Aktion soll Verkehrslage auf dem Altenhamm entspannen / Mehr Sicherheit für die Schüler
Kinder gehen zu Fuß zur Schule

Herbern -

Morgens ist es momentan dunkel, kalt und häufig auch nass – typisches Herbstwetter. Die Hochsaison für Elterntaxis zur Schule ist angelaufen. Doch Herberner Grundschüler wollen lieber zu Fuß gehen.

Montag, 02.12.2019, 18:00 Uhr
Gestern Morgen erhielten die Klassen der Mariengrundschule Herbern die Unterlagen für den Wettbewerb. Die Ausnahme am Montagmorgen: Nur wenige Kinder wurden mit dem Auto bis vor die Schultür gebracht.
Gestern Morgen erhielten die Klassen der Mariengrundschule Herbern die Unterlagen für den Wettbewerb. Die Ausnahme am Montagmorgen: Nur wenige Kinder wurden mit dem Auto bis vor die Schultür gebracht. Foto: hbm

„Ihr seid gebracht worden“, tritt Lea vor der Mariengrundschule Herbern einem Trio entgegen, das aus dem Schulweg kommend dem Haupteingang zustrebt. Bevor die drei Jungs sich über den Satz empören können, zeigt Lea nach unten: „Von euren Schuhen.“ Bei den Kindern ist das Projekt „Aktiv und sicher“ schon angekommen. An diesem Montagmorgen wohl auch bei den Eltern. Nur vereinzelt hält ein Auto direkt vor der Schule, um Kinder abzusetzen. Eine Mutter verschwindet samt Kind im Inneren der Schule und kehrt erst um, nachdem der Nachwuchs die Klasse erreicht hat.

Das Projekt, das gestern gestartet ist, gelingt nur gemeinsam. Deswegen nimmt Schulleiterin Sabine Küter in einem Elternbrief die Erwachsenen in die Pflicht: „Morgens ist es momentan dunkel, kalt und häufig auch nass – typisches Herbstwetter. Wir können verstehen, dass einige Eltern den Wunsch haben, ihre Kinder mit dem Auto sicher bis vor die Schultür zu bringen. Aufgrund der schwierigen Verkehrssituation vor der Schule und auf der Altenhammstraße führt dies leider immer wieder zu „brenzligen“ Situationen. Insbesondere unsere Schulkinder werden durch dieses erhöhte Verkehrsaufkommen gefährdet! Gemeinsam mit Ihnen, Ihren Kindern und unserer Schulgemeinschaft möchten wir diese Problematik in einem gemeinsamen Projekt ‚Aktiv und sicher‘ lösen.“

Gestern Morgen erhielten alle Klassen von der stellvertretenden Schulleiterin Annette Ueing die nötigen Unterlagen. Jedes Mal, wenn ein Kind zu Fuß zur Schule gekommen ist und wenn es mittags wieder per Pedes nach Hause geht, darf jeweils ein Schuh auf die Klassenliste gemalt werden. Für die Klasse mit den meisten Schuhen gibt es für einen Monat das goldene Schuhpaar. Der kleine Wettbewerb kann nur gelingen, wenn die Eltern ihren Kindern den Weg zur Schule ermöglichen. Küter und das Kollegium haben auch einen Vorschlag, wie das Projekt gelingen kann, wenn es von Eltern aus unterschiedlichen Gründen einmal nötig erachtet wird, das Auto trotzdem zu nutzen: „Fahren Sie Ihr Kind bitte nicht bis vor die Schultür, sondern lassen sie es am Amtsplatz oder dem Parkplatz am Sportplatz Siepen aussteigen.“

Neben dem Entspannen der kniffligen Verkehrssituation vor der Grundschule ist ein Anliegen, dass die Bewegung an der frischen Luft, bestenfalls in Laufgemeinschaften, sowohl das Immunsystem und die Konzentrationsfähigkeit der Kindes als auch ihre sozialen Kompetenzen stärkt. Die Kinder kommen wacher in der Schule an und können sich schneller auf den Unterricht konzentrieren. Und ganz besonders ist der Schule wichtig: Kinder lernen, sich sicher im Straßenverkehr zu bewegen, Gefahren einzuschätzen und auf sich aufzupassen. Das ist wichtig für seine Entwicklung.

Die Schule schreibt weiter: „Sie ermöglichen es Ihrem Kind, einen sinnvollen und wichtigen Beitrag für den Umweltschutz zu leisten.“ Mit dem Auftakt sind die Themen im Gespräch, sie werden im Laufe des Schuljahres intensiv aufgegriffen.

Die Schule appelliert in der Elternpost anschließend: „Bitte sorgen Sie dafür, dass Ihr Kind gut gesehen werden kann. Wir empfehlen eine Sicherheitsweste, Blinkies oder Ähnliches.“

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