Rundgang durch die neue Rettungswache
Sanitäter proben den Ernstfall

Ascheberg -

Wenn die Rettungssanitäter beim Eintreffen eines Alarms gerade kochen, dürfen sie trotzdem gleich los in Richtung Einsatz rennen. Die Technik stellt für sie alle Küchengeräte ab.

Samstag, 06.06.2020, 08:47 Uhr aktualisiert: 07.06.2020, 13:24 Uhr
Über den Probebetrieb in der neuen Ascheberger Rettungswache informierte Ole Neblung gestern Landrat Christian Schulze Pellengahr, DRK-Vorstand Christoph Schlütermann und Bereitschaftsleiter Michael Hofmann.
Über den Probebetrieb in der neuen Ascheberger Rettungswache informierte Ole Neblung gestern Landrat Christian Schulze Pellengahr, DRK-Vorstand Christoph Schlütermann und Bereitschaftsleiter Michael Hofmann. Foto: Theo Heitbaum

Wenn Ole Neblung im Aufenthaltsraum der neuen Ascheberger Rettungswache vor dem Fernsehen sitzt, kann das TV-Vergnügen abrupt enden. Wo gerade ein spannender Tatort zu sehen war, wird im Notfall auf Alarm umgeschaltet. Der Bildschirm zeigt, wohin der nächste Einsatz die Rettungssanitäter führen und welche medizinische Situation sie dort erwarten wird. Das Licht geht automatisch an, der Druck auf den Alarmknopf öffnet Türen und Tore. Beim Start zu einem Einsatz werden die Sanitäter von einem großen Technikpaket unterstützt. Aktuell läuft in dem Gebäude, das noch nicht komplett fertig ist, der Probebetrieb. „Wir prüfen bei jedem Knopf, ob auch das passiert, was passieren soll“, berichtete Neblung gestern bei einem Pressetermin mit Landrat Dr. Christian Schulze Pellengahr, DRK-Vorstand Christoph Schlütermann und DRK-Bereitschaftsleiter Michael Hofmann. Einen Probealarm während der Führung gab es aber nicht.

Der Rettungswagen in der Rettungswache Ascheberg ist nigelnagelneu.

Der Rettungswagen in der Rettungswache Ascheberg ist nigelnagelneu. Foto: Theo Heitbaum

Neblung führt die Runde, weil er den Bauherrn beim Planen des Gebäudes unterstützt hat. Sein Fachwissen sorgte dafür, dass die neue Ascheberger Rettungswache nicht nur hübsch und modern, sondern bestens auf die Arbeit der Retter zugeschnitten ist. Und sie steht für die gute Zusammenarbeit, wie Schlütermann betont: „Es ist vorbildlich, wie der Kreis in das Rettungswesen investiert und uns dabei mitnimmt.“ Landrat Schulze Pellengahr ist derweil froh, bei so einer großen Aufgabe mit nur einem Betreiber des Rettungswesens zusammenarbeiten zu können: „Das erleichtert die Arbeit. Wir entwickeln die notwendigen Dinge gemeinsam. Ich höre von Kollegen, die es mit einem Flickenteppich zu tun haben, von Schwierigkeiten, die uns fremd sind.“

Einsatz Rettungswache Ascheberg:

Einsatz Rettungswache Ascheberg: Foto: Theo Heitbaum

In Ascheberg hat der Kreis immerhin 2,8 Millionen Euro für den Ausbau des Rettungsdienstes ausgegeben. „Das ist eine Musterwache, die mit Ruhe geplant wurde. Wenn an anderen Orten gebaut wird, steht diese Wache Modell“, stuft Schlütermann sie für den weiteren Ausbau des Rettungswesens im Kreis Coesfeld ein.

In der Regel wird ein Alarm die Rettungssanitäter in der zweiten Etage erreichen. Dort sind Schlaf- und Aufenthaltsräume, eine Küche und Sanitäranlagen zu finden. Zwei Fahrzeuge werden in der Halle unten stehen. Es gibt Platz für ein drittes Fahrzeug. Das vierte Tor führt in den Waschhalle. Die Mitarbeiter haben die Möglichkeit, sich nach Einsätzen zu desinfizieren. Neben Lagerräumen gibt es ein großes Besprechungszimmer. „Das wird dem DRK Ascheberg gut tun“, sieht Schlütermann hier Möglichkeiten für das Ehrenamt.

Moderne Technik hilft bei Mitarbeitersuche

Die Zahl der Fahrzeuge wird verdoppelt, auch die Besetzung der Wache. Tagsüber werden sechs, nachts drei Rettungssanitäter vor Ort sein. Vom Wachsen des Rettungsdienstes profitiert auch die Rettungswagen-Flotte. Gestern stand ein nigelnagelneues Fahrzeug in der Halle. „Das kostet eine Viertel Million Euro“, berichtet Schlütermann. Früchte tragen neue Räume und Fahrzeuge bei der Akquise von Rettungssanitätern. „Wir haben keine Probleme, gute Leute zu bekommen“, erklärt Schlütermann und Hofmann ergänzt: „Die Ausbildung, die wir vor fünf Jahren begonnen haben, zahlt sich aus.“ Der Bereitschaftsleiter ist vergleichsweise ruhig auf der Runde durchs Gebäude. Dahinter steht eine große Zufriedenheit: „Was hier geschaffen worden ist, ist ein Traum.“

Rettungswache Ascheberg: Ole Neblung

Rettungswache Ascheberg: Ole Neblung Foto: Theo Heitbaum

Anbrennen wird in der neuen Rettungswache übrigens nichts. Mit dem Drücken des Alarmknopfes werden in der Küche bis auf den Kühlschrank alle Geräte ausgeschaltet. Noch zur Probe. Ende Juli könnte daraus der tägliche Einsatzfall werden. Wobei es ein fixes Startdatum nicht gibt.

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