Regenmengen für Ascheberg
Trockener Sommer trübt Bilanz

Ascheberg -

2019 war genauso trocken wie 2018 – das ist immer wieder von Gartenbesitzern zu hören. Doch stimmt das auch? Daten, die an der Kläranlage Ascheberg erhoben wurden, zeichnen ein deutlich anderes Bild der Niederschlagsmengen.

Dienstag, 14.01.2020, 19:00 Uhr
Die Jahreskurve 2019 und die Durchschnittsmengen von 2010 bis 2018 zeigen deutlich, dass es im Sommer viel zu trocken war.
Die Jahreskurve 2019 und die Durchschnittsmengen von 2010 bis 2018 zeigen deutlich, dass es im Sommer viel zu trocken war. Foto: Christ

„Es muss so weiterregnen bis Ende März“, sagt Förster Wolf Meyer . Landwirt Bernd Mersmann wünscht sich ebenfalls, dass es wenigstens bis Ende Februar täglich Regenmengen gibt, „wie in den vergangenen Wochen“. Denn, dass stellen beide fest: „Es wird einige Zeit dauern, bis die Wasservorräte wieder aufgefüllt sind.“

Nach dem Dürrejahr 2018 wirkte auch 2019 wie ein eher trockenes Jahr. Zwischen der gefühlten und der tatsächlichen Regenmenge klafft aber vermutlich eine größere Lücke, denn mit 822 Litern Niederschlag liegt das Jahr 2019 nur um 34 Liter unter dem Durchschnitt der Jahre 2010 bis 2018. Zu Beginn des Jahrzehnts gab es 2011 mit 717 Litern und 2013 mit 740 Litern durchaus schlechtere Jahre. 2018 waren es nur 578 Liter. Gemessen wurden diese Daten an der Kläranlage Ascheberg am Steenrohr. Es dreht sich also um Ascheberger Zahlen.

Im Frühjahr waren die Landwirte noch zufrieden. Mit 124 Litern lieferte der März 2019 die größte Niederschlagsmenge während der abgelaufenen Dekade in diesem Monat. Doch dann wurde es trocken. Die nächsten fünf Monate lagen deutlich unter dem Durchschnitt, erreichten teilweise nicht einmal die Hälfte der Zehn-Jahres-Zahlen. Von Mai bis August fehlten 156 Liter zu den Durchschnittswerten.

„Die Borkenkäfer-Plage ist ein Ergebnis und hat den Fichten stark zugesetzt. Das ist allgemein bekannt“, erklärt Meyer. Zuletzt hat er beobachtet, dass der fehlende Sommerregen der Rotbuche stark zugesetzt hat. Meyer wundert sich nicht, denn der Boden ist zwar oben feucht, aber „wenn man ein bisschen kratzt, wird es schnell trocken.“ Das berichtet auch Mersmann: „Das Wasser hat kaum eine Chance, tiefer in den Boden einzusickern.“ Gefühlt hätten die Gräben zur Davert hin seit zwei Jahren nichts mehr zu tun gehabt.

Die Idee, bei starkem Regen, wie etwa im März 2019, die Drainage einfach „zu verstopfen“, damit das Wasser auf den Flächen bleibt, lässt Mersmann erschaudern: „Dann würden alle Wurzeln faul werden.“

Rausgerissen hat das Jahr 2019 der Endspurt. Der Oktober war mit 114 Litern ebenfalls ein Rekordmonat in der vergangenen Dekade. Der November lag 30 Liter über, der Dezember genau im Durchschnitt. Durch den Regen im Herbst fiel den Landwirten das Bearbeiten und Bestellen der Äcker zwar schwerer, aber Mersmann sieht das ganz pragmatisch: „Wir nehmen das gerne in Kauf, denn wir sind über jeden Liter Wasser froh.“

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