Marienschule Herbern
„Mein Körper gehört mir“

Herbern -

Selbstvertrauen und den Mut, auch mal „nein“ zu sagen, vermittelt das dreiteilige pädagogische Projekt gegen sexuellen Missbrauch „Mein Körper gehört mir“.

Freitag, 14.02.2020, 08:00 Uhr aktualisiert: 14.02.2020, 16:24 Uhr
Joscha Gingold und Leona Pallas schlüpften fürs Projekt in verschiedene Rollen. Foto: ghb
Joscha Gingold und Leona Pallas schlüpften fürs Projekt in verschiedene Rollen. Foto: ghb

Selbstvertrauen und den Mut, auch mal „nein“ zu sagen, vermittelt das dreiteilige pädagogische Projekt gegen sexuellen Missbrauch „Mein Körper gehört mir“. Drei Mal ist die theaterpädagogische Werkstatt Osnabrück in der Marienschule zu Gast und stellt spielerisch dar, was es mit dem „Ja-Gefühl“ und dem „Nein-Gefühl“ so auf sich hat.

„Das Projekt gehört in der Marienschule zum festen Angebot im vierten Schuljahr“, sagte Klassenlehrerin Hedwig Beermann . Ein Teil der Kosten werde vom Förderverein übernommen. Nach dem Auftakt vor einer Woche stand gestern der zweite Termin an. Am Mittwoch (19. Februar) ist der dritte und letzte Besuch der Theaterwerkstatt.

Gestern wurde den Kindern vermittelt, was bei Verabredungen im Chat geschehen kann und welche klaren Regeln sie zum eigenen Schutz vor Missbrauch beherzigen können. Denn bevor sie sich verabreden, sollten sie sich selbst drei Fragen beantworten: „Habe ich ein Ja- oder Nein-Gefühl? Weiß jemand, wo ich bin? Kann ich Hilfe bekommen, wenn ich sie brauche?“

Im dritten Teil des Projektes wird den Kindern aufgezeigt, wo sie Hilfe bekommen können. Eine Möglichkeit ist zum Beispiel die „Nummer gegen Kummer“, schilderte Beermann.

In den beiden Vorstellungen schlüpften die Schauspieler Joscha Gingold und Leona Pallas in der Aula unterm Dach der Marienschule in verschiedene Rollen und entführten die Kinder in kleine Geschichten des Alltags. Da war die Szene im Bus, in der ein Junge sich neben ein Mädchen setzt und plötzlich ungefragt seinen Arm um ihre Schulter legt. In der ersten Version verhält sich das Mädchen still und unterdrückt ihr Nein-Gefühl. In der zweiten Version aber ruft das Mädchen laut nein und der Junge läuft weg.

Auch in anderen Szenen wird gezeigt, wie körperliche Grenzen von Kindern überschritten werden und Facetten sexualisierter Gewalt thematisiert. Zum Beispiel, wenn ein Nachbar, der einem Jungen eigentlich nur Tennisspielen beibringen will, ihn dann aber an den Po fasst.

„Warum ist es denn wichtig, nein zu sagen?“, wollte Leona von den Kindern wissen. „Dann fühlt man sich gut“ oder „Dann weiß der andere, was man will“, fanden die Viertklässler. Durch das Rollenspiel können die Jungen und Mädchen nicht nur mitfühlen und mitdenken, sondern auch erkennen, wo sie Hilfe finden - bei der Mutter, der Polizei oder bei der Lehrerin.

Mit der Stärkung der eigenen Ja- und Nein-Gefühle will „Mein Körper gehört mir“ den Kinder so vorbeugend Schutz vor sexuellem Missbrauch bieten. „Sie sollen auch wissen, was zu tun ist, wenn es passiert und wer Schuld hat“, beschrieben Pallas und Gingold die Zielsetzung.

Vor dem Start des theaterpädagogischen Projektes sind aber immer auch die Eltern der Viertklässler gefragt. In einem Infoabend werden ihnen die Szenen, die die Kinder zu sehen bekommen, gezeigt und Fragen beantwortet, schilderte Hedwig Beermann das Prozedere.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7257764?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F104%2F158%2F
Unbekannte sprengen Geldautomat
Die Sprengung des Geldautomaten an der Westfalen Tankstelle hat heftige Folgeschäden hinterlassen: Schaufenster und Tür sind demoliert worden.
Nachrichten-Ticker