UWG-Forderungen zur Altenhammstraße
Verkehrslage nicht aus dem Blick verlieren

Herbern -

Die UWG möchte die Diskussion um die Verkehrssituation im Bereich Altenhammstraße wieder in Gang bringen. Der wegen der Corona-Pandemie abgesagte Workshop soll gestartet werden. Dabei will sich die Wählergemeinschaft insbesondere für die Stärkung der Fußgänger und Radfahrer einsetzen.

Mittwoch, 01.07.2020, 17:32 Uhr aktualisiert: 07.07.2020, 15:58 Uhr
Die Verkehrslage auf dem Altenhamm und dem Umfeld darf durch Corona nicht aus den Augen verloren werden, meint die UWG.
Die Verkehrslage auf dem Altenhamm und dem Umfeld darf durch Corona nicht aus den Augen verloren werden, meint die UWG. Foto: hbm

Beim Reizthema Altenhammstraße und Umgebung ist Politik gefragt – und die geht nicht nur nach Zahlen eines Gutachtens, stellt die UWG Ascheberg-Herbern-Davensberg in einer Mitteilung klar.

Die Verkehrszahlen allein zeigten keinen Handlungsbedarf auf. In die Erstellung des Gutachtens sei jedoch nicht eingeflossen sei, dass „mitten durch dieses Nadelöhr des Dorfes“ die 100-Schlösser-Radroute führe. Auch unabhängig davon sind in dem Gebiet zwischen Siepenweg (Norden), Südstraße (Osten), Bergstraße/Schulweg (Süden) und Bakenfelder Weg (Westen) viele Menschen, vor allem Kinder, unterwegs. Geplante Baumaßnahmen werden zukünftig weitere Verkehrsflüsse nach sich ziehen. Bisher werden dem Autoverkehr trotz der engen Gassen wenig Grenzen aufgezeigt. Dies müsse sich nach Meinung der UWG ändern. Mittelpunkt eines neuen Konzeptes sollten die Wegesicherheit und der Klimaschutz sein.

Die UWG sieht sich nicht in der Rolle der Verkehrsplaner, da die Situation in diesem Gebiet sehr komplex ist. Ihr ist es wichtig, dass die Verkehrsproblematik in diesem Viertel nicht vergessen wird. Es sei an der Zeit, den aufgrund der Corona-Pandemie abgesagten Workshop der Verwaltung mit interessierten Bürgern nun tatsächlich stattfinden zu lassen.

Viele Gespräche mit Bürgern spiegelten die Haltung der UWG wider, dass Herbern reif sei für die Förderung des nicht-motorisierten Verkehrs. Schaue man sich unter diesem Schwerpunkt das genannte Viertel an, so falle auf, dass es fast komplett ein Tempo-30-Gebiet ist, rund um die Kirche bereits eine Einbahnstraßenregelung für Kfz bestehe und viele Wege jetzt schon nur für Fußgänger und Radfahrer geöffnet sind.Vielen Menschen seien diese kurzen Wege gar nicht bekannt und sie entschieden sich lieber für eine – so die UWG – „Auto-Spießrutenfahrt“ durch die Altenhamm- und Bergstraße. Die UWG hat hier einige Ideen und möchte ihre Impulse mit in die Diskussion einbringen: „Wie brauchen Pull-Faktoren. Also Faktoren, die Zugkraft (pull) besitzen, um den Rad- und Fußgängerverkehr zu steigern und sicherer zu machen. Wir setzen auf deutliche Kennzeichnung und Erweiterung des Fuß- und Radwegenetzes in diesem Gebiet und eine Neuregelung der Durchfahrten von Lkw, Pkw mit Anhängern und Bussen im Kernbereich des Viertels. Zudem begrüßen wir eine Durchfahrtssperre für Pkw zwischen Neuen- und Altenhamm, wenn der geringe Neuenhamm-Kfz-Verkehr über eine andere Straße abgeleitet werden könnte.“ Eine in anderen Ländern bereits vielfach genutzte Möglichkeit, um die nicht motorisierten Verkehrsteilnehmer zu unterstützen, könnten auch hier temporär ausfahrbare Poller sein. Diese könnten per Zeitschaltuhr aber auch durch Fernbedienungen von den Anwohnern oder Anlieferern bedient werden können. Solche Poller könnten die im normalen Alltag zum Teil chaotischen Zustände im Gebiet um die Altenhammstraße beenden oder wenigstens reduzieren, ist sich die UWG sicher.

Den Komplett-Ausbau von der oft als Zuwegung genutzten Straße Am Haselbüschken sieht die UWG kritisch. „Das ist ein Signal in die falsche Richtung. Wir wollen die Fußgänger und Radfahrer stärken und dem Autofahrenden keinen neuen Komfort bieten.“

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