Gemeinschaft wird fehlen
Kugelfang und Festplatz bleiben heute leer

Ascheberg -

Normalerweise würden sie heute am Mikrofon stehen, Gäste begrüßen, Mitglieder ehren und eine neue Majestät proklamieren. Auf dem Schützenplatz erklären Andreas Reckel und Dietmar Panske den WN hingegen, was nach der Absage passiert ist und was ihnen an diesem Wochenende fehlen wird.

Donnerstag, 21.05.2020, 09:02 Uhr aktualisiert: 21.05.2020, 11:38 Uhr
Dietmar Panske und Andreas Reckel
Dietmar Panske und Andreas Reckel Foto: Theo Heitbaum

„Als ich vergangene Woche auf die WetterApp geschaut habe, dachte ich zuerst: Das Wetter passt an Christi Himmelfahrt wieder wunderbar“, Dietmar Panske , zweiter Vorsitzender der Ascheberger Bürgerschützen, ist vor weiteren Gedanken schnell von den surrealen Zeiten eingeholt worden. Denn am heutigen Feiertag werden auf dem Platz an Schlingermanns Weide wie immer Autos parken. Das Schützenfest ist schon vor Wochen wegen der Corona-Pandemie abgesagt worden. „Das war alternativlos. Die Umfrage in der WhatsApp-Gruppe des Vorstandes hat eine Minute gedauert und war einstimmig“, erklärt Präsident Andreas Reckel . Das Duo ist zum WN-Gespräch dorthin gekommen, wo sie ab heute für vier Tage mit den Bürgerschützen die Regie in Ascheberg übernommen hätten. Der Kugelfang hinter ihnen ist am Boden und bleibt natürlich unten. „Es gab die Idee, einen neuen König auf einem Schießstand auszuschießen“, berichtet Reckel von Reaktionen auf das Schützenfest-Aus in diesem Jahr. Aber: „Wir haben mit unseren Majestäten entschieden, dass sich ihre Regentschaft um ein Jahr verlängert. Das machen die anderen Vereine auch so“, sieht Reckel seinen Verein als Vorreiter nicht allein gelassen. Insgesamt hat das Duo nur wenige Stimmen mitbekommen, aus denen Unverständnis sprach.

Bürgerschützenfest 1980 in Ascheberg

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    Foto: WN-Archiv
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„Wir waren so weit, dass wir starten konnten. Die Genehmigungen lagen alle vor, die Verträge waren geschlossen“, informiert Panske über den Sachstand bei der Absage. Durch die Verordnungen der Politik, so Reckel, habe man aus den Verträgen unbeschadet aussteigen können. Mit Festwirt Frank Strohbücker sei man in einem guten Austausch gewesen. Der Musik habe man angeboten, im nächsten Jahr zu spielen. Trotz der Einnahmeausfälle habe es von der anderen Seite Verständnis für die Entscheidung gegeben.

Andreas Reckel (59) gehörte 1979 zu einem Quartett, das den Fahnenschlag zurück in den Verein brachte. Seither ist ihm kein Schützenfest entgangen. Dietmar Panske hätte dieses Jahr sein Silberjubiläum gefeiert: „Ich bin seit 1995 dabei und habe ebenfalls kein Fest verpasst“, erklärt der 53-Jährige, der vor 25 Jahren aus Greven nach Ascheberg kam und da schon Schützenfesterfahrung mitbrachte: „Ich bin mit 16 Jahren zum ersten Mal auf einem Schützenfest gewesen.“

Andreas Reckel beim Fahnenschlag 1982

Andreas Reckel beim Fahnenschlag 1982 Foto: WN-Archiv

Einig ist das Duo sich, wenn es um Dinge geht, die sie durch den Ausfall des Schützenfestes vermissen werden: „Die Gemeinschaft“, sagen sie im Chor. „Man trifft und redet mit so vielen Leuten, wie sonst kaum im Jahr“, erklärt Reckel. Panske ergänzt: „Wie bei der Kirmes gibt es Leute, die wegen des Schützenfestes wieder nach Ascheberg kommen.“ Beide verweisen darauf, dass gerade am Vatertag viele Gruppen kommen, Freunde aus Nachbarvereinen. Nicht nur Reckel und Panske wird ab heute etwas fehlen. Als einzige Aktion hat der Vorstand gestern Abend in der Kapelle einen Kranz zu Ehren der Verstorbenen niedergelegt.

Kein Fest, keine Verantwortung – dass ihnen vielleicht eine Last genommen wurde, steht für die Vorständler etwas zurück, weil normalerweise alles bestens vorbereitet ist. „Ich bin immer froh, wenn die Disco mit über 1000 Leuten gut gelaufen ist“, greift Reckel den Aspekt auf.

Nicht nur das eigene Fest ist gestrichen, auch alle Feiern der Nachbarvereine. „Das entschleunigt sicher, denn es sind im Sommer einige Besuche, die wegfallen., Aber wir tun da ja gerne“, beschreibt Panske die beiden Seiten. Besonders fühlen sie mit den Vorstandskollegen in Davensberg mit. „Zum Jubiläum wäre ich total gerne gefahren. Dafür macht man sich noch mehr Gedanken und Arbeit. Das ist für die Davensberger ganz bitter.“

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