Ascheberger Gemeindehaushalt in der Corona-Krise
Durchgeschüttelt, aber standhaft

Ascheberg -

Peter Hanewinkel, Kämmerer der Gemeinde Ascheberg, machte keinen Hehl aus seiner Gemütslage: „Ich habe schon bessere Zahlen präsentiert.“ Das stört ihn aus einem besonderen Grund.

Mittwoch, 24.06.2020, 19:00 Uhr aktualisiert: 25.06.2020, 09:48 Uhr
Trotz Corona und eines „kräftig durchgeschüttelten Haushalts“ legte Kämmerer Peter Hanewinkel einen Controllingbericht vor, der ein Mini-Plus in Ausschicht stellt. Ludger Wobbe (CDU) und Birgit Homann (SPD) dankten bei seiner letzten Ratssitzung fürs Engagement.
Trotz Corona und eines „kräftig durchgeschüttelten Haushalts“ legte Kämmerer Peter Hanewinkel einen Controllingbericht vor, der ein Mini-Plus in Ausschicht stellt. Ludger Wobbe (CDU) und Birgit Homann (SPD) dankten bei seiner letzten Ratssitzung fürs Engagement. Foto: Theo Heitbaum

Peter Hanewinkel , Kämmerer der Gemeinde Ascheberg, machte keinen Hehl aus seiner Gemütslage: „Ich habe schon bessere Zahlen präsentiert.“ Das wäre beim Mai-Controlling-Bericht der Verwaltung wegen der Corona-Zeit nicht besonders erwähnenswert. Wenn es nicht der letzte öffentliche Blick von Hanewinkel auf die Gemeindefinanzen gewesen wäre. Ende Juli wechselt der Kämmerer in den Ruhestand. Zurück wird eine Haushaltslage bleiben, die – geprägt vom vorsichtigen Kaufmann - vom Virus kräftig durcheinandergeschüttelt wurde und wird. „In den Grundfesten wird der Haushalt aber nicht erschüttert“, sieht Hanewinkel keine unlösbaren Probleme auf die Gemeinde zukommen.

Die ersten beiden Monate des Jahres seien noch normal verlaufen. Mit dem Lockdown seien die Folgen für den Etat von Woche zu Woche sichtbarer geworden. Hanewinkel geht aktuell davon aus, dass die Gewerbesteuer um 1,2 Millionen Euro geringer ausfallen wird. Wenn der kommunale Rettungsschirm aufgespannt werde, erhalte man möglicherweise 50 Prozent des Ausfalls zurück. Und Hanewinkel sieht schon wieder Licht am Ende des Tunnels: „Es gab 20 Anträge auf Stundungen. Die Vorauszahlungen sind teilweise auf null gefallen. Doch die ersten Betriebe, zahlen schon wieder.“

Der Ausfall von 450 000 Euro bei der Einkommenssteuer sei geschätzt. Ebenfalls ein Ausfall von 50 000 Euro bei der Umsatzsteuer. Dagegen könne man bei den Schlüsselzuweisungen 60000 Euro mehr einplanen.

Neu hinzugekommen sei eine Position Aufwendungen für die Corona-Pandemie. 100 000 Euro stehen dort im Controlling-Bericht. Sie wurden ausgegeben für Masken und Desinfektionsmittel, aber auch für Schutzwände in Büros, die regelmäßig besucht werden. Dazu hat ein privater Sicherheitsdienst das Ordnungsamt unterstützt, um das Einhalten der Corona-Schutzregeln zu überwachen. Der Gesetzgeber erlaube es, Corona-Ausgaben zu aktivieren und abzuschreiben. Angesichts der Haushaltslage riet Hanewinkel, sie aber im aktuellen Etat zu buchen.

Stand Mai wird die Gemeinde das Haushaltsjahr nicht mit einem Plus von 1,7 Millionen Euro abschließen. Aktuell bliebe aber noch ein Plus von 43828 Euro.

Bürgermeister Dr. Bert Risthaus würdigte die Arbeit Hanewinkels, der als vorsichtiger Kaufmann immer mit einem Puffer geplant habe. Der Verwaltungschef ließ durchblicken, dass es dem Kämmerer in den vergangenen Jahren nicht leicht gefallen sei, die Einnahmen aus Steuern deutlich höher anzusetzen und damit das Risiko eines Haushaltsminus zu erhöhen. Die latente Sorge vor Ausfällen, komme der Gemeinde jetzt in der aktuellen Krise zugute. „Alles richtig gemacht. Wir bleiben auch in schwieriger Zeit handlungsfähig“, erklärte Risthaus.

Hanewinkels letzte Ratssitzung in Ascheberg nutzten Ludger Wobbe (CDU) und Birgit Homann (SPD) zu einem Dankeschön für die Zusammenarbeit. Wobbe beschrieb den Drensteinfurter als freundlichen und ausgleichenden Zeitgenossen mit einem sicheren Gespür dafür, was für die Ascheberger Finanzen gut sei. Hanewinkel wird das Lob weitergeben: „Der Haushalt ist eine Teamleistung.“ Die Zusammenarbeit mit dem Gemeinderat sei gut gewesen, auch „wenn ich mich manchmal über Entscheidungen geärgert habe.“

In den vergangenen Jahren am Ende immer ein Plus. Aktuell ist für 2019 ein Überschuss von 1 189 729,44 Euro veröffentlich worden. Hanewinkel lässt einen gut gefüllten Sparstrumpf zurück.

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