WN-Umfrage zum anderorts heiß diskutiertem Thema
Böllerverbot für den Klimaschutz?

Ascheberg -

„Brot statt Böller“ ist ein alter Ratschlag. Die Bitte, wegen der Tiere auf das Böllern zum Jahreswechsel zu verzichten, ist deutlich jünger. Ein dritter Gedankengang ist fast neu: Kein Silvesterfeuerwerk, um das Klima zu schützen. Was sagen die Ascheberger dazu?

Samstag, 16.11.2019, 08:00 Uhr
Soll der Himmel über Ascheberg zum Jahreswechsel schwarz bleiben, soll in Ascheberg, Davensberg und Herbern das Böllern verboten oder soll darauf verzichtet werden? Diese Frage stößt auf eine lebhaftes Echo.
Soll der Himmel über Ascheberg zum Jahreswechsel schwarz bleiben, soll in Ascheberg, Davensberg und Herbern das Böllern verboten oder soll darauf verzichtet werden? Diese Frage stößt auf eine lebhaftes Echo. Foto: hbm

Der Slogan „Brot statt Böller“ scheint fast so alt wie Silvester selbst zu sein. Die Bitte, wegen der Tiere auf das Böllern zum Jahreswechsel zu verzichten, ist deutlich jünger. Ein dritter Gedankengang ist fast neu: Kein Silvesterfeuerwerk, um das Klima zu schützen. Darüber ist gerade in Städten abgestimmt worden. Wäre ein schwarzer Himmel in der Silvesternacht etwas für Ascheberg? Wie halten es die Ascheberger mit dem Böllern? Die WN haben sich bei Facebook umgehört.

„Wir verreisen, seit wir unseren Hund haben, jedes Jahr zu Silvester und genießen die Ruhe an einem abgelegenen Ort an der Mosel. Uns fehlt nichts und wir sind überzeugt, dass es ohne Knallerei gemütlicher und stimmungsvoller vor sich geht“, erklärt Anne Gerth . Jana Bechte meint: „Wenn es denn nur Raketen wären. Das sieht wenigstens schön aus. Schlimm und vollkommen unnötig finde ich die Böller.“

Geld kann sinnvoller ausgegeben werden

„Klar sieht das schön aus, aber muss man denn an allen Traditionen festhalten? Vielleicht kann man ja neue Traditionen ins Leben rufen?, fragt Elfi Emming, die sich Gedanken um das einzusparende Geld gemacht hat: „Wenn man überlegt, wie viel Geld da in die Luft geballert wird. Mit dem Geld könnte etwas bewirkt werden. Ideen dafür gibt es mit Sicherheit genügend. Für das Klima, für die Förderung von Kindern, allgemein für Menschen die benachteiligt sind in unserer Gesellschaft, Tierschutz und anderes.“ Reinhold Möller pflichtet ihr bei: „Das Geld sollte gesammelt werden, um damit Eltern und Kinder aus den Slums zu befreien. Wenn ich diese Bilder sehe, kommt bei mir alles hoch. Aber allein kann man nichts machen.“ Den Grund Klimaschutz lässt Ralf Piekenbrock nicht gelten: „Ich habe noch nie einen Cent dafür ausgegeben, aber nicht wegen Klimaschutz, das ist in dieser Hinsicht übertriebener Hype. Ich finde es Mist für unsere Haustiere, jedes Jahr zahlreiche Verletzte, auch Unbeteiligte. Brauchtum hin oder her, die Freiheit diese auszuüben, sollte da eingeschränkt oder örtlich beschränkt werden, wo andere drunter zu leiden haben. Ich fände ein jährliches Feuerwerk an Spenden für wohltätige Zwecke angebrachter.“

Verbote stoßen bitter auf

Eine Lanze für die Tradition bricht Julia Feige: „Ich finde ein schönes Feuerwerk in der Silvesternacht gehört einfach dazu. Die lauten Böller, ohne sichtbaren Effekt, hingegen sind unnötig. Was den Klimaschutz angeht: Da haben wir noch ganz andere Baustellen!“ Ähnliche Gedanken hat Mady Bicke: „Jeder so wie er mag, aber nicht einem etwas vorschreiben, ob und wieviel er knallen darf. Wir leben nur einmal, also losknallen und sich freuen, dass man zusammen sitzt und Spaß hat. Überall wird nur genörgelt, schade.“ Frank Eggersmann denkt auch in diese Richtung: „Ich würde es gut finden, wenn man als Erwachsener einfach weiterhin selbst entscheidet, ob man da mitmachen möchte. Diesen Brauch gibt es schon sehr lange. Aber irgendwann kommt jemand, der der Meinung ist, dass man auch Erwachsenen immer öfter die eigene Meinung abnehmen muss. Ich finde die Bevormundung auf allen möglichen Gebieten, auf denen ein gesetzliches Verbot bis jetzt noch nicht besteht, nicht mehr lustig. Wenn das nicht langsam aufhört, dass es immer mehr Menschen gibt, die den anderen etwas vorschreiben oder verbieten wollen, dann muss man bestimmt zum Spaß haben oder zum Lachen in den Keller gehen.“ Damit stößt er bei Yannik Ettmann auf offene Ohren: „Danke für diesen Kommentar. Der moralische Zeigefinger anderer Leute erhebt sich immer öfter. Verbotspolitik ist eine Beschneidung der allgemeinen Handlungsfreiheit.“ Das scheint einen Nerv zu treffen, denn auch Dennis Walter schreibt: „Den Nagel auf dem Kopf getroffen. Das ist, glaube ich, zum neuen Trend in den letzten Jahren geworden. Anderen ihre Meinung aufzudrücken und alles verbieten wollen, was einem selbst nicht passt.“

Ein Gemeinde-Feuerwerk reicht

Bei allen Kommentaren gibt es auch Wünsche, dass beim Böllern Rücksicht genommen wird. Kathrin Mühlenbäumer formuliert es so: „Aufgrund meiner kleinen Maus, würde ich mir einfach nur wünschen, dass sich die Böllerei auf Mitternacht einschränken lässt, weil es zu Silvester dazu gehört. Das Vor- und Nachgeböllere ist für uns Hundebesitzer leider nicht akzeptabel, da es total unvorhersehbar ist.“ Meint auch Jasmin Reckers-Birkner: „Also ich finde, dass es weiter gemacht werden sollte. Jedoch wirklich erst um Mitternacht und alles andere sollte komplett verboten werden.“

Kreativ geht Jutta Richter an die Frage heran: „Wäre schön, wenn es ein zentrales Gemeindefeuerwerk gäbe. Dann müsste nicht jeder vor seiner Tür rumknallen. Man könnte sich treffen, gemeinsam ein neues Jahr begrüßen und ein paar Euro könnte man sicherlich von jedem Gemeindemitglied dafür einsammeln.“

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