Gastronomie ist bis auf eine Ausnahme gut angelaufen
Almhütten-Ampel steht noch auf Rot

Davensberg -

Die rote Almhütte ist am Montagabend an der Davensberger Frieport aufgefallen. Aber sie steht nicht für die gesamte Lage des Betriebes, erläutert Franz-Josef Schütte.

Dienstag, 23.06.2020, 18:59 Uhr
Franjo‘s Almhütte bleibt vorerst außer Betrieb - die Partyzeit ist noch nicht zurückgekehrt.
Franjo‘s Almhütte bleibt vorerst außer Betrieb - die Partyzeit ist noch nicht zurückgekehrt. Foto: Schütte

Die rote Almhütte ist am Montagabend an der Davensberger Frieport aufgefallen. „Ich hatte von der Aktion gehört und habe gedacht, da kann ich gut mitmachen“, berichtet Franz-Josef Schütte im WN-Gespräch. Wer erwartet, in der Folge einen bunten Strauß von Klageliedern hören zu müssen, der irrt aber. Denn so trist, wie es andere Inhaber schildern, sieht der Betreiber von Gasthaus Eickholt, Franjos Almhütte, Swingolf-Platz und Ascheberger Jagdschlösschen die Rückkehr des Lebens in der Gastronomie nicht.

„Wir sind bisher gut durchgekommen. Aktuell mussten wir noch ein wenig Kurzarbeit anmelden. Ich hoffe, dass im Juli wieder alle Leute arbeiten können“, berichtet Schütte, der mit seinem Team in der Lockdown-Phase das getan hat, was wohl jeder Hausbesitzer angepackt hat: Liegen Gebliebenes erledigen, Hecken schneiden, Fenster streichen, Biergartenmöbel aufmöbeln. Schütte spricht von einer ganz lockeren Sache, die täglich von 9 bis 17 Uhr für Beschäftigung gesorgt hat. Fürs Überstehen der Krisenzeit sei zudem die Unterstützung der örtlichen Bank gut und wichtig gewesen.

Die Lage im Jagdschlösschen

Sehr positiv wertet Schütte den wieder angelaufenen Betrieb im Jagdschlösschen. Viele Hotelgästen buchten für zwei, drei Tage, um die Gegend auf zwei Rädern zu erkunden. Sie würden zwei Abende im Jagdschlösschen essen und einmal nach Davensberg fahren, um etwas anderes zu sehen. Karte und Ambiente im Jagdschlösschen unterschieden sich bewusst von den Angeboten in Davensberg. „Wir sind dort zwischen Landhausessen und Sterne-Gastronomie unterwegs. Das kommt super an“, sagt der Gastronom, der in Ascheberg Julia Möllers das Zepter in die Hand gibt: „Sie kennt sich aus in gehobeneren Häusern, ich habe ihr in vielen Bereichen freie Hand gelassen: „Mittlerweile verstehen viele Gäste das Konzept, sodass wir im Restaurant viele Wiederholungstäter haben.“

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Bevor es dann nach neun Wochen Pause wieder losging, musste ein Hygienekonzept erarbeitet und genehmigt werden. „Im Haus haben wir bestimmt 50 Stühle wegräumen müssen, um auf die nötigen Abstände zu kommen. Aber das trifft uns wenig, weil das Wetter schon länger toll ist. Das hilft uns sehr. Am Wochenende sind wir fast überlaufen worden“, informiert der Davensberger.

Die meisten Leute, die an der Frieport einkehren, möchten ohnehin draußen sitzen: „Wenn wir nur noch einen Tisch im Haus anbieten können, verschieben Leute oft lieber ihr Treffen um einen Tag“, sagt Schütte.

Die Gäste seien weitgehend verständig und für den etwas anderen Restaurantbesuch gerüstet. Schütte hat beobachtet, dass jüngere Leute sich gut an die Regeln halten, einen Mundschutz dabei hätten und informiert seien. Bei älterem Publikum müsse man schon mal erklären, dass man einen gerade freigewordenen Tisch nicht sofort wieder einnehmen dürfe: „Der muss erst desinfiziert werden.“

Einziges Sorgenkind in Davensberg ist die Almhütte. „Sie war jedes Wochenende ausgebucht. In der Hütte gibt es im Jahr 30 Hochzeiten“, berichtet Schütte. 85 Prozent aller stornierten Veranstaltungen habe er gleich für das nächste Jahr neu eintragen können. Jetzt gibt es immer noch Stornierungen für den späten Herbst und frühen Winter. Auch das macht Schütte möglich, obwohl er hofft, im September im vielleicht kleineren Rahmen die Hütte wieder nutzen zu dürfen. Wenn er möchte den Betrieb weiter möglichst gut durch die Zeit bringen.

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