Glossiert
Die Wiedergeburt des Davertnickels

Wer nicht an die Reinkarnation glaubt, den bringt diese Geschichte ins Grübeln. Der Davertnickel lässt grüßen.

Mittwoch, 04.12.2019, 08:00 Uhr aktualisiert: 09.12.2019, 09:46 Uhr
Bisher dachten die Davensberger, die Konikpferde in der Davert seien die Erben der Davertnickel. Die alte Pferderasse scheint nun aber als Amtsschimmel wiedergeboren zu sein.
Bisher dachten die Davensberger, die Konikpferde in der Davert seien die Erben der Davertnickel. Die alte Pferderasse scheint nun aber als Amtsschimmel wiedergeboren zu sein. Foto: hbm

Wer nicht an die Reinkarnation glaubt, den bringt diese Geschichte ins Grübeln. Denn der längst ausgestorbene Davertnickel, ein Wildpferd aus dem sumpfigen Gebiet am Rande der Gemeinde Ascheberg, meldet sich als Amtsschimmel zurück. Es war aber auch nickelig von den Davensbergern, dass sie ein neues Gesetz vom Rhein für ihr Dörfchen am Emmerbach nutzen wollen. Die Gemeinschaft ist sich einig, dass auf den Ortsschildern künftig der plattdeutsche Name des Davertdorfes stehen soll: Damich! Gewünscht, vom Rat beschlossen, getan. Denkste. Der Amtsschimmel entpuppt sich als Bürokratiemonster. Die Gemeinde hat „Damich“ an den Kreis geschickt. Eingangsstempel, draufschauen, an die Bezirksregierung Münster adressieren, Ausgangsstempel. Am Domplatz in Münster: Eingangsstempel, draufschauen, ans Ministerium für Heimat, Kommunales, Bauen und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen adressieren, Ausgangsstempel. Am Rhein, man ahnt es: Eingangsstempel, entscheiden, an die Bezirksregierung Münster adressieren, Ausgangsstempel. Wo die „Damich“-Reise durch die Amtsstuben gerade unterwegs ist, vermag die Gemeinde Ascheberg nicht zu sagen. Pressesprecherin Simone Böhnisch verweist auf den Gang der Dinge: „Anträge laufen über den Kreis und die Bezirksregierung. Da man von dort keine Eingangs- oder Ausgangsmitteilungen erhält, wissen wir leider nicht, wie weit die Bearbeitung gerade ist und wann wir mit einer Antwort rechnen können.“ Zu deutsch: Die Verwaltung weiß nicht, ob der Amtsschimmel im Schritt, im Trab oder sogar im Galopp unterwegs ist. Vielleicht sammeln die Davensberger einen Sack Hafer, damit er bei Kräften bleibt.

Ganz davertnickelig betrachtet, müssen sie ohnehin froh sein, dass die Landeskundler vom Landschaftsverband Westfalen-Lippe nicht mitreden wollen. Schließlich könnten sie Ahnung vom Plattdeutschen einfließen lassen. Noch eine Station mehr: Eingangsstempel, draufschauen, Ausgangsstempel.

Schauen wir mal, wer gewinnt: Das Rentier mit der Kutsche des Weihnachtsmanns oder der wiedergeborene Davertnickel mit der Damich-Post.

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