Kranke Linden an der Sandstraße
Allee als Entree ist gefährdet

Ascheberg -

Adieu Allee: 13 Linden zwischen Schlingermanns Hof und Eschenbachstraße sind krank und müssen gefällt werden. Dieses Vorhaben der Gemeinde, die Sicherheitsbedenken in die Waagschale wirft, löst Protest bei Bürgern aus.

Dienstag, 07.01.2020, 17:52 Uhr
Die Allee als Entree könnte bald passé sein: Bislang plant die Gemeinde, diese Linden auf der Sandstraße zu fällen, weil sie ein Sicherheitsrisiko für Nutzer von Gehwegen und Straße darstellen.
Die Allee als Entree könnte bald passé sein: Bislang plant die Gemeinde, diese Linden auf der Sandstraße zu fällen, weil sie ein Sicherheitsrisiko für Nutzer von Gehwegen und Straße darstellen. Foto: di

Dieses Portal entfaltet sogar ohne grünes Blätterdach in den Kronen seinen Reiz: Linden säumen die Sandstraße auf dem Weg in das Herz Aschebergs. Und die Allee als Entree ist vielen Aschebergern ans Herz gewachsen. Deshalb formiert sich Widerstand gegen die Pläne der Gemeinde, den Bäumen an den „Kragen“ zu gehen. In einem Bürgerantrag wollen 14 Ascheberger, die nach eigenem Bekunden für weitere Hunderte Ascheberger stehen, den Einsatz der Kettensäge verhindern oder den Kahlschlag behutsamer und angemessener ausfallen lassen.

Auch der Gemeindeverwaltung ist bewusst, dass sie eine heikle Mission verfolgt. Angesichts dessen, auf welch neuralgischem Gebiet sich die Kommune bei diesem Thema bewegt, sei die Kommunikation nicht optimal ausgefallen, räumte Dr. Bert Risthaus auf Anfrage ein. Nicht nur bei der Vermittlung des Vorhabens, sondern auch bei seiner Bewertung steuert das Rathaus jetzt nach: Nicht nur „fachkundige Mitarbeiter des Bauhofes“ sollen mit der Frage betraut werden, wie der Zustand der Bäume zwischen den Straßen Schlingermanns Hof und Eschenbachstraße zu bewerten ist, sondern auch externe Fachgutachter. „Es handelt sich um einen unabhängigen Sachverständigen für Bäume (Baumgutachter) einer anerkannten Fachfirma“, stellt Christian Scheipers , Leiter des Tiefbauamtes gegenüber den WN klar.

Wir werden uns daran halten.

Bürgermeister Risthaus verspricht, die Einschätzung eines Gutachters zu befolgen

Die Gemeinde werde auch keine isolierten Entscheidungen treffen, beteuern Scheipers und Risthaus. „Die Untere Naturschutzbehörde des Kreises Coesfeld wurde über die geplanten Baumfällarbeiten ausführlich informiert“, stellt der Tiefbauamtsleiter in einer Stellungnahme gegenüber den WN heraus. Die Gemeinde stehe ständig im Kontakt mit dem Kreis . Er werde ebenfalls das noch zu erstellende Baumgutachten erhalten. Auch Bürgermeister Risthaus hebt hervor, dass alle Informationen und die Debatte über das weitere Vorgehen öffentlich nachvollziehbar sein sollen – beispielsweise in der nächsten Sitzung des Bauausschusses.

Sicherheit hat für Gemeinde oberste Priorität

Woran Risthaus aber keinen Zweifel ließ, ist, dass der Sicherheit für alle Nutzer von Gehweg und Straße oberste Priorität zukommt – was sich im Übrigen mit dem Tenor des Bürgerantrags deckt, der ansonsten darauf pocht, unabhängige Experten und Behörden sowie eventuell den Nabu miteinzubeziehen.

Aus Sicht der Gemeinde, die hier keine generell unter Schutz stehende Allee erkennt, stellt sich das Bild bislang so dar: „Die Linden entlang des Friedhofs an der Sandstraße sind krank und nicht mehr standsicher. Sie bilden eine zu große Gefahr für alle Straßen- und Gehwegbenutzer. Gleiches gilt für die meisten Bäume auf der gegenüberliegenden Seite entlang der Festwiese. Für die übrigen Bäume in dieser Reihe ist diese Gefahr in den nächsten drei Jahren sicher zu erwarten. Aus diesem Grunde müssen die Bäume gefällt werden. Insgesamt handelt es sich um 13 Einzelbäume zwischen den Straßen Schlingermanns Hof und Eschenbachstraße“, so die Gemeinde in einer Pressemitteilung. Nicht alle Bäume seien gleich stark betroffen. Einige müssten sofort andere in den nächsten Jahren gefällt werden, um Sicherheitsrisiken zu vermeiden.

Keine Allee, sondern junge Bäume und Solitäre

Die Bäume entlang der Festwiese sollen im Frühjahr vollständig durch junge Linden ersetzt und von der Fahrbahn abgerückt werden, kündigt die Kommune an. Entlang des Friedhofs sollen keine neuen Bäume gepflanzt werden. Es werde aber geprüft, ob einzelne Bäume als Solitäre auf dem Friedhof in Straßennähe angepflanzt werden können.

So lautet das Szenario der Verwaltung. Sollte ein Experte andere Varianten aufzeichnen, werde die Gemeinde „sich entsprechend dem Gutachter verhalten“, versprach Risthaus.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7177085?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F104%2F158%2F
Narren trotzen der Naturgewalt
Trotz Sturmböen erhielten die Narren in Otti-Botti eine Starterlaubnis und der Umzug schlängelte sich durch die Narrenhochburg.
Nachrichten-Ticker