Neubau und Sanierung verschlingen Millionen
Profilschule verwandelt sich zum Campus

Ascheberg -

Die Profilschule wird in Ascheberg an einem Standort konzentriert und erhält einen Neubau. Das Campus-Konzept kostet viel Geld.

Mittwoch, 29.07.2020, 20:16 Uhr aktualisiert: 30.07.2020, 12:12 Uhr
So soll der Neubau aussehen, der zwischen den beiden Bestandsgebäuden der Profilschule entstehen soll.
So soll der Neubau aussehen, der zwischen den beiden Bestandsgebäuden der Profilschule entstehen soll. Foto: Architekturbüro Lidner Lohse

Traumnote für die Preisträger: Mit 499 von möglichen 500 Punkten setzte sich das Büro Lindner – Lohse Architekten durch. Die Planer hatten sich an einer europaweiten Ausschreibung der Gemeinde Ascheberg beteiligt. Aus dort eingereichten neun Bewerbungen hatte ein Auswahlgremium aus politischen Vertretern sowie Beratern auch aus dem Kreis der Schulleitung und Elternschaft der Profilschule drei Arbeiten in die engere Wahl genommen. Der Sieger, das Büro aus Dortmund, das gerade auch an der Sekundarschule in Lüdinghausen tätig ist und jüngst eine neue Schule in Wolbeck gebaut hat, wurde am Mittwoch im Rathaus präsentiert.

Vor der Presse lobte Bürgermeister Dr. Bert Risthaus die Planung, die sowohl bei der Jury als auch im Rat einstimmig den Zuschlag erhielt: „Sie haben verstanden, was wir brauchen.“ In dem Entwurf sei nicht nur ein Anbau (mit 1750 Quadratmetern) entstanden, sondern ein neues Gebäude-Ensemble, das die Architekten deshalb auch Campus betitelten. Risthaus lobte die Lösung, aus einer Schule an zwei Standorten (Ascheberg und Herbern) und mehreren Gebäuden eine Bildungsstätte aus einem Guss zu entwickeln.

Nach diesem Szenario entsteht ein Neubau zwischen den beiden Bestandsgebäuden, die über Passagen mit einander verbunden werden. Das neue Gebäude soll im Erdgeschoss einen Musikraum und die Naturwissenschaften beherbergen, in der ersten Etage finden Lehrerzimmer und Verwaltung Platz. Ein Forum mit Tribüne und Galerie lässt sich als großer Veranstaltungsraum nutzen, der der Schule bislang fehlt, wie Schulleiter Jens Dunkel bestätigte. Er sprach bei der Preisträger-Vorstellung von einem „zukunftsweisenden Tag für die Profilschule“, die zukünftig „endlich eine Einheit“ bilde.

Während die Klassenräume in den beiden flankierenden Bestandsgebäuden untergebracht sind, bilde der Neubau künftig den Mittelpunkt der Profilschule.

Zu den Kosten, die nicht Bestandteil der Ausschreibung waren, äußerten sich die Architekten Frank Lohse und Wibke Evert nicht. Dass das Budget nicht gleich gedeckelt wurde, begründete Risthaus so: „Wir sind vom Bedarf ausgegangen.“ Das finanzielle Volumen sei aber auch schwer zu beziffern, weil die Sanierung und Veränderung im Bestand kaum zuverlässig zu planen sei. So oder so: „Die Schatulle ist bestens gefüllt“, betonte der Bürgermeister. Ascheberg habe „gut gewirtschaftet“ und schrecke vor der bislang wohl größten Investition nicht zurück. Auch gebe es eine grobe finanzielle Planung: „Wir sind nicht blauäugig.“ Wie vor der Presse durchschimmerte, müssen zwischen sechs und zehn Millionen Euro gestemmt werden, mögliche Fördermittel nicht eingerechnet.

Die Bauarbeiten für den Neubau sollen „frühestmöglich“ beginnen. Konkret, so Nils Kruse vom Ascheberger Hochbau-Ressort, werde dies wohl Mitte 2022 sein. Etwa 18 Monate dauere es, bis der Preisträger-Entwurf in Beton gegossen ist, so Frank Lohse.

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