Abschied vor zwei Jahren verkündet
Martin Roth fühlt sich im Team wohl

Ascheberg -

Pfarrer Martin Roth hat heute vor zwei Jahren im Fusionsgottesdienst seinen Abschied aus Ascheberg verkündet. Nach 15 Jahren wechselte er zurück in die alte Heimat. Sein Wunsch: Der Einzelkämpfer wollte zum Teamplayer werden.

Dienstag, 14.01.2020, 08:00 Uhr
Martin Roth war 15 Jahre als Pfarrer in Ascheberg im Einsatz. Heute vor zwei Jahren hat er seinen Abschied und Wechsel nach Gelsenkirchen verkündet.
Martin Roth war 15 Jahre als Pfarrer in Ascheberg im Einsatz. Heute vor zwei Jahren hat er seinen Abschied und Wechsel nach Gelsenkirchen verkündet. Foto: hbm

Vom Einzelkämpfer zum Teamplayer! Diesen großen Wunsch hatte Pfarrer Martin Roth als er vor zwei Jahren im Fusionsgottesdienst der neuen Mirjam-Kirchengemeinde Ascheberg-Drensteinfurt seinen Abschied ankündigte. Zwei Jahre später ist für den Geistlichen klar: In der evangelische Christus-Kirchengemeinde Buer-Gelsenkirchen arbeitet Roth in einem Team, das fünf Pfarrerstellen bereithält. Und es ist genau das, was Roth nach 15 Jahren in Ascheberg gesucht hat.

Roth ist erster Ansprechpartner im Pfarrbezirk Resser Mark: „Die Arbeit in Gelsenkirchen ist eine ganz andere Hausnummer als in Ascheberg. Auch, wenn der Pfarrbezirk nördlich vom Kanal liegt, gibt es hier ganz andere soziale Verwerfungen als in Ascheberg.“ Im Pfarrbezirk wohnen viele Menschen mit Migrationswurzeln. Die Region sei vom Bergbau geprägt: „Das sieht man gleich, wenn man in unser Haus geht. Der Flur fällt nach hinten ab, man läuft nach unten. Der Bergbau hat Spuren hinterlassen. Es lohnt sich nicht, Bilder mit einer Wasserwaage aufzuhängen. Es ist eine ganz andere Welt.“

Aber: Die Christus-Kirchengemeinde hat die Fusion schon einige Zeit hinter sich. Die Strukturen sind gefestigter. Und es arbeiten fünf hauptamtliche Geistliche zusammen. Gemeinsam sind vier Kirchen zu betreuen. Es mangelt nicht an Arbeit, aber es gibt einen Austausch und es sind weniger Dinge davon abhängig, dass das Ehrenamt in der Gemeinde funktioniert. Roth empfindet das als große Entlastung. Neben den Geistlichen und den Mitarbeiterinnen in den vier Gemeindebüros, den Küstern und Chorleitern trägt ein Presbyterium mit 15 Mitgliedern die Arbeit.

Ein Hauptaufgabengebiet ist die Trauerarbeit. „Wir haben 250 Beerdigungen im Jahr, das sind 50 pro Nase. In Ascheberg hatte ich im Jahr 20 Beerdigungen“, nennt Roth Zahlen. Der Altersdurchschnitt ist entsprechend hoch. Die evangelische Kirche erfüllt viele soziale Aufgaben. Das verlangt der Alltag in dieser Region mit vielen Sorgen und Problemen von ihr: „Wir gehen in die Schulen und bieten auch ganz praktische Dinge an.“ Es geht darum, Kinder und Jugendliche aus ihrem Umfeld abzuholen.

Gegenüber Ascheberg schätzt Roth die Bereitschaft, sich auf Neues einzulassen: „Es sagen hier nicht alle: ‚Das haben wir schon seit 15 Jahren so gemacht‘. Die Bereitschaft, etwas zu wagen, ist größer.“ Zum letzten Mal in Ascheberg war Roth während der Auerochsenwoche. Was ihn aus seinem alten Umfeld interessiert, ergibt sich im Gespräch: Gibt es den großen Markt im Dorf schon?, ist die erste Frage Roths, der heute vor zwei Jahren seinen Abschied verkündete und dann im März nach Gelsenkirchen gewechselt ist. Frau Barbi Kohlhage arbeitet als evangelische Pfarrerin im Klinikum Vest Recklinghausen. Die Kinder sind in Berlin (Oscar) und Düsseldorf (Rosanna).

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