Eine Welt Gruppe sucht neue Verkaufsstelle
Mit Karten die Krise meistern

Ascheberg -

ie Eine Welt Gruppe Ascheberg hat eine wichtige Ansprechpartnerin in Peru verloren, Schwester Lambertine ist im Juni gestorben.

Mittwoch, 08.07.2020, 19:47 Uhr aktualisiert: 09.07.2020, 15:56 Uhr
2018 besuchte Schwester Lambertine die Eine Welt Gruppe in Ascheberg. Vor knapp einem Monat ist die Ordensfrau, die in Nordwalde geboren wurde, in Peru verstorben.
2018 besuchte Schwester Lambertine die Eine Welt Gruppe in Ascheberg. Vor knapp einem Monat ist die Ordensfrau, die in Nordwalde geboren wurde, in Peru verstorben. Foto: tani

Die Eine Welt Gruppe Ascheberg hat eine wichtige Ansprechpartnerin in Peru verloren, Schwester Lambertine ist im Juni gestorben. Zudem kämpfen die Menschen in Peru, die aus Westfalen unterstützt werden, genauso mit der Corona-Pandemie wie die Helfer selbst.

„Schwester Lambertine hat am Karfreitag einen Schlaganfall erlitten. Davon hat sie sich nicht mehr erholt. Sie ist am 12. Juni wenige Tage vor ihrem 91. Geburtstag gestorben, berichtet Maria Aßmuth von der Eine Welt Gruppe. Seit 2004 war die gebürtige Nordwalderin Ansprechpartnerin für die Ascheberger, zuletzt hat Schwester Lambertine 2018 bei einem Besuch in Ascheberg über ihre Arbeit berichtet. „Ich habe sie auch in Peru getroffen, ihre Arbeit war beeindruckend“, würdigt Aßmuth das Engagement. Gefühlt würden Menschen in der Mission mit 70 Jahren noch einmal durchstarten.

Eingesetzt habe sich die Ordensfrau für Familien. Einmal im Monat sei bei Treffen über Rechte und Gesundheitsfürsorge gesprochen worden. Seit zwei Jahren habe Schwester Lambertine die Arbeit zunehmend auf Ehrenamtliche verteilt, sodass dieses Projekt für Familien und Alleinstehende weiterlaufen könne. Mit Schwester Bernita von den Hiltruper Missionsschwestern sei eine neue Ansprechpartnerin gefunden.

In Puquio unterstützt die Ascheberger Gruppe ein Waisenhaus. Nachdem eine koreanische Schwester die Leitung abgegeben habe, habe zwischendurch kaum Kontakt bestanden. Inzwischen wissen die Aschebergerinnen wieder, wie die Lage ist: Mit Ferienbeginn hätten die Kinder das Haus verlassen. Der Corona-Lockdown habe bisher dafür gesorgt, dass sie nicht wiederkommen konnten. So werden aktuell Kinder und alleinstehende ältere Menschen mit einer Suppenküche unterstützt.

„Das Leben stand 107 Tage still. Die Leute durften nur einkaufen, zum Arzt und zur Apotheke“, berichtet Aßmuth. Viele Straßenverkäufer, denen die Lebensgrundlage entzogen worden sei, hätten sich in die Berge verabschiedet: „Das war eine regelrechte Völkerwanderung.“ Schlafen würden die Menschen in Kirchen, wo auch Suppenküchen eingerichtet wurden.

Klar, dass die Eine Welt Gruppe weiter Projekte in Peru unterstützen will. Allerdings hatte sie nach dem Einstellen des fairen Verkaufs in der Pfarrbücherei die Rechnung ohne die Corona-Krise gemacht. Ein einträgliches Standbein der Hilfe ist das Erstellen von Karten für alle Anlässe. Mit dem Altenheim fiel der gemeinsame Bastelort in den vergangenen Wochen weg. „Wir haben viel privat gemacht“, berichtet Mechtild Rüschenschmidt. Wenn es geht, will die Gruppe das Pfarrheim nutzen.

Sorge bereitet auch der Kartenabsatz, weil, so Rüschenschmidt, die Pfarrbücherei aus Brandschutzgründen nicht mehr zur Verfügung stehe: „Wir bieten sie weiter bei Engel und Bengel an, suchen aber eine zweite Verkaufsstelle.“ Interessenten wenden sich per Mail an Maria Aßmuth (maria.assmuth@web.de). Die Zeit drängt ein wenig, denn im August sollen die Erstkommunionfeiern nachgeholt werden. Und Karten der Eine Welt Gruppe mit dem jeweiligen Motto sind begehrt, wie die Gruppe weiß.

Im März sind auch zwei kleinere geplante Aktionen entfallen, weil Corona dazwischen kam. Wenn die Pandemie es erlaubt, möchte die Gruppe im September einen Gottesdienst gestalten. Auch ein Kaffeestopp ist vorgesehen.

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