse sie ja nichts bezahlen, bemerkt sie beim Verlassen der Praxis. Am nächsten Morgen bedankt sie sich mit einem Schlachtpaket. Gibt‘s nicht? „Doch“, sagt Egon Zimmermann bestimmt. Er hat diese und andere Geschichten und Anekdoten aus Herbern aufgeschrieben und in einer 150er Auflage drucken lassen. Auf 110 Seiten werden etwa 130 Geschichten erzählt. Wo es möglich war, hat Zimmermann Fotos aus dem Archiv des Heimatvereins oder Federzeichnungen von Heinz Rogge in das Buch eingearbeitet. Dazu hat der Autor plattdeutsche Texte von Lambert Feldhaus übersetzt und veröffentlicht sie nun kursiv gedruckt in seinem dritten Buch. In der Folge eins ging es um Kriege und ihre Auswirkungen auf Herbern, Folge zwei befasste sich mit Kriminalfällen aus dem Dorf. Mit dem dritten Buch ist nun Schluss. „Seit ich Vorsitzender des Heimatvereins bin, habe ich kaum noch Zeit für solche Dinge“, sagt Zimmermann.

Der Anekdotenschatz ist über viele Jahre gewachsen. „Ich habe mir oft Notizen gemacht und zur Seite gelegt. Was dort zusammen gekommen ist, habe ich nun gesichtet und als Buch veröffentlicht“, erklärt Zimmermann. Das Buch wird für zwölf Euro beim Kartoffelfest am Stand des Heimatvereins verkauft.

Lieblingsanekdoten hat der Herberner nicht, zu den Geschichten, die er im Pressegespräch erzählt, gehört jene eines Lkw-Fahrers, der ein Schnäpschen trinkt und dafür sein Gefährt am Kirchplatz abgestellt hat. Direkt daneben ist ein Schaukasten, in dem die Nazis ihr Propaganda-Material ausgehängt haben. Was der Lkw-Fahrer nicht merkt: Eine Kette verbindet Fahrzeug und Schaukasten, der beim Wegfahren durch die Luft fliegt und auf dem Kirchplatz liegen bleibt.

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