Mustermanns zahlen 16,13 Euro mehr
Neue Gebühr wird für drei Jahre berechnet

Ascheberg -

Die Familie Mustermann darf sich für das nächste Jahr auf einen Gebühren- und Steuerbescheid der Gemeinde Ascheberg über 987,16 Euro einstellen. Und sie zahl eine neue Gebühr.

Dienstag, 03.12.2019, 08:00 Uhr
Seit 2012 weist der Steuer- und Gebührenbescheid für Familie Mustermann keine Sprünge auf. Den leichten Anstieg in diesem Jahr verursacht unter anderem die Gewässerunterhaltungsgebühr.
Seit 2012 weist der Steuer- und Gebührenbescheid für Familie Mustermann keine Sprünge auf. Den leichten Anstieg in diesem Jahr verursacht unter anderem die Gewässerunterhaltungsgebühr. Foto: Christ/Schwarze-Blanke

Die Familie Mustermann darf sich für das nächste Jahr auf einen Gebühren- und Steuerbescheid der Gemeinde Ascheberg über 987,16 Euro einstellen. Das sind 16,13 Euro mehr als die Kommune in diesem Jahr vom Konto der Mustermanns eingezogen hat.

Als aufmerksame WN-Leser werden die Mustermanns sich über eine neue Position im Gebührenbescheid nicht wundern. Erstmals werden sie für Gewässerunterhaltungsgebühren zur Kasse gebeten. Das sind Kosten, die den Wasser- und Bodenverbänden für das Unterhalten von Bächen und Gräben entstehen. Nach der neuen Rahmenrichtlinie müssen alle Grundstücksbesitzer dafür zur Kasse gebeten werden. Im Gebührenbescheid 2020 finden die Mustermanns eine Summe für die Jahre 2018 bis 2020, denn das veränderte Recht gilt seit eben 2018. Allerdings hat es gedauert, bis alle Flächen erfasst und in die Kategorien versiegelt und unversiegelt eingeteilt wurden.

Wundern könnten sich die Mustermanns, dass die Gemeinde bei den Gewässerunterhaltungsgebühren von 170 Quadratmetern versiegelter Fläche spricht, bei den Regenwassergebühren bisher aber nur 150 Quadratmeter versiegelte Fläche berechnet wurden. Das liegt am Gartenhaus der Familie. Es hat ein Dach von 20 Quadratmetern. Das Wasser landet in einer Regentonne und wird im Garten genutzt. Deswegen zählt es bei den Regenwassergebühren nicht mit. Die Gesetzesgrundlage für die Gewässerunterhaltungsgebühren ist anders. Hier gelten die 20 Quadratmeter als versiegelte Fläche, auch wenn das Wasser nicht in die Gräben gelangt.

Unter dem Strich werden bei den Mustermanns 7,67 Euro Gebühren für die drei Jahre stehen. Für die Folgejahre vielleicht interessant: Für 2020 errechnet sich eine Gebühr von 2,64 Euro, 2,60 Euro für 170 Quadratmeter versiegelte Fläche, vier Cent für die unversiegelte Fläche. Wie die meisten Bürger in den Ortslagen haben die Mustermanns den Vorteil, dass ihre Gebühren in Richtung Emmerbachverband fließen. Wie die meisten Gebiete in den Ortslagen der drei Gemeindeteile landet ihr Wasser im Emmerbach. In Herbern an der Papenbrede würden sie 12,55 Euro zahlen, weil das Wasser von dort in Richtung Horne fließt und der Verband deutlich höhere Kosten hat.

Der Hinweis, dass Mustermanns sich auf 987,16 Euro Steuern und Gebühren einstellen dürfen, steht vor dem Hintergrund, dass die Kalkulationen der Verwaltung noch von der Politik zu beraten und zu beschließen sind. Bürgermeister Dr. Bert Risthaus hat angekündigt, nicht an der Steuerschraube drehen zu wollen. Es bleibt für Mustermanns bei 222,05 Euro. Die Müllgebühr für die 80-Liter-Restmülltonne bei vierwöchiger Abfuhr sinkt auf 174,24 Euro. Die Gebühr für das Schmutzwasser wird um rund zehn Euro auf 520,20 Euro steigen. Für das Regenwasser sind 63 Euro zu zahlen, 4,50 Euro mehr als im Vorjahr.

Sparen können die Mustermanns nur über den Verbrauch ihres Wassers. Denn danach berechnet sich die Schmutzwassergebühr. Gegenüber Menschen an den Hauptstraßen bezahlen sie keine Straßenreinigungsgebühren. Im bevorstehenden Winter würden sie das vermutlich gerne tun, denn in Bereichen ohne öffentliche Reinigung muss selbst gefegt und Schnee geschoben werden.

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