Gemeinde kauft Immobilie Bultenstraße 6
Kita-Helfer mit Rathaus-Perspektive

Ascheberg -

Die Gemeinde Ascheberg als Vermieter von Räumen für eine Pizzeria und eine Spielhalle. Gibt‘s nicht. Ab 1. August schon.

Freitag, 17.01.2020, 18:30 Uhr
Die Grundstücke des Rathauses und der Immobilie Bultenstraße 6 stoßen direkt aneinander. Das zeigt die langfristige Perspektive des Kaufes. Thomas Stohldreier, Dr. Bert Risthaus, Hubert Merten und Klaus van Roje erläuterten den Kauf.
Die Grundstücke des Rathauses und der Immobilie Bultenstraße 6 stoßen direkt aneinander. Das zeigt die langfristige Perspektive des Kaufes. Thomas Stohldreier, Dr. Bert Risthaus, Hubert Merten und Klaus van Roje erläuterten den Kauf. Foto: hbm

Die Gemeinde Ascheberg als Vermieter von Räumen für eine Pizzeria und eine Spielhalle. Hört sich kurios an, wird aber aus einem anderen Blickwinkel schnell verständlich: Die Familie Merten hat den Gebäudekomplex Bultenstraße 6 an die Gemeinde Ascheberg verkauft. Sie wird ab August die Räume, die jetzt von der Tagespflege genutzt werden, für eine dritte Gruppe der Mirjam-Kita umbauen. Darüber hinaus gibt es weitere Pläne.

Die Familie Merten hat 1890 an der Bultenstraße gebaut. Seither ist dort viel modernisiert und erweitert worden, berichtete Hubert Merten, der als Geschäftsführer der R.C.E. Merten Immobiliengesellschaft die Gespräche mit der Gemeinde geführt hatte. Für den 72-Jährigen ist der Verkauf des Elternhauses nach fast 50 Jahren ein Schlussstrich, denn er verwaltete die Immobilie ab 1971 nach dem Auflösen des elterlichen Textilgeschäftes: „Vor 25 Jahren habe ich die Immobilie auf die Kinder übertragen. Sie wohnen in Düsseldorf und Weinheim. Ihnen fehlt die Nähe zum Objekt, die fürs Verwalten nötig ist. Deswegen sind wir gemeinsam zum Entschluss gekommen, die Immobilie der Gemeinde anzubieten“, berichtete Merten. Ein Abschied aus Ascheberg sei das nicht: „Wir fühlen uns weiterhin mit der Gemeinde durch unsere Objekte am Katharinenplatz eng verbunden.“ 1973 zog in das Gebäude der erste Ascheberger Aldi ein.

Immobilie und Grundstück Grenzen am Rathaus-Gelände an.

Immobilie und Grundstück Grenzen am Rathaus-Gelände an. Foto: hbm

Die Gemeinde hat schnell zugegriffen. Kurzfristig bietet sich in den jetzigen Tagespflegeräumen die Möglichkeit, eine dritte Gruppe der Mirjam-Kita unterzubringen. Entscheidender war aber die Nähe zum Rathaus. „Wir haben gerade die Hochbauer im Keller des Rathauses untergebracht. Der Platz hier und im Nebengebäude an der Bultenstraße ist erschöpft. Wer weiß, wie die Aufgaben der Gemeinde und das Personal sich entwickeln. Wenn das Rathaus erweitert werden muss, dann bieten sich durch die räumliche Nähe verschiedene Alternativen“, informierte Bürgermeister Dr. Bert Risthaus. Spielraum erhält die Gemeinde auch durch den Kauf der gegenüberliegenden Parkplatzflächen.

Die Kosten der Grundstücke und der Immobilie sind an ein Wertgutachten des Gutachterausschusses des Kreises Coesfeld angelehnt. Das Eigentum geht zum 1. August an die Gemeinde über. Der Notartermin fand vor einer Woche statt, im Vorfeld hatte der Gemeinderat die Verwaltung ermächtigt, den Kauf abzuwickeln.

Auf die Tagespflegeräume greift die Gemeinde für die Kita direkt zu. Dafür wird auch ein Teil der 2000 Quadratmeter großen Fläche benötigt. Die anderen Mieter – eine Pizzeria mit 140 Quadratmetern, einer Spielhalle auf 210 Quadratmetern und zwei große Wohnungen von 164 und 205 Quadratmetern – sind von dem Verkauf nicht betroffen. „Wir führen die Mietverträge fort“, informierte Risthaus. Mehr noch: „Durch die Mieten soll sich die Investition der Gemeinde in den nächsten Jahren teilweise amortisieren. Die Pizzeria, so betont Merten, sei für diese Branche vermutlich einmalig: „Der Mietvertrag läuft schon seit 25 Jahren. Es gab keinen Wechsel. Das findet man nicht oft.“ Angesichts des Schließens von Gaststätten, so van Roje, wolle man das hier nicht forcieren.

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