Zwischenbilanz der Ascheberger Schulleiter
Lernen in Corona-Zeiten

Ascheberg -

Applaus für die Arbeit in den vergangenen Wochen und Zusagen für die Zukunft nahmen die Leiter der gemeindlichen Schulen aus einem Fachausschuss mit in ihre Lehrerzimmer.

Samstag, 13.06.2020, 08:37 Uhr aktualisiert: 14.06.2020, 11:48 Uhr
Lange waren die Klassen auch in den Ascheberger Schulen leer, Kinder und Jugendliche zu Hause.
Lange waren die Klassen auch in den Ascheberger Schulen leer, Kinder und Jugendliche zu Hause. Foto: Kay Nietfeld/dpa

In der Corona-Krise haben die Deutschen aus Fenstern und von Balkonen für Menschen geklatscht, die das öffentliche Leben aufrecht erhalten haben. In dieser Woche applaudierte der Schul- und Kulturausschuss Lehrern und Personal der heimischen Schulen. Die Leiter nahmen es dankbar an, verwiesen durch Jens Dunkel aber darauf, dass die größte Herkulesaufgabe von den Eltern gemeistert worden sei.

Mit dem überraschenden Schließen der Schulen begann für alle Beteiligten ein dynamischer Prozess mit oftmals kurzfristigen Informationen des Schulministeriums über neue Regeln. 23 Mal habe es neue Anweisungen aus Düsseldorf gegeben. Ganz geschlossen waren die Schulen von Beginn an nie. Es gab eine Notbetreuung. „Anfangs ist sie wenig genutzt worden“, informierte Sabine Küter , Leiterin der Mariengrundschule Herbern. Nach den Ferien sei der Bedarf gestiegen: „Wir haben sie von einer auf drei Gruppen aufgestockt.“ Ab dem 7. Mai seien alle Klassen auf je zwei Lerngruppen aufgeteilt worden, 50 Prozent der Kinder seien da gewesen, von den Eltern gut vorbereitet worden und so hielten die Kinder sich gut an die Hygieneregeln. Der Rückkehr aller Schüler in der kommenden Woche habe die Schulkonferenz gespalten entgegengesehen. Einerseits sei man froh, entlastet zu werden. Andererseits ängstlich, weil man keine stärker durchmischten Lerngruppen wünsche. Jede Lockerung, so Küter, führe zu neuen Regeln und erfordere neue Konzepte für den Corona-Schulalltag.

Charlotte Bücker informierte für die Lambertusschule, dass es anfangs schwer gewesen sei, die nötigen Mittel fürs Umsetzen der Hygienekonzepte zu erhalten. Beim Lernen auf Distanz sei schon bald von Eltern zurückgespielt worden, dass es in den Haushalten mit Homeoffice und mehreren Kindern im Homeschooling an Geräten fehle. Aufgefallen sei der Mangel auch, wenn ein Lehrer mit nur einem Schüler ein Videogespräch abhalten wolle: „Von Chancengleichheit kann keine Rede sein.“ Die Arbeit sei auf dem Papierweg erfolgt, in der Schule hätte Wäschekörbe für die Abgabe bereitgestanden. Mit der verstärkten Rückkehr in die Schule seien die Kinder in eine surreale Welt gekommen. Es werde auf Dauer viel aufzuarbeiten sein.

Eine Digitalplattform sei der einzige Weg, das Lernen aufrecht zu erhalten, berichtet Jens Dunkel. Kinder und Jugendliche, die in der Schule selbstständig und gut lernten, kämen mit den Bedingungen besser zurecht als jene Schüler, die schon im normalen Alltag Probleme haben. Von ihnen sei beim digitalen Lernen teilweise nichts zurückgekommen. Eine Konsequenz seit auf jeden Fall, dass alle Kinder die gleichen Endgeräte nutzten sollten. Dunkel war dem Förderverein dankbar, der fürs digitale Lernen Laptops organisiert hatte. Mit der Rückkehr in die Schule hätten die Schüler sich gut an Regeln gehalten. „Wir haben eine gute mediale Ausstattung, auf die man aufsatteln kann“, resümierte der Profilschulleiter.

Fachbereichsleiter Helmut Sunderhaus verwies darauf, dass das gemeindliche Personal, etwa die Hausmeister in den Schulen, intensiv in das Umsetzen der Hygienekonzepte eingebunden war: „Es sind Möbel gerückt worden, die bei der nächsten Anordnung, dann wieder zu verrücken waren, um nur ein Beispiel zu nennen.“ Das Personal der ÜBIs sei weiterbeschäftigt worden, die Gemeinde sei für ausfallende Beiträge eingesprungen, 50 Prozent werde vom Land erstattet.

„Alle sind kalt erwischt worden, es gab und gibt keinen Plan für diese Zeit. Es ist hervorragende Arbeit geleistet worden“, sprach Volker Müller-Middendorf (UWG) für den Ausschuss. Maria Schulte-Loh (CDU) machte klar: „Wir werden die Wünsche mit Außenmaß aufgreifen, es gibt kein Zurück mehr.“ Deswegen so Johannes Waldmann (SPD) müsse das digitale Lernen gestärkt werden.

Schon vor Corona war ein „Digitalpakt für die Schule“ geschnürt worden. Jetzt sind weitere Mittel in Berlin auf die Reise geschickt worden. Wie viel davon in Ascheberg ankommen wird, ist noch offen. Das wird die Gemeinde beim weiteren Ausbau der Infrastruktur unterstützen. Die Grundschulen sind zu verkabeln, es braucht mehr Endgeräte und für die Administration auch mehr Personal. Dieser Weg ist vorgezeichnet und wird einstimmig eingeschlagen.

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