UWG besucht Angebot in Herbern
Übi-Arbeit erreicht ihre Grenzen

Herbern -

Erst seit 200 Tagen ist sie im Amt und wird vor Herausforderungen gestellt, die manchen Neuling in dieser Branche das Fürchten gelehrt hätten: Christina Gesenhoff. Seit Februar dieses Jahres ist sie Pädagogische Leiterin der Übermittagbetreuung (Übi) der Herberner Grundschule.

Samstag, 05.09.2020, 15:51 Uhr aktualisiert: 05.09.2020, 16:00 Uhr
Dr. Christoph Koch von der UWG Ascheberg informierte sich beim Verein Übermittagbetreuung der Mariengrundschule Herbern, (v.l.) Vorsitzende Sabine Schuh, pädagogische Leiterin Christiana Gesenhoff, über die derzeitige Situation.
Dr. Christoph Koch von der UWG Ascheberg informierte sich beim Verein Übermittagbetreuung der Mariengrundschule Herbern, (v.l.) Vorsitzende Sabine Schuh, pädagogische Leiterin Christiana Gesenhoff, über die derzeitige Situation. Foto: UWG

Erst seit 200 Tagen ist sie im Amt und wird vor Herausforderungen gestellt, die manchen Neuling in dieser Branche das Fürchten gelehrt hätten: Christina Gesenhoff. Seit Februar dieses Jahres ist sie Pädagogische Leiterin der Übermittagbetreuung (Übi) der Herberner Grundschule und erlebte in diesen 200 Tagen die Einrichtung vor Corona, mit Corona und jetzt auch auf dem Weg zur Umwandlung in eine Offene Ganztagsschule (OGS). Doch die gestandene Erzieherin, der Vorstand und das Übi-Team stellten und stellen sich den Herausforderungen, machen ihre Arbeit mit den Kindern gern – sie wünschen sich aber auch mehr Rückhalt. Dies erfuhr Dr. Christoph Koch , Vorsitzender der UWG Ascheberg und Mitglied des Ascheberger Gemeinderates bei einem Treffen mit dem Übi-Vorstand, Christina Gesenhoff und ihrer Stellvertreterin Jenny Klaverkamp .

Die Übi sieht in der geplanten Umwandlung in eine OGS zum Schuljahr 21/22 eine mögliche Lösung für viele Schwierigkeiten. Denn nicht erst seit der Corona-Krise spitze sich die Situation in der Übi zu. Die Anforderungen würden sowohl verwaltungstechnisch, beim Raumbedarf als auch hinsichtlich der Gesamtverantwortung immer höher. Die Verantwortung werde zu groß für einen ehrenamtlich tätigen Verein, dessen Mitglieder zudem alle berufstätig seien, hieß es in Herbern. Im engen Austausch mit Gemeinde und Schulleitung stehe man am Beginn eines Prozesses. Dieser löse jedoch bei einigen Eltern Widerstand aus, der inzwischen sogar zu einer Unterschriftenaktion zum Erhalt der Übi geführt haben soll.

Vor allem zu Beginn der Corona-Pandemie wurde deutlich, dass die Übi in ihrer jetzigen Struktur ein Grenzgänger zwischen Schule und Kindergarten sei. Für den Vorstand, die pädagogische Leitung als auch für Institutionen wie Gemeinde oder Gesundheitsamt war zum einen nicht klar, wer für die externe Beratung der Übi zuständig sei und zum anderen, welches Corona-Konzept in einer Übi den gesetzlichen Vorgaben entsprechen würde.

Auch erhielt die Übi wegen ihrer Vereinsstruktur zunächst keine Ausrüstung wie beispielsweise Masken oder Desinfektionsmittel von der Schule oder dem Schulträger. Dies sei umso gravierender gewesen, als die Übi im Frühjahr nach Verkündigung des Lock-Downs direkt eine Notbetreuung für Kinder, deren Eltern in systemrelevanten Berufen tätig sind, anbieten musste. Diesen Notbetrieb galt es auch am Wochenende und in den Osterferien zu organisieren, stellte den Verein vor große Herausforderungen und führte ihn nicht nur personell an seine Grenzen. Der Teufel stecke auch heute manchmal noch im Detail, wenn es beispielsweise darum gehe, trotz zu weniger Waschbecken die Hygieneregeln einzuhalten.

Inzwischen sei das Leben mit Corona-Regeln fast schon Alltag für Mitarbeiterinnen und Kinder. Doch sprenge die seit diesem Schuljahr angemeldete Kinderzahl (84) die Raumkapazitäten. Erschwerend käme hinzu, dass sich die Kinder aufgrund der Pandemie nicht gruppenübergreifend im Gebäude und auf dem Schulhof bewegen dürften. Für sie sei es eine große Freude, dass sie auf dem Schulhof innerhalb ihrer festen Betreuungsgruppe Fußball spielen können – denn das sei im Schulalltag nicht möglich. Der Verein möchte trotz aller Hindernisse allen berufstätigen Eltern einen Betreuungsplatz für ihr Kind anbieten können.

„Es ist wichtig, dass die Übermittagbetreuungsvereine im regelmäßigen Turnus über ihre Arbeit im Schul- und Kulturausschuss berichten können. Denn sie brauchen auch die volle politische Unterstützung und Rückendeckung. Sie sind ein wichtiger Baustein in unserer Betreuungslandschaft. Es ist wichtig, gerade jetzt in Coronazeiten und dieser Umbruchphase voll und ganz hinter ihnen zu stehen“, bilanziert Dr. Koch nach seinem Besuch.

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