Amtliche Statistik für das Jahr 2019
Weniger Gäste in heimischen Hotels

Ascheberg -

Hängen an den Ascheberger Hotels bald Schilder mit dem Hinweis „Zimmer frei“. Die Übernachtungszahlen sind im vergangenen Jahr auf jeden Fall deutlich gesunken.

Donnerstag, 20.02.2020, 08:00 Uhr aktualisiert: 20.02.2020, 09:29 Uhr
Grafik Übernachtungen
Grafik Übernachtungen Foto: Jürgen Christ

Michael Stattmann lacht lauthals. Nein, ein großes Schild mit Hinweis „Zimmer frei“ muss er im Umfeld des Hotels Clemens August an der Davensberger Burgstraße nicht aufstellen. Auf die Idee, so einen Vorschlag zu unterbreiten, könnte kommen, wer die amtlichen Übernachtungszahlen für Ascheberg liest. IT.NRW hat für 2019 in Ascheberg 34 130 Übernachtungen aufaddiert. Das sind 6,6 Prozent weniger als im Vorjahr. Die Zahl der Gäste ist noch deutlicher gesunken. Von 22 542 ging es runter auf 19 620 Ankünfte. Immerhin sind Menschen, die da waren, etwas länger geblieben. Trotzdem: Überall werden positive Zahlen bejubelt, im Kreis Coesfeld gab es ein Plus von 5,8 Prozent, nur in Ascheberg ging es bergab. Runter in einen Bereich, der seit 15 Jahren immer übertroffen wurde.

Also doch „Zimmer frei“? Michael Stattmann hält dagegen: „Wir hatten trotz des Umbaus unser bestes Jahr. Es ist für uns super gelaufen. Wir haben keinen Grund zur Klage, wir freuen uns.“ Weil gerade die größte Adresse am Ort das Gegenteil der amtlichen Statistik widerspiegelt, steht Martin Bußkamp , Geschäftsführer von Ascheberg Marketing, vor einem Rätsel: „Mir fällt keine passende Antwort ein. Diese Statistik ist mir suspekt.“

Ein Hinweis zum Minus sind weniger Gäste aus dem Ausland. „Wir liegen auf dem Weg vom Norden in den Süden und umgekehrt, richtig gut. Skandinavier machen hier halt, aber auch Franzosen und Italiener“, berichtet Stattmann.

Zur Statistik

In der amtlichen Statistik werden Hotels mit mindestens zehn Betten berücksichtigt. In sechs Häusern in der Gemeinde Ascheberg standen 2019 genau 327 Betten zur Verfügung. Die Auslastung lag bei 29,6 Prozent. Auf Kreisebene werden 44,6 Prozent erzielt. Das ist fast genau der Landesschnitt, der bei 44,7 Prozent liegt. Im Regierungsbezirk Münster sind es nur 40,8 Prozent.

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Ein Grund für den Rückgang liegt aber auf der Hand: Das Hotel Jagdschlösschen ist wegen des Umbaus Weihnachten 2018 geschlossen worden. 46 Betten standen leer und erst zum November hin wieder zur Verfügung. Franz-Josef Schütte nährt die Hoffnungen, dass sich die Übernachtungszahlen im nächsten Jahr deutlich verbessert präsentieren: „Wir sind aktuell an zwei, drei Tagen in der Woche ausgebucht.“

Ein volles Haus ist auch, was Bußkamp zweifeln lässt: „Wir haben schon einige Male bei Anfragen am Wochenende geschaut und da waren die meisten Häuser voll.“

Also für die Zukunft besser „Zimmer belegt“ statt „Zimmer frei“ – Michael Stattmann lacht zwar nicht, mag aber auch großen Optimismus nicht teilen. Das Hotel Clemens August hat sich durch die Bauarbeiten, die im vergangenen Jahr abgeschlossen wurden, bestens für die Zukunft aufgestellt. Aus dem nahen Münster sei aber von einigen Hotelbauplänen zu hören: „Das wird spannend, ob die Leute wirklich in die Stadt gehen oder sich für guten Service auf dem ruhigen Land entscheiden.“ Die Statistiker von IT.NRW werden es Jahr für Jahr vermelden.

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