FDP-Ortsparteitag in Davensberg
Optimismus in stürmischen Zeiten

Ascheberg -

Der FDP bläst der Wind ins Gesicht. Als Orkan Sabine langsam Fahrt aufnahm, trafen sich die Ascheberger Liberalen zum Ortsparteitag.

Montag, 10.02.2020, 19:57 Uhr aktualisiert: 10.02.2020, 20:00 Uhr
Der FDP-Vorsitzende Peter Leyers (Mitte) wurde ebenso wie Schatzmeister Stefan Brockhausen (r.) und Schriftführer Dr. Berthold Roters (l.) wiedergewählt. Auch der stellvertretende Vorsitzende Thomas Frigge bleibt im Amt. Er wurde in Abwesenheit bestätigt.
Der FDP-Vorsitzende Peter Leyers (Mitte) wurde ebenso wie Schatzmeister Stefan Brockhausen (r.) und Schriftführer Dr. Berthold Roters (l.) wiedergewählt. Auch der stellvertretende Vorsitzende Thomas Frigge bleibt im Amt. Er wurde in Abwesenheit bestätigt. Foto: Tina Nitsche

Der Sonntag war stürmisch. Ohne Frage. Da war allerdings Orkantief Sabine die Schuldige. Die Tage zuvor war der Sturm ein anderer. Ein politischer. Und natürlich fand Letztgenannter auch Anklang, als Peter Leyers , Vorsitzender des FDP Ortsverein Ascheberg, die Mitglieder in der Gaststätte Elvering zum Ortsparteitag der FDP begrüßte. „Willkommen in stürmischen Zeiten.“ Dass diese jedoch nicht mit der kommunalpolitischen Ebene verwechselt werden dürfen, machte Leyers gleich eingangs klar. „Natürlich haben die Vorkommnisse in Thüringen die Welt bewegt, aber ich hoffe, es passiert jetzt auf den anderen Ebenen nichts mehr, was uns an der Basis ein Beinchen stellt.“ Dass sich die Vorkommnisse in der großen Politik natürlich immer auch auf die „Kleinen“ niederschlagen, darüber ist sich Leyers bewusst. Thüringen wirke sich auf die Ascheberg nicht negativ aus. Im Gegenteil. Denn so trat noch am Sonntag ein neues Mitglied dem Ortsverein bei, ein kurz zuvor neu eingetretenes Mitglied saß bereits mit am Tisch. „Wir sind eine kleine schlagfertige Truppe, und in Anbetracht der Kommunalwahlen haben wir Ziele“, so Leyers. Die FDP will wieder ihren Fraktions-Status erlangen. Ratsmitglied Jochen Wismann gab einen Überblick über die Schwerpunkte im Jahr 2019. Einer davon ist das integrative Entwicklungskonzept, das aufgestellt wurde und auch die Platzgestaltung im Ascheberger Ortskern beinhaltet. „In Ascheberg selbst ist es uns gelungen, mit dem HIT-Markt einen neuen Lebensmittelmarkt anzusiedeln“, so Wismann, der einen weiteren positiven Aspekt aufzeigte. „Sobald er da ist, kommt in das jetzige K&K-Gebäude ein Drogeriemarkt. Für die Feuerwehr Ascheberg ist ein Standort an der Lüdinghauser Straße gefunden worden, „wenngleich wir einen Standort an der Herberner Straße als Funktionelleren favorisiert hätten.“ Für Bildung müsse man Geld in die Hand nehmen. „Wir haben den elften Kindergarten in Ascheberg angeschoben, die Verwaltung leistet hier gute Arbeit.“ Die Konzentration der Profilschule in Ascheberg begrüßt die FDP. „Übrigens mit Abstand die größte Investitionssumme, die seit langem in Sachen Bildung getätigt wurde“, so Wismann. Die Mariengrundschule Herbern, als funktionierender Standort in das demnächst freiwerdende Profilschulgebäude Herbern zu verlegen, hält die FDP für nicht so gut, zumal sie die Investition Aula dort nicht als unbedingt sinnvoll erachtet. „Da stellt sich die Verkehrsfrage auf der Altenhammstraße. Da müsste dann Abhilfe in Form von Verkehrsumleitungen geschaffen werden.“ Das Sportstättenkonzept in der Gemeinde sei wichtig, allerdings müsse man sich da auch konkret fragen, was gebraucht wird, und was sich die Gemeinde leisten kann. Weitere Schwerpunktthemen sind die Vermarktung der Neubaugebiete gewesen. Die Gestaltung der Vorgärten sollte man den Eigentümern überlassen, „Vorgaben widersprechen da unserem liberalen Verständnis. Wichtiger sind da die Blühstreifen, die auch Insektenschutz beinhalten.“ Ein wichtiges Thema ist zudem der Klimaschutz gewesen, ebenso wie die Personalfrage. Hier sind viele Stellen geschaffen worden, so die der Wirtschaftsförderin, aber da müsse man die Kosten im Blick behalten. „Uns Liberalen macht es Spaß den Ort mitzugestalten.

Leyers: Die AFD ist brandgefährlich

Die Geschehnisse in Thüringen sind das derzeitige Dauerthema. Natürlich beschäftigt es ebenfalls die Verbände auf kommunaler Ebene. So hat Peter Leyers, Vorsitzender des FDP-Ortsvereins Ascheberg, dieses Thema beim Ortsparteitag nicht unkommentiert gelassen. „Die Stellungnahme vom Orts- und Fraktionsvorsitzenden der FDP Lüdinghausen, Gregor Schäfer, und vom Kreisvorsitzenden Henning Höne, teilen wir voll und ganz.“ Leyers machte deutlich, auch um Verwechselungen auszuschließen, dass in Thüringen nach demokratischen Regeln gewählt wurde. „Das Ergebnis des dritten Wahlgangs mündete jedoch im Desaster. Da gibt es nichts zu relativieren oder gar zu beschönigen. Da bleibt nur eines: Sich zu entschuldigen.“ Für die Liberalen müsse die Quintessenz daraus sein, dass die Kante zur AFD noch schärfer gezogen werden muss. „Jegliche Zusammenarbeit mit extremistischen Parteien, wie der AFD, muss auf allen Ebenen ausgeschlossen sein. Jedem, der die AFD wählt, um damit seinen Protest gegenüber den anderen Parteien auszudrücken, muss klar sein, dass er grob fahrlässig handelt“, machte Peter Leyers deutlich und fügte an: „Die AFD ist nicht alternativ, nein, sie ist brandgefährlich.“ Bürgern, die das erkennen und umkehren, „denen müssen wir Antworten auf ihre Fragen geben, damit die Demokratie nicht noch mehr Schaden nimmt“, betonte Leyers.

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Packen wir es an, es gibt viel zu tun“, so Wismann abschließend. Anschließend stellte sich Thomas Stohldreier den Freien Demokraten vor: Der 47-Jährige soll von der CDU als Bürgermeisterkandidat aufgestellt werden und seit einem Jahr in Ascheberg. Besonders bemerkenswert fand er die Offenheit mit dem ihn die Menschen hier begegnet sind. Er selbst sei parteilos, nehme aber gerne die neue Herausforderung an, die sich ihm als Bürgermeisterkandidat stellt. Wichtig seien ihm Themen wie Bildung, das Zusammenleben stärken und vor allem das Ehrenamt. „Denn das macht uns aus und ist hier in der Gemeinde richtig ausgeprägt.“ Bei den anschließenden Wahlen herrschte Einigkeit. Peter Leyers wurde als Vorsitzender wiedergewählt. Ebenso wie sein Stellvertreter Thomas Frigge in Abwesenheit in seinem Amt bestätigt wurde. Dr. Berthold Roters bleibt Schriftführer, Stefan Brockhausen Kassierer und Stephan Schiwy Kassenprüfer. Neu an Bord ist Ralf Lohe als stellvertretender Kassenprüfer.

Am 22. März findet um 15 Uhr in der Gaststätte Börger-Elvering der FDP-Wahlparteitag statt.

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