Nach 47 Jahren und elf Monaten aus dem Postdienst verabschiedet
Theo Heckenkamp darf den Ruhestand genießen

Ascheberg -

1972 klopfte Klein-Theo bei der Post an, weil er einen Arbeitsplatz im Dorf suchte. Er wurde eingelassen, eingestellt und blieb - zwei Hundebisse inklusive - bis 2020.

Dienstag, 30.06.2020, 17:54 Uhr aktualisiert: 30.06.2020, 22:00 Uhr
Eine Delegation aus Werl verabschiedete Theo Heckenkamp nach 47 Jahren und elf Monaten aus dem Dienst der Post. Blumen gab es für Frau Brigitte, ein Fass Bier für den neuen Pensionär.
Eine Delegation aus Werl verabschiedete Theo Heckenkamp nach 47 Jahren und elf Monaten aus dem Dienst der Post. Blumen gab es für Frau Brigitte, ein Fass Bier für den neuen Pensionär. Foto: Theo Heitbaum

Er ist so bekannt wie Bürgermeister und Pfarrer. Vermutlich kennt er sich in der Gemeinde Ascheberg sogar besser aus als sie. Denn Theo Heckenkamp hat alle entlegenen Bauerschaftswinkel genauso kennengelernt wie dörfliche Sackgassen. Der 63-Jährige hat 47 Jahre und elf Monate die Post zugestellt. Gestern Morgen wurde er als Leiter des Zustellstützpunktes Ascheberg verabschiedet.

„Ich wollte im Dorf arbeiten“, erinnert sich Heckenkamp an den Start, der mit besonderen Schichten schwer war. Aber Heckenkamp blieb. Drehte mit dem Rad Dorfrunden und lernte dann einen Käfer-Rechtslenker kennen. Tatsächlich: Das Lenkrad saß wie in Großbritannien auf der falschen Seite. „Damit wir nicht auf der Straße aussteigen mussten“, erklärt der Ascheberger. Als nach Polo, Golf und T5 der Elektroscooter nach Ascheberg kam, war Heckenkamp Leiter der Zustellstützpunktes. Einer, der sich für die Belange der Zusteller seines Bereiches einsetzte, wie Markus Köster versicherte: „Theo Heckenkamp war der Anwalt Aschebergs. Dafür hat er sich eingesetzt und gestritten.“ Köster erinnerte an Fortbildungen in Bad Sassendorf und an viele Diskussionen mit dem Ascheberger: „Auf eins konnte man sich immer verlassen: Egal wie intensiv und kontrovers die Diskussion war, abends beim Bier war das vergessen.“

Theo Heckenkamp ist in der Post an der Sandstraße gestartet und über die Konermannstraße im Gewerbegebiet West gelandet. Er hat früher sechs, sieben Pakete am Tag bei der Bauerschaftsrunde verteilt: „Da gab es Amazon nicht, sondern Witt-Weiden und andere.“ Heute sieht das ganz anders aus. Damit darf sich künftig Thomas Steinkühler als neuer Leiter des Zustellstützpunktes auseinandersetzen.

Heckenkamp, der in fast 48 Jahren zwei Mal von einem Hund gebissen wurde („einmal war es ein Schäferhund in den Oberschenkel, beim zweiten Mal ein Dackel“) hat seine Arbeit mit ganzem Herzen getan und war telefonisch für seine Chefs, die örtlichen Zusteller und teilweise auch für die Postempfänger rund um die Uhr verfügbar. Klar, dass so einem Mann der Abschied schwer fällt. Das wurde vor dem Freiluftbuffet erlebbar. Beim Dankeschön wurden die Augen feucht.

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