Letzter Einsatz ab 18. Januar
Hanne Rehr räumt den Regie-Stuhl

Ascheberg -

Es ist nie der richtige Zeitpunkt, es sei denn du machst ihn dazu. Hanne Rehr tut das.

Freitag, 10.01.2020, 19:33 Uhr aktualisiert: 14.01.2020, 16:01 Uhr
Für Hanne Rehr (l.) ist nun der Zeitpunkt gekommen, ihr Amt als Regisseurin bei der Ascheberger Kolpingspielschar in andere Hände zu legen. Christiane Höring (r.) übernimmt.
Für Hanne Rehr (l.) ist nun der Zeitpunkt gekommen, ihr Amt als Regisseurin bei der Ascheberger Kolpingspielschar in andere Hände zu legen. Christiane Höring (r.) übernimmt. Foto: tani

Wie war das noch gleich mit dem richtigen Zeitpunkt? Eine Lebensweisheit besagt: Es ist nie der richtige Zeitpunkt, es sei denn du machst ihn dazu. Hanne Rehr tut das. Und zwar genau jetzt. Seit 2001 führt sie Regie bei der Kolpingspielschar. Und dabei steht sie am 18. Januar, wenn sich der Vorhang zur Premiere von „Verdreihtes Diamantenroulette“ hebt, letztmalig als Regisseurin auf der Bühne, um das Stück anzukündigen. „Ich finde nichts schlimmer als wenn man an einem Posten klebt. Irgendwann muss mal frischer Wind rein“, sagt die Aschebergerin. Der kommt nun mit Christiane Höring . Die muss genau wie Hanne Rehr seinerzeit eine Voraussetzung erfüllen: „Sie muss auf der Bühne gestanden haben“, erklärt Rehr. Das tut Höring. Sie gibt ihr Debüt und schlüpft in die Rolle der Stefanie, eine verträumte Patientin. Für die Debütantin ein Jahr voller Arbeit. Beide eint dabei die plattdeutsche Sprache. „Die beherrschen wir“, verraten sie lächelnd. Für Rehr ist natürlich vieles längst Routine. Sie fährt mehrgleisig. Der Blick ins Buch, nebenbei die Bühne im Visier, hier Korrekturen, da Verbesserungsvorschläge – all diese Aufgaben sind ihr längst in Fleisch und Blut übergangen. Sie hat ihn immer ausgefüllt, diesen Posten als Regisseurin, den sie 2001 von Max Olbrich übernommen hat. Und dabei war sie nie nur als Regisseurin aktiv. Sondern auch im Vorstand der Kolpingspielschar. Viel Arbeit und das ehrenamtlich. „Aber diese Arbeit hat immer viel Spaß gemacht, denn man ist hier nie alleine, sondernd es steht ja immer das ganze Team hinter dir“, dankt Rehr da ihren treuen Mitstreitern. Zwei davon sagen ebenfalls „Auf Wiedersehen“. Sylvia Naber und Tönne Willige geben ihre Posten im Vorstand ab. „Der Zeitpunkt ist passend für uns, denn wir haben genug junge Leute“, so Rehr. Sie selbst verabschiedet sich nicht komplett. „Im Hintergrund gibt es genug zu tun“, sagt sie. Ihre Rolle hat die Aschebergerin über 40 Jahre ausgefüllt. Lange als Akteurin auf der Bühne, dann als Regieassistentin von Max Olbrich und dann fast zwei Jahrzehnte als Regisseurin. Eines hat sie allerdings nie getan: Eine Doppelrolle besetzt. Sprich: nie zeitgleich als Regisseurin und Akteurin im Einsatz. Höring tut das in diesem Jahr quasi. Sie ist in diesem Jahr „keine Regisseurin, sondern Regieassistentin“. Und da hat sie von der Auswahl des Stückes, über die Leseproben und Rollenbesetzungen bis hin zum aktiven Üben auf der Bühne alles durchlaufen. „Eine vielfältige Aufgabe, das war mir vorher gar nicht so klar“, sagt Höring. Aber für sie geht Probieren über Studieren. Sie stellt sich der Herausforderung. Eine Langzeitprognose kann sie natürlich noch nicht abgeben. Viele Abläufe sind ihr geläufig, schließlich ist ihr Mann Martin schon länger mit von der Partie bei der Kolpingspielschar. „Und da bekommt man einiges mit.“ Hanne Rehr hingegen nimmt Abschied. Mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Was sie an ihrer Arbeit am meisten fasziniert hat? „Die Entwicklung des Stückes, von der Auswahl über das Lesen, die Besetzung der Rollen und was dann letztendlich daraus entsteht, das ist das eigentlich Spannende an dieser Aufgabe.“

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