Kräuterkunde des Heimatvereins Herbern: Schafgarbe
Heilkraft ist erklärbar

Herbern -

Als „Soldatenkraut“ hat es die Gemeine Schafgarbe bis auf die Schlachtfelder geschafft. Die Wirkung als Heilpflanze ist schon lange bekannt.

Dienstag, 28.07.2020, 07:49 Uhr aktualisiert: 28.07.2020, 17:04 Uhr
Schafgarbe, eine wertvolle Heilpflanze.
Schafgarbe, eine wertvolle Heilpflanze. Foto: Budde/HV Herbern

Am Wegesrand, auf Wiesen, Weiden und im Straßengraben – überall sieht man jetzt die zarten Schirme aus weißen oder rosa Blüten über ebenfalls feinen blaugrünen, gefiederten Blättern der Gemeinen Schafgarbe. Je nach Sorte und Standort erreicht sie eine Wuchshöhe von sieben bis 100 Centimeter. Ihre botanische Bezeichnung lautet Achillea millefolium. Beide Namen verraten schon viel über diese Pflanze, heißt es in der Mitteilung des Heimatvereins Herbern.

„Garbe“ kommt vom altdeutschen Wort „die Heilende“. Der erste Wortteil Schaf weist darauf hin, dass Schafe das Kraut außerordentlich gerne fressen. Ihren lateinischen Namen „Achillea“ verdankt sie dem griechischen Helden Achilles, der seine berühmte Ferse damit geheilt haben soll. Die Römer berichteten als erste über die Verwendung als sogenanntes „Soldatenkraut“. Wohl in allen Kriegen, bis hin zum Zweiten Weltkrieg, wurde Schafgarbe auf den Schlachtfeldern zur Wundversorgung herangezogen und geschätzt.

Heute kann man die Wirkung wissenschaftlich erklären: die Schafgarbe enthält Gerbstoffe, die adstringierend – zusammenziehend – wirken und somit Blutungen stillen können. Und das ätherische Öl, das dem der Kamille verwandt ist, hat antibakterielle und wundheilende Wirkung.

Wer es ausprobieren möchte, kann die grünen Blätter in der Handfläche zerreiben, so dass der Pflanzensaft austritt und diesen auf eine Wunde streichen, wenn man sich verletzt hat.

Ihre Wirkung reduziert sich nicht nur auf die äußere Anwendung. Bis heute ist die Schafgarbe ein bekanntes Mittel in der Frauenheilkunde. Sie wird aber auch bei Magen-Darm-Problemen verwendet und zur Appetitanregung eingesetzt.

Die ätherischen Öle in den Blüten und Blättern der Schafgarbe sind im Hochsommer am stärksten konzentriert. Wer selbst Schafgarbe sammeln und trocknen möchte, sollte das in der Mittagshitze tun. Dabei sollte die Ernte immer etwa eine Hand breit über dem Boden geschnitten werden. Denn die Schafgarbe enthält das heilkräftige Öl nicht nur in den Blüten, sondern in der ganzen Pflanze.

Pro Tasse (1/4 l) Tee ein bis zwei Teelöffel getrocknetes Kraut oder die doppelte Menge der frischen Pflanze nehmen, mit kochendem Wasser übergießen und fünf bis zehn Minuten zugedeckt ziehen lassen. Tipp: Aus Schafgarbenblüten kann eine Kräuterlimonade gebraut werden, wenn die Blüten zusammen mit etwas Zucker und Zitronensaft über Nacht in einem Krug Wasser ziehen gelassen werden.

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