Heimatverein Herbern stellt Pflanzen vor (7)
Zwei Femelinden stehen heute noch

Herbern -

„Am Brunnen vor dem Tore, da steht ein Lindenbaum…“ Dieses alte Volkslied hat der Linde ein Denkmal gesetzt – zu Recht.

Donnerstag, 25.06.2020, 08:00 Uhr aktualisiert: 25.06.2020, 09:48 Uhr
Aus Lindenblüten lässt sich Tee herstellen.
Aus Lindenblüten lässt sich Tee herstellen. Foto: Budde/HV Herbern

„Am Brunnen vor dem Tore, da steht ein Lindenbaum…“ Dieses alte Volkslied hat der Linde ein Denkmal gesetzt – zu Recht.

In Mitteleuropa haben Lindenbäume eine lange Kulturgeschichte und sind fester Bestandteil vieler Mythen und Sagen. Schon bei den Germanen galten sie wegen ihres enormen Alters als heiliger Baum. In der Nibelungensaga kommt ihnen sogar eine entscheidende Rolle zu: Beim Bad des Siegfrieds in Drachenblut fällt ein Lindenblatt zwischen seine Schulterblätter und verhindert seine Unsterblichkeit.

Herbern hat eine besondere Beziehung zu Linden. Auf Westerwinkel steht eine sehr alte Sommerlinde, deren Alter von Experten auf 300 bis 450 Jahre geschätzt wird. Darüber hinaus wurde im Mittelalter unter Lindenbäumen Gericht gesprochen. Allein in Herbern und Umgebung gab es vier solcher Gerichtsstätten. Zwei dieser Femelinden stehen heute noch. Eine in Horn auf einem Acker an der B54/Abzweigung Capelle und eine zweite Am Schüttwall/Ecke Lindenstraße.

Jetzt im Juni beginnt die Blütezeit. Die Bäume verströmen einen wunderbar süßlichen, honigartigen Duft und sind eine wertvolle Bienenweide. Lindenblütenhonig ist daher auch eine der bekanntesten Imkerspezialitäten. Aus den Blüten lässt sich aber auch ein Tee brühen, der insbesondere bei Erkältungen die so bezeichnende Linderung bringen kann.

Wer einmal selbst Lindenblütentee machen möchte, sollte ganz knapp (ein bis drei Tage) nachdem sie erblüht sind, Blüten sammeln und zwar an einem sonnigen Tag. Idealerweise sollte es auch vorher ein bis zwei Tage nicht geregnet haben, damit die Blüten möglichst trocken sind. Wenn sie intensiv duften ist die Wirkung am größten. Anschließend muss man die Blüten an einem luftigen und schattigen Ort trocknen.

Eine weniger schöne Eigenart der Lindenblüte ist der sogenannte Honigtau – ein klebriges Sekret, das sie absondert und zu lästigen Überzügen auf Autos, Fahrrädern oder Mülltonnen sorgen kann. Also Vorsicht wo man parkt!

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