Kurioses am Wegesrand
Verblichene Zeitgeschichte

Manchmal sind es kleine Dinge am Wegesrand, die den Spaziergänger zum Wundern anregen und dem WN-Redakteur Anlass zu einer Glosse geben.

Sonntag, 14.06.2020, 14:07 Uhr aktualisiert: 15.06.2020, 17:34 Uhr
Mindestens 23 Jahre, vermutlich deutlich mehr, hat dieses Schild am Wissing den Einflüssen der Natur getrotzt.
Mindestens 23 Jahre, vermutlich deutlich mehr, hat dieses Schild am Wissing den Einflüssen der Natur getrotzt. Foto: Theo Heitbaum

Kinder und Jugendliche haben in Corona-Zeiten digital gelernt. Vor die Haustür ging es lange nur zu zweit oder mit der Familie. Und das nicht zum Zoo oder ins Kino nach Münster, sondern auf Schusters Rappen oder mit der Leeze durch Feld und Flur. Wenn die Eltern es wollten, war mit den Runden ein bisschen Bildung verbunden. Bäume benennen, Getreide erkennen, Flurnamen deuten – die drei Orte der Gemeinde und ihr Umfeld haben viel Wissenswertes zu bieten. Ein besonderes Stück Zeitgeschehen ist am Wissing zu finden. Ein verblichenes Schild ist doppelt interessant. Zuerst muss dieser Satz entziffert werden: „Das Ablagern von Abfällen jeder Art ist untersagt“. Unter Spuren der Natur sind die Buchstaben nur lesbar, weil sie eingeprägt wurden. Interessant ist die Unterschrift. Denn das Verbot hat „Der Gemeindedirektor“ ausgesprochen. In Ascheberg gibt es diese Funktion seit dem 30. Mai 1997 nicht mehr. An dem Tag beerbte der hauptamtliche Bürgermeister Dieter Emthaus die Doppelspitze aus dem ehrenamtlichen Bürgermeister Heiner Knepper und Gemeindedirektor Bernhard Thyen. Ja, so lange ist das schon her. Und wir stellen uns vor, dass im Jahr 2043 irgendwo im Nirgendwo ein Schild zu finden ist, das Bürgermeister Dr. Bert Risthaus unterschrieben hat.

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