Schulstandort Davensberg
Rückkehr der Jahrgangsklassen

Ascheberg -

Vier Jahrgänge in einer Klasse: Im Sommer ist in Davensberg mit dieser Klassenbildung Schluss. Dem „Hemmen-Faktor“ sei Dank.

Samstag, 23.05.2020, 09:53 Uhr aktualisiert: 25.05.2020, 16:42 Uhr
Das jahrgangsübergreifende Lernen am Standort Davensberg der Lambertusschule Ascheberg läuft im Sommer aus.
Das jahrgangsübergreifende Lernen am Standort Davensberg der Lambertusschule Ascheberg läuft im Sommer aus. Foto: Theo Heitbaum

Vier Jahrgänge in einer Klasse: Mit einem besonderen Konzept hat die Lambertusschule Ascheberg den Standort Davensberg 2012 gesichert. Acht Jahre später steht das Schulangebot im Davertdorf nicht mehr auf einem wackeligen Fundament, die Schülerzahlen entwickeln sich nach oben. Deswegen wird das pädagogische Konzept dem Hauptstandort angeglichen. Ab dem Sommer gibt es in Davensberg wieder Jahrgangsklassen, das jahrgangsübergreifende Lernen wird Geschichte.

Bei der Gemeinde Ascheberg steht nicht nur die Profilschule auf der Tagesordnung. Auch für die Lambertusschule in Ascheberg wird intensiv über neue Räume nachgedacht. Wie die Grundschule demnächst aussehen könnte, ist vor allen Dingen von den erwarteten Schülerzahlen abhängig. „Wir haben die Daten zusammengestellt und angeschaut. Dabei ist uns auch aufgefallen, dass die Schülerzahlen sich in Davensberg positiv entwickeln“, berichtet Andrea Blanke , die in der Ascheberger Verwaltung Schulfragen beantwortet. Für sie zeigt sich jetzt, dass die Rettungsaktion des Standortes Davensberg Früchte trägt. Weil es die Grundschule vor Ort gebe, zögen Familien ins Davertdorf. Mit dem Blick auf das Baugebiet Hemmen sei man zu Schülerzahlen gekommen, die über einen längeren Zeitraum deutlich über dem Status quo liegen. „Die Zahlen erlauben es, für einen langen Zeitraum alternativ zum jahrgangsübergreifenden Lernen in drei Klassen auch vier Jahrgangsklassen einzurichten“, informiert Blanke. Inzwischen hat die Schulkonferenz entschieden, genau diesen Weg zu gehen und das Konzept zu wechseln. Umgestellt wird schon in diesem Sommer. Die Kinder aus den JÜL-Klassen werden auf Jahrgangsklassen verteilt.

Zwei Dinge spielen sich in der Zahlenwelt den Ball zu: Weil der Schulstandort in Davensberg erhalten wurde, ziehen junge Familien ins Dorf. Ohne sie und den „Faktor Hemmen“ wäre ein Umschwenken nicht dauerhaft gesichert. In der Prognose für das Schuljahr 23/24 sind elf i-Männchen aus dem Dorf veranschlagt. Das wären zu wenig für Jahrgangsklassen. Aber: Aus dem Hemmen werden für den Sommer acht Schulanfänger prognostiziert, in Summe also 19 Kinder für eine erste Klasse. 2024 und 2025 sinken die Zahlen dann wieder.

Zu Beginn des jahrgangsübergreifenden Lernens wurden rund 60 Kinder auf drei Klassen verteilt. Aktuell sind es 77 Kinder, nächstes Schuljahr steigt die Zahl auf 80. „Damit steigen die Herausforderungen in den Klassen deutlich. In Jahrgangsklassen haben wir drei Leistungsgruppen, in den JüL-Klassen sind es entsprechend mehr. Die Kolleginnen haben oft gesagt, sie möchten sich vierteilen können“, erklärt Schulleiterin Charlotte Bücker. Die Belastung in den Klassen könnte nur bei mehr als 80 Kindern in Davensberg auf vier Klassen verteilt werden. Das wäre in der Prognose nur in zwei Jahren möglich. In der anderen Zeit hieß die Alternative drei große Jül- oder vier kleinere Jahrgangsklassen. Die gewählte Losung heißt: Kurze Wege zu kleinen Klassen für kurze Beine.

Wer denkt, dass Kinder aus Davensberg nach Ascheberg ausweichen könnten, wird mit einer Zunahme der Schülerzahlen dort konfrontiert: „Ab dem Schuljahr 21/22 werden wir in Ascheberg vierzügig“, berichtet Blanke. Das Baugebiet Königsallee und die weiter geplanten Bereiche Breilbusch und Bahnhofsgärten werden für einen längeren Zeitraum den Zulauf höher halten als in den vergangenen Jahren.

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