KuKADuH bietet eine Bühne für unbekannte Autoren
Wo spannendes Lesefutter gedeiht

Ascheberg -

Was für Obst und Gemüse gilt, betrifft vielleicht auch die Bücherernte. Denn der Ascheberger Kunst- und Kulturverein „Kukaduh“ zeigte am Sonntag, dass spannendes Lesefutter auch in und um Ascheberg bestens gedeiht.

Montag, 04.11.2019, 20:00 Uhr aktualisiert: 07.11.2019, 16:28 Uhr
Uta Hansen (hinten Mitte) vom „Kukaduh“ hatte sieben Nachwuchsautoren aus der Region zu einer Lesung ins Bürgerforum eingeladen. Durch den Abend führte Oliver Uschmann (l.).
Uta Hansen (hinten Mitte) vom „Kukaduh“ hatte sieben Nachwuchsautoren aus der Region zu einer Lesung ins Bürgerforum eingeladen. Durch den Abend führte Oliver Uschmann (l.). Foto: nico

Am besten frisch und regional: Was für Obst und Gemüse gilt, betrifft vielleicht auch die Bücherernte. Denn der Ascheberger Kunst- und Kulturverein „Kukaduh“ zeigte am Sonntag, dass spannendes Lesefutter auch in und um Ascheberg bestens gedeiht. Autorinnen und Autoren aus Ascheberg, Lüdinghausen, Nordkirchen und Werne waren im Bürgerforum des Rathauses zu Gast und gaben Kostproben aus ihren Werken.

„Diese Autoren hier sind noch nicht so bekannt und warten darauf, von uns entdeckt zu werden“, erklärte Moderator Oliver Uschmann dem Publikum. Denn Leonie Ritz, Ute Plaasch , Patricia Malcher, Heidi Tripp, Marie-Christin Uhlenbrock und Christian Huppert veröffentlichen ihre Geschichten im Self-Publishing oder bei kleinen Verlagen. Ihre Leser finden sie allerdings dennoch.

Wie informiert man die Nachbarschaft über einer Schwangerschaft? Marie-Christin Uhlenbrock erklärt es dem amüsierten Publikum im Bürgerforum.

Wie informiert man die Nachbarschaft über einer Schwangerschaft? Marie-Christin Uhlenbrock erklärt es dem amüsierten Publikum im Bürgerforum. Foto: nico

Dass die Neugierde auf das, was die Autoren am heimischen Schreibtisch produzieren, groß ist, zeigte sich am Füllstand des Ascheberger Bürgerforums. „Ich freue mich, den Saal voll zu sehen. Das hat man sonst nur, wenn ein Promi kommt oder ein Krimidinner stattfindet“, kommentierte Uschmann, der als Aschebergs bekanntester Autor durch den Abend führte und die Lesenden vorstellte. Zwei von ihnen haben ihm sogar ihre ersten Karriereschritte zu verdanken: Patricia Malcher und Ute Plaasch nahmen in einem Workshop Uschmanns Anlauf zum Schreiben und Veröffentlichen ihrer Romane.

Als Erste stellte Heidi Tripp ihre Kurzgeschichte „Ein Mann, ein Boot“ vor. Dabei wird ein Pauschalurlauber mit den Schicksalen von Flüchtlingen konfrontiert. „Es geht mir nicht darum, die moralischen Zeigefinger zu erheben, sondern ich möchte die Divergenz des Meeres zeigen“, erklärt die Nordkirchenerin.

Einen gänzlich anderen Ton schlägt Marie-Christin Uhlenbrock an. Humorig und schnodderig kommen die „Mutterkomplexe“ daher, die die Aschebergerin selbst erfolgreich im Verlag Tredition verlegt hat. Sie erklärt dem amüsierten Publikum, was genau in einem „Handout“ zu stehen hat, das die Nachbarschaft über eine Schwangerschaft informiert.

In die Welt der „Urban Fantasy“ entführte Leonie Ritz das Publikum.

In die Welt der „Urban Fantasy“ entführte Leonie Ritz das Publikum. Foto: nico

Als „Hebamme für Texte“ sieht sich auch Oliver Uschmann. Denn schließlich hat er auch dem Erstlingswerk von Patricia Malcher ins Leben geholfen. Sie las im Autorenforum einen Auszug aus „Böse Gedanken“, das sie in einer Autorengemeinschaft zu Papier gebracht hat.

Leonie Ritz hat bislang noch kein Buch veröffentlicht, kann sich aber dennoch über eine große Fangemeinde ihrer „Urban Fantasy“ freuen. In der Lesung führte die Aschebergerin das Publikum in eine blutige Szenerie: den Schauplatz eines Mordes, an dem sich Dämonen, Teufel und Engel tummeln.

Für eine komplett andere Stimmung sorgte Christian Huppert. Der 50-Jährige („Ich bin seit 30 Jahren Nachwuchs-Schriftsteller“) brachte die Gäste mit seiner Erzählung über einen Hypochonder mit Leberleiden und einer Episode über das „Nackt-Jauche-Jumping“ zum Lachen. Den Schlusspunkt am Sonntag setzte Ute Plaasch mit einem Auszug aus ihrem Roman „Lara - Das schöne Leben“ über die hingebungsvolle Arbeit einer „Putzfee“.

Werke aller Autoren gab es an einem Büchertisch zu erstehen. „Alle sind abseits des Mainstreams, speziell und gerade darum so gut. Also denken sie daran: Die Bestseller-Listen hoch und runter lesen kann jeder“, so Uschmann am Ende.

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