Grüne fordern mehr Unterstützung
Die Sonne mit Gemeindehilfe gezielt anzapfen

Ascheberg -

Bei Photovoltaikanlagen auf Privathäusern sehen die Grünen viel Potenzial. Vor allen Dingen, wenn die Gemeinde das stärker unterstütze.

Dienstag, 18.08.2020, 09:34 Uhr aktualisiert: 18.08.2020, 16:01 Uhr
Karsten Senne „tankt“ sein E-Auto daheim.
Karsten Senne „tankt“ sein E-Auto daheim. Foto: privat

Bei strahlendem Sonnenschein denkt so mancher ernsthaft darüber nach, das Projekt einer Photovoltaikanlage auf dem eigenen Dach umzusetzen.

„Eine gute Idee“, sagen die Grünen vom Ascheberger Ortsverband. Und warnen zugleich vor einem aktuellen Phänomen. Zurzeit werden viele Hausbesitzer in Davensberg/Ascheberg/Herbern (DAH) angerufen. Unbekannte Firmen möchten ihnen eine Photovoltaikanlage verkaufen. Der Anbieter bleibe unklar, vage werbe ein Callcenter für ein „wirtschaftlich interessantes Konsortium“.

Karsten Senne von den Grünen sieht diese Werbekampagne mit Sorge, denn „wir haben in DAH mehrere bestens geeignete, fachlich kompetente Handwerksbetriebe“, wie er aus eigener Erfahrung und auch von Freunden und Bekannten weiß, die bereits eine PV-Anlage auf dem Dach haben und damit bestens zufrieden sind.

Warum dieses „Konsortium“ die Hausbesitzer von DAH ins Auge fasst, ist dabei durchaus nachvollziehbar. Denn nur 16 Prozent aller möglichen Dächer seien mit Solarmodulen bestückt – 84 Prozent des möglichen Potenzials seien gar nicht ausgeschöpft. Nach Ansicht der Grünen ist das auch auf fehlendes Engagement der Gemeinde zurückzuführen. „Die Gemeinde hat wenig getan, um über Sonnenenergie zu informieren und damit gleichzeitig das eigene Handwerk zu bewerben“, so Grünenratskandidat Senne weiter. Er begründet dies zum Beispiel damit, dass die Gemeinde nur auf das NRW- Solarkataster auf den Seiten des Kreises Coesfeld verweist. Dort finden sich lediglich allgemeine Hinweise, ob das Dach für eine PV-Anlage geeignet ist oder nicht.

Andere Kommunen dagegen – wie der gesamte Kreis Unna, der Kreis Steinfurt oder die Stadt Lünen – stellen kostenlos ein detailliertes Programm zur Verfügung. Dort könne die eigene Anlage modulgenau geplant werden, der eigene Stromverbrauch sei Grundlage für konkrete Berechnungen, wann sich eine PV-Anlage amortisiert. Wer mit dem Gedanken spiele, einen Speicher einzubauen, bekomme auch dies berechnet und erfahre, wie sich das irgendwann mit einem Elektroauto kombinieren lasse. „Und was wir Grünen für besonders wichtig halten“, so Senne: „Man kann direkt zu den örtlichen Firmen verlinken und unser Handwerk unterstützen“. Die Grünen wollen dies Potenzial erschließen und auf ihrer Homepage „gruene-ascheberg.de“ eine Sonderseite zu diesem Thema aufbauen. Viel Unterstützung für Bürger und örtliches Handwerk – das haben sich die Grünen als einer der ersten Punkte im neuen Gemeinderat vorgenommen. Sennes Credo: „Das Geld für Stromrechnungen können sich viele sparen und lieber das Handwerk vor Ort beauftragen statt irgendwelcher „Konsortien“, die glauben, Ascheberg ist ein Tal der Ahnungslosen“.

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