Pestel-Studie vorgestellt
Hoher Nachholbedarf beim Wohnungsbau

Ascheberg -

In der Gemeinde Ascheberg werden jährlich 85 neue Wohnungen benötigt. Matthias Günther, Vorstand des Pestel-Instituts, spricht über kleine Wohnungen, soziale Wohnungen und Baulandentwicklung.

Samstag, 30.11.2019, 10:00 Uhr
Die Schwierigkeiten, Einwohnerzahlen zu prognostizieren, auf einen Blick: Lässt sich mit Geburten und Sterbefällen noch kalkulieren, macht der Wanderungssaldo Probleme.
Die Schwierigkeiten, Einwohnerzahlen zu prognostizieren, auf einen Blick: Lässt sich mit Geburten und Sterbefällen noch kalkulieren, macht der Wanderungssaldo Probleme. Foto: Pestel

Eine Zahl und viele Daten: In der Gemeinde Ascheberg werden jährlich 85 neue Wohnungen benötigt. Matthias Günther , Vorstand des Pestel-Instituts, sieht einerseits einen starken Bedarf an kleinen bezahlbaren Wohnungen, schreibt der Politik aber auch das Entwickeln von Bauland ins Buch. Bevor der Diplom-Ökonom die Zahl nennt, nimmt er die Gäste im Bürgerforum des Rathauses mit in die Glaskugel, um schrittweise zu erläutern, welche Daten genutzt werden, um am Ende eben diese eine Zahl nennen zu können.

Geburten, Sterbefälle und Wanderungsgewinne fließen in die Einwohnerzahl ein. Besonders schwer sind Zu- und Abwanderer zu greifen. Ascheberg gewinnt aus Münster und dem engeren Umfeld mit Senden, Nordkirchen, Drensteinfurt und Werne, verliert aber an Regionen, wo Bauen und Wohnen günstiger sind. Potenzielle Zuwanderer hätten aktuell Mühe, Wohnungen zu finden.

4000 Menschen arbeiten in Ascheberg

Da sich die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Ascheberg in 30 Jahren auf über 4000 Personen verdoppelt habe und davon 2500 Menschen einpendelten, gebe es Interesse, nach Ascheberg zu ziehen. Wenn die geburtenstarken Jahrgänge aus dem Berufsleben ausscheiden, sei Ascheberg mit dem guten Arbeitsmarkt stark auf Zuwanderer angewiesen.

Der Leerstand liege aktuell unter zwei Prozent. Betroffen davon seien auch Empfänger von Mindestsicherungsleistungen – 2018 etwa 840 Personen. Es gebe gerade einmal 113 Sozialwohnungen in Ascheberg.

Defizit ist bis 2025 hoch

Für den Blick nach vorne stellte Günther unterschiedliche Szenarien vor. Gemeinsam ist ihnen, dass bis zum Jahr 2025 ein Defizit an Wohnungen auszugleichen ist. Danach rechnet Günther auch bei hoher Zuwanderung nicht mit einer Zunahme der Erwachsenen. Deswegen gehe der Wohnungsbedarf langfristig zurück.

Wenn das Einkommen von Bauwilligen und die Preise fürs Bauen es zuließen, würden Ein- und Zweifamilienhäuser, weil sie sehr hoch wertgeschätzt würden, weiter benötigt. Der Zugang zu Sozialwohnungen gleiche einer Lotterie. In Ascheberg stehe nur für einen Bruchteil der Berechtigten sozialer Wohnraum zur Verfügung. Angesichts verschiedener Wenden (Klima, Energie, Mobilität, Landwirtschaft) würde er der Politik den Bau kleinerer Wohnungen empfehlen. Ausdrücklich nannte Günther aber auch, die Notwendigkeit einer langfristig angelegten Bodenpolitik, um weiteres Bauland zu entwickeln.

Klimaschutz muss beachtet werden

Mit Hilfe von Bund und Land dürften die Gemeinden bei diesem Thema nicht rechnen. Der Regionalplan könne eher bremsend als problemlösend wirken.

Gesche Ahmann vom Fachbereich Bauen und Wohnen sieht Ascheberg auf dem richtigen Weg. Einerseits seien mit dem Breilbusch und an den Bahnhofsgärten zwei Bereiche auf dem Weg zu neuen Baugebieten. Andererseits suche die Gemeinde in den Gebieten nach Möglichkeiten, sozialen Wohnungsbau zu ermöglichen.

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