Ein Sommer ohne Schützen- und Volksfeste
Richtung steht – Warten auf Details

Ascheberg -

Keine Großveranstaltungen bis zum 31. August! Das Signal aus Berlin ist klar. In definitive Absagen ist das bisher aber nicht umgewandelt worden.

Freitag, 17.04.2020, 18:40 Uhr
Absage der Jacobikirmes
Absage der Jacobikirmes Foto: Theo Heitbaum

Keine Großveranstaltungen bis zum 31. August! Das Signal aus Berlin ist klar. Der Gemeinde Ascheberg steht ein Sommer ohne Schützen- und Volksfeste ins Haus. Konkrete Absagen gibt es bisher aber noch nicht. Einzig der Schützenverein Nordick hat schon vor der Botschaft aus Berlin die Notbremse gezogen.

In der Ascheberger Verwaltung ist bereits über die Kirmes-Triologie im Sommer diskutiert worden. Die Schausteller-Besuche in Herbern, Davensberg und Ascheberg weisen schon auf eine Schwierigkeit hin. Groß, richtig groß ist nur die Jacobikirmes. Dass beispielsweise die feucht-fröhliche Glückseligkeit in der Weinlaube mit der gebotenen Corona-Vorsicht kollidiert, ist leicht zu entschlüsseln. Aber wie sind die ums Überleben kämpfende Kirmes in Herbern und das kleine Dorffest in Davensberg zu bewerten? Aus dem Rathaus heißt es dazu, dass man erst die genauen Vorgaben des Landes abwarten möchte, bevor dann Fragestellungen wie „Welche Folgen hat eine Absage in Ascheberg für eine mögliche Kirmes in Herbern?“ oder „Kommen überhaupt Schausteller nach Herbern, wenn Ascheberg ausfällt?“ diskutiert werden. Letztlich erhofft die Verwaltung sich auch Aufschluss darüber, wie ein Schlussstrich für den Sommer 2020 gezogen werden kann. Die Kirmesveranstaltungen sind per Satzung vom Rat festgelegt worden. Zu klären ist also, ob auch nur er diese Termine wieder aufheben kann.

Vor fünf Jahren tobte am letzten Juli-Wochenende ein Sturm über Ascheberg und führte zu einem Novum: Der Start der Jacobikirmes wurde abgesagt, am Samstag blieben alle Stände zu, dafür hängten Schausteller und Ascheberger einfach den Dienstag als dritten Volksfesttag ans Geschehen dran. So eine Notlösung ist aktuell nicht in Sicht.

Die meisten Schützenvereine halten sich noch bedeckt. Vorständler räumen im Gespräch mit den Westfälischen Nachrichten zwar ein, dass sie sich „gedanklich vom Durchführen der Feste verabschiedet haben“, aber alle wollen abwarten, wie genau das Land die Vorgaben formulieren wird. In der Regel haben alle Vereine und Bruderschaften Verträge mit Festwirten und Musikern abgeschlossen, die nicht willkürlich gekündigt werden können. Schließlich brechen Zeltverleihern, Festwirten, Musikern und DJs Einnahmen weg, die über Jahrzehnte verlässlich zu erzielen waren.

Der Schützenverein Nordick, der traditionell die Festsaison eröffnet, hat schon vor dem Aus für Großveranstaltungen bis zum 31. August seine Feier inklusive aller Vorbereitungen abgesagt. Die anderen Vereine bemühen sich zügig um Klarheit. Besonders hart trifft die Corona-Pandemie den Bürgerschützenverein Davensberg, der im Juni sein 100-jähriges Bestehen feiern wollte. Zuletzt ist ein Schützenfest in der Gemeinde Ascheberg im Jahr 1999 aus persönlichen Gründen abgesagt worden.

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