Einsatz gegen Eichenprozessionsspinner
Meisen-Häuschen sollen helfen

Herbern -

Der Golfclub Westerwinkel will neue Wege gegen den Eichenprozessionsspinner gehen. Er will nicht warten, bis die Raupen ungestört unterwegs sind.

Samstag, 15.02.2020, 16:30 Uhr
Die Golfer haben 30 Nistkästen für Meisen aufgehängt, um den Eichenprozessionsspinner zu bekämpfen.
Die Golfer haben 30 Nistkästen für Meisen aufgehängt, um den Eichenprozessionsspinner zu bekämpfen. Foto: privat

Der Golfclub Westerwinkel will neue Wege gegen den Eichenprozessionsspinner gehen. Meisen sollen im nächsten Sommer für eine Linderung des Befallens sorgen. 30 Nistkästen wurden jetzt mit Rücksprache der merveldtschen Verwaltung angeschafft und aufgehängt.

Sechs Mitglieder der sogenannten „Jungsenioren Mannschaft AK 30“ rund um „Spielführer“ und Vorstandsmitglied Jens Hölscher haben an Eichen, die im vergangenen Jahr vom Eichenprozessionsspinner befallenen waren, die Nistkästen in entsprechender Höhe und Ausrichtung gemäß Vorgaben des „Naturschutzbund Deutschland“ angebracht. So soll auf ökologische Weise dem Schädling entgegengewirkt werden.

Falls der Versuch positiv ausfällt, werden, wenn nötig, noch weitere Kästen angeschafft, um Golfer und Fußgänger zu schützen. Wie Hölscher erklärte, seien im vergangenen Jahr erstmalig vermehrt die Eichenprozessionsspinner am Golfplatz und im Schlosspark Westerwinkel aufgetreten.

Was man über den Eichenprozessionsspinner wissen sollte

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  • Im Münsterland breitet sich der Eichenprozessionsspinner in diesem Jahr besonders aus. Der Körper der bis zu fünf Zentimeter langen Raupe ist mit gefährlichen Brennhaaren übersät. Die Raupe ist an einem schwarz-braunen Streifen auf dem Rücken zu erkennen.

    Foto: Patrick Pleul (dpa)
  • Hauptsächlich an Eichen, manchmal aber auch an Hainbuchen spinnen die Raupen ihre Nester.

    Foto: Michael Schwakenberg
  • Aus Gelegen von 100 bis 200 Eiern schlüpfen Anfang Mai kleine Larven, die bis zur Verpuppung fünf bis sechs Stadien durchlaufen. Nach der Verpuppung ist das Tier ein brauner, unscheinbarer Nachtfalter.

    Foto: Bodo Marks (dpa)
  • Im „Gänsemarsch“ gehen die Raupen auf die Suche nach Nahrung – bevorzugt Eichenblätter. Durch diese „Prozession“ sind die Tiere zu ihrem Namen gekommen.

    Foto: Peter Roggenthin (dpa)
  • Ab dem dritten Stadium entwickeln sich bei den Larven Brennhaare mit Widerhaken, die ein Nesselgift (Thaumetopoein) enthalten. Bei unmittelbarem Kontakt kann das zu Hautentzündungen führen, bei empfindlichen Menschen auch zu allergischen Reaktionen. Typische Symptome sind Juckreiz, Hautrötung und Bläschen. Die Beschwerden klingen meist nach wenigen Tagen ab.

    Foto: Bernd Schäfer
  • Wer ein Nest entdeckt, sollte es deshalb nicht anfassen, sondern eine Fachfirma mit der Entfernung beauftragen, raten Behörden.

    Foto: hbm
  • So sieht ein entferntes Nest aus. Hohe Temperaturen und wenig Regen im Mai und Juni begünstigen die Verbreitung der Raupen.

    Foto: Paul Meyer zu Brickwedde

Die Nester wurden damals von den Golfclub Mitgliedern Andreas Dornheim, Dennis Närdemann und Jens Hölscher bei hohen Temperaturen unter „Vollschutz“ mittels „Industriesaugern“ entfernt worden. Die drei Mitglieder wurden dafür beim Jahresabschluss der Mannschaften mit der neu ins Leben gerufenen „Member oft the Year“-Auszeichnung geehrt.

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